MAIDEN UNITED - Kassel

03 maidenunited flyer

Konzert vom 28.03.2026
Support: REAPER 

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MAIDEN UNITED 
REAPER 

Durch Medizinischen Notfall bedingt, ist eine Fahrt nach Kassel erst etwas später möglich, da zur Zeit der Zugverkehr nach Kassel wegen Baustelle erschwert ist, verpasse ich leider den Akkustik-Set vom neuen REAPER-Album 'Dead World Legacy' hätte ich wahnsinnig gerne mitbekommen, vielleicht wird so eine Aktion bei passender Gelegenheit noch mal nachgeholt? Wäre fein. Den Reaktionen von mir bekannten Gästen an dem Abend zufolge müssen REAPER im Kulturzentrum Schlachthof einen starken Akukstikgig als Vorband hingelegt haben. Lief der Ticket-Vorverkauf zunächst nur schleppend, ist das Kulturzentrum Schlachthof dank verstärkter Werbung von Veranstalterteam, Fans und Online-Fanzines gut besucht.IRON MAIDEN auf ungewohnt andere Weise interpretiert, habe ich obwohl schon viel von MAIDEN UNITED im Vorfeld so viel hörte bisher noch nicht erlebt. 

Schwerpunkt der Darbietung bildet zunächst das IRON MAIDEN-Debüt aus den 80ernEhe es richtig losgeht, folgt ein mehrminütiges unheimlich feinfühlig zugleich majestätisch-Atmosphärische Gänsehaut erzeugendes Intro, bei dem es sich um die Iron Maiden-Signaturhymne „Iron Maiden“ handelt, dass auf die danach folgenden ca. zwei Stunden Live-Darbietung einstimmt. Da wird einem als MAIDEN-Fan gleich mal warm ums Herz. Die Band würdigt auch das Veranstalter-Team von 98Records/Masters Of Cassel  Dirk und Diana Schneider mit einem dicken Lob, wofür es zurecht lauten Beifall gibt! Dirk soll selbst ein Stück auf der Bühne singen, lässt das von der Band gedachte Unterfangen jedoch lieber sein, genießt dafür im Kreise von Freunden, Bekannten und Fans jeden noch so kleinsten Ton der phantastisch berauschenden Vorstellung einer wahrlich einmaligen Formation. 



Bestehend in der Besetzung Nick Holleman (Gesang), Ricardo Gordo (Akustik- Gitarre), Joey Bruers (Bass), Pim Goverde (Schlagzeug), Michiel van den Boer (Orgel), Dennis Stratton (Akustik-Gitarre) gibt die holländische Tribut-Band Maiden uniteD mit englischem Special Guest (Ex-IRON MAIDEN-Gitarrist Dennis Stratton, von 1979-80 bei den eisernen Jungfrauen aktiv ein traumhaftes Gastspiel. Angeführt von ihrem quirligen Sänger Nick Holleman und Bandmastermind Joey Bruers werden zunächst Klassiker vom legendären 1980er IRON MAIDEN-Debüt dargeboten, woran Dennis Stratton als Gitarrist mitbeteiligt war, selbiges gilt für die ebenfalls 1980 erschienene „Running Free“-Single deren Inhalte tief in den kultigen 80er Spirit der eisernen Jungfrauen bei Top eingestelltem Licht und Sound(!) eintauchen lassen. Der letzte Besuch von Dennis Stratton liegt immerhin ungefähr 46 Jahre zurück, am 20.09.1980; - IRON MAIDEN traten im Zuge dreizehn absolvierter Deutschland-Tourdaten als Vorgruppe von KISS in der Eissporthalle Kassel auf. Sänger Nick Holleman und Bandgründer Joey Bruers haben so einiges über Songs und die Band zu erzählen, das sorgt für Momente lauschiger Stille, da knistert die Luft, weil jeder gebannt zuhört, was MAIDEN UNITED ihren Fans mitzuteilen haben. Musikalisch ist alles im oberen Grünen Bereich „Strange World“ geht düster mystisch ins eingemachte, „Charlot The Harlot“ in flottem Taktbeat lässt viel Rockfaible aus, „Remember Tomorrow“ mit soviel Hingabe, Dramaturgie und Leidenschaft verbunden lässt alle Dämme brechen, „Prowler“, „Transilvania“, „Sanctuary“ und ein gewaltiges zunächst gemächlich ruhig beginnend sich ab Hälfte zwei gewaltig steigerndes „Phantom Of The Opera"“ (!)  Nick Holleman dringt gesanglich in irrsinnige-theatralisch Frequenztonbereiche, zugehörige Mimik/Gestik inklusive, Ricardo Gordon/Dennis Stratton liefern ein fettes Akustik-Gitarrenklangfeuerwerk, Pim Goverde und Joey Bruers geben im zweiten haut wuchtig auf die Felle seines Schlazeugs, Michiel von Boer serviert ein phantastisches Orgelsolo in völlig ungewohnter zugleich packender Version und der kernig rockige Alltime-Evergreen „Running Free“ bringen das gewamte Publikum im Kulturzentrum Schlachthof ausnahmslos zum Toben!



