OHRENFEINDT – Erlensee

12 Ohrenfeindt Flyer

Konzert vom 07.12.19
Support: CUMA

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OHRENFEINDT
CUMA
ERLENSEE ROCKT!

Das Erlensee Rockt! Christmas Special geht in diesem Jahr in die 2. Runde. Nach der Getränkepanne des Caterers auf dem diesjährigen Sommerfestival versprach der Veranstalter des Erlensee Rockt! bereits im Vorfeld der heutigen Veranstaltung die Ausgabe von Freibier bzw. Freigetränken als kleine Entschädigung. Passte ja auch irgendwie zum Synonym der Kiezrocker aus St. Pauli. Trotz vieler Weihnachtsmärkte rund um die Kleinstadt Erlensee fanden sich etwas mehr als 350 Besucher in der doch recht großen Veranstaltungshalle ein.

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Die Band CUMA darf man getrost als Lokalmatadoren bezeichnen, denn sie stammen nominell aus Erlensee und rücken zu ihren Konzerten mit einer gefestigten Fangemeinde an. Musikalisch haben sie sich ein Cover Programm aus Indie, Rock, Alternativ, Crossover und Nu-Metal draufgeschafft, welches nicht unbedingt zum heutigen Hauptakt passte, aber dennoch regen Anklang fand. Der Zwischenraum von Bühne zum Mischpult war über das 45-minütige Set stets gut gefüllt und die Stimmung war sichtbar gut. Da diese Art von Musik bekanntlich nicht meine Baustelle ist, ich das Quintett auch kürzlich erst live erlebt hatte, nutzte ich deren musikalische Begleitung zur Kontaktpflege und Begrüßung von Bekannten. Trotz alledem hatte ich natürlich stets ein Auge und Ohr auf die Bühne gerichtet und kann berichten, dass der 5er eine recht ansprechende Bühnenausleuchtung und vor allem einen guten Sound für sich verbuchen durfte.

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OHRENFEINDT haben mit neuem Plattenlabel Metalville im Rücken in diesem Jahr eine wahre Veröffentlichungsflut hingelegt. So wurden neben der aktuell veröffentlichten Best Of CD "Halbzeit - Lebenslänglich Rock 'n' Roll" im Frühjahr bereits die Alben "Rock’n Roll Sexgott", "Schmutzige Liebe" und "Mit Vollgas & Blaulicht" neu aufgelegt. All diese Alben standen aber nicht alleine im Vordergrund, sondern ebenfalls die letzte offizielle Platte „Tanzt Nackt“, die auch als Namensgeber des 2. Teils der aktuellen Club-Tour herhält. Eine vollgepackte Setlist versprach ein langes Set der Vollgasrocker aus St. Pauli, und so wurden nach einem recht kurzen Umbau sage und schreibe 125 Minuten routinemäßig zu Riffs, die man von AC/DC oder ROSE TATTOO her kennt, runtergezockt. Wie das bei einem Trio standesgemäß leider der Fall ist, passiert nicht viel auf der Bühne. Der Sänger spielt ein Instrument, in diesem Fall Chris Laut den Bass, und ist an seinen Platz gefesselt. Beim Gitarristen sah das ähnlich aus, denn er sang genauso wie sein Kollege am Schlagzeug bei den Chören mit, was alles schön mächtig klang, aber ebenso auf Kosten der Performance ging. Da stellte sich trotz der deutschen und oft coolen Textinhalte doch schnell eine Art von Ernüchterung ein, wenn man kein direkter Fan dieses Genres ist und arrangiert sich dann mit der Musik und dem Geschehen auf der Stage als gute Hintergrundmusik für (Bier)Gespräche mit dem Freund oder Platznachbarn. Recht schnell bekommst du dafür aber dann mit, wenn sich musiktechnisch etwas verändert, wie z. B. der Einsatz der Mundharmonika bei „So nicht“ oder den Slide-Gitarren Sound zu „Spiel mit dem Feuer“. Im nachhinein war ich froh, dass der saustarke Groove-Rocker „Auf die Fresse ist umsonst“ meine Aufmerksamkeit in Richtung Bühne richtete, denn sonst hätte ich ein echtes Highlight definitiv verpasst, denn nach dem sich anschließenden „Mach die Tür zu“ exte Sänger Chris doch glatt eine Flasche Wasser unter lautem Jubel des feierfreudigen Publikums ab. Das verdiente Respekt, auch wenn er gleich zugab, dass das Wasser ohne Kohlensäure war. Ohne große Zeit durch unsinnige Ansagen zu vertrödeln, tankte man sich durch das offizielle Set und die vier Stücke in der Zugabe, bei denen die Songs „Rock’n Roll Sexgott“ und „Ohrenfeindt“ dem mittlerweile doch deutlich dezimierten Publikum noch einmal alles abverlangten.

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Abschließend bleibt festzustellen, dass die Veranstaltung an sich recht entspannt und reibungslos ablief als auch gut organisiert war. Selbst ein