Garant dafür ist Sänger Nick Holleman. Irgendwoher kenne ich den - richtig, ehemals von TRANCE, dann verwundert mich das umso weniger. Unglaublich, was der gertenschlanke sich in diverse Bühnenposen werfend wie ein Derwisch ständig die Bühnenseiten wechselnde, das Publikum pushende Stimmbandakrobat für ein heftiges Organ besitzt, dessen Spektrum von sanfter Tonlage über gequälten Klargesang und kehlige Frequenzbereiche bis hin zu markanten Schreien allerhand zu bieten hat. Ein lockerer Gang von der Bühne zu den Fans, um zusammen einen Refrain zu intonieren, ist auch drin, zeitweise singt Holleman ga im Knien vor der Bandkollegschaft oder stellt gesellt sich zu Michiel van de Boer hinter die Orgel. Zwischendurch gibt auch Klangmagier Michiel van de Boer vor intensiv gebannt lauschend Blicke werfender Fankulisse Kostproben seines Könnens an der Orgel. Im weiteren Verlauf kommt noch ein in Kassel u. a. durch Auftritte im Fiasko aus vergangenen Zeiten keineswegs Unbekannter Gast zum Zuge... - mehr dazu später.

Was zunächst sphärisch begann, verwandelt zum durchweg packend mitreissenden Live-Spektakel einer Band, die akkustisch mächtig viel Dampf auf dem Kessel hat. Drei überwältigende Publikums-Reaktionen auslösende Klassiker aus dem 1982-83er The Number of The Beast/Peace of Mind-Fundus kommen lebhaft innovativ zelebriert als weiterer Bonus im regulären Live-Set dazu, weckt Erinnerungen, löst das feierliche Gefühl aus, diese Klassiker zu kennen und lieben. Hierfür wird speziell Ex-EDDIE'S REVENGE-Sänger Markus Brand auf die Bühne gerufen, der von einem extra nach Kassel angereisten Fanblock - darunter auch eine Schaar  nach Kassel angereister  IRON MAIDEN-Fans aus Holland - frenetisch bejubelt seine Sängerqualitäten bei „Wrathchild“, „Children Of The Damned“ und „The Trooper“ beweist, obendrein durch feine Ansagen glänzt, sich wie früher schon bei der in Bielefeld beheimateten IRON MAIDEN-Tribute-Band EDDIE'S REVENGE, - deren Gigs in Kassel unvergesslich bleiben - als Enterteiner vom Feinsten präsentiert. So macht Live-Mucke richtig Spaß, geht intensiv unter die Haut, löst regelrecht Ströme voller Emotionen unterschiedlichster Stimmungsbereiche aus. 

Von tosendem Beifall bedacht, feiern MAIDEN UNITED, wie Frontsänger Nick Holleman im Zugabeteil verkündet, ihren Tourabschluß der Maiden 1980er Reprise Tour in Kassel. Als Extra Sahnehäubchen gibt’s per Zugabeteil vier spannende so nie zu hörende Eigeninterpretationen von „Powerslave“, „The Number of the Beast“, „Can I play With Madness“ und „Wasted Years“, - die Stimmung kocht! Beim dynamischen Schlußpunkt „Wasted Years“ liefern sich Nick und Markus ein fesselndes Gesangsduett.

Gerade bei „Powerslave“ wird einem der lyrische Tiefengehalt einschließlich ohnehin vorhandenem Gänsehautfaktor noch viel näher gebracht, was den zeitlosen Wert dieses gigantischen Klassikers ausmacht. Hier spielen sich Band und textsicher mitsingende Fans in einen regelrechten Rausch. Zu „The Number of The Beast“ zieht sich Markus Brand um, und Dennis Stratton erscheint wieder auf der Bühne. Was dann folgt habe ich selbst bei zahlreichen Covern und Interpretationen dieses unverzichtbaren IRON MAIDEN-Megaklassikers noch nicht erlebt. Für den nächst folgenden Song erstmals Live-Premiere feiernden Klassikersong nach „Powerslave“ muss sich Markus der den Titel vorerst noch nicht nennt, ein Kostüm anziehen und verschwindet dazu kurze Zeit hinter der Bühne, um in schwarzem Hut, Mantel und Stiefeln gekleidet wie aus einem Wildwestfilm zurückzukehren. Bandgründer Joey Bruers kündigt das nächste Stück als ein besonderes an, dass es so von der Band bisher noch nicht gab es feiert Premiere. Im völlig aus dem Rahmen fallenden Country-Stil dargeboten, entwickelt „The Number of The Beast“ unglaublichen Reiz, doch beim Mitsingen der dreifachsechs, „Six“, „Six“, „Six“ in gedehnter Weise ist viel Konzentration geboten, um nicht aus dem Takt zu geraten. Anschließend toppt der Single-Hit „Can I Play With Madness“ in völlig schräger Form interpretiert fast noch sein stellenweise ziemlich poppiges Original und mit dem nocheinmal alle Restkraftreserven bei den Fans mobilisierenden Dauerbrenner „Wasted Years“ klingt ein hervorragendes Live-Spektakel zum ausgelassenen Feiern, Mitsingen/gröhlen, Tanzen und einfach mal fünfe Grade sein lassen im Kampferprobten Kulturzentrum Schlachthof aus. Ein wahres Fest für Kenner, Liebhaber, Gourmets und echte IRON MAIDEN-Fans die vom Branchenprimus grundsätzlich nie genug bekommen! Klassiker haben die IRON'S ohnehin genug. - Yes! 

Nach diesem unwerfenden Live-Auftritt des niederländischen IRON MAIDEN-Musiker-Fankreises mit Verstärkung von Ex-IRON MAIDEN-Gitarrist Dennis Stratton und Ex-EDDIES REVENGE-Sänger Markus Brand, besteht anschließend Gelegenheit, sich Vinyl-LP's, CD's, Merch, Tourplakate oder sein erworbenes Konzerteintrittsticket signieren zu lassen und für Fotos mit der Band. Geduldigt signieren alle Musiker einschließlich Dennis Stratton und Markus Brand die entgegengereichten Gegenstände, nehmen sich selbst ebenso Zeit für ein Erinnerungsfoto dieses wahrlich denkwürdigen Abends im Kulturzentrum Schlachthof. Hat das 98 Records/MastersOfCassel-Team  fein hinbekommen. Zum Schluß mein... 

Fazit: Ganz großes Kino auf atemberaubend eigentümliche Weise interpretiert, von einer herausragenden, jederzeit top harmonierenden sich als Team präsentierend ehrlich bis auf's Blut ihre Musik live On Stage auslebenden Band inlusive sympathischem Gastsänger Markus Brand. Was für ein superbes Ding, es hat unglaublich viel Spaß gemacht, wunderbar Geist und Seele befreit. Selbst beinharte IRON MAIDEN-Fans wurden von diesem berauschenden Gastspiel überwältigt, wobei es galt, über 50 Jahre IRON MAIDEN-Spirit gebührend abzufeiern. Das haben MAIDEN UNITED und ihre Fans mit viel Hingabe im kampferprobten Kulturzentrum Schlachthof in Kassel vom ersten bis letzten Takt getan!

Fotos und Bericht: Michael Toscher

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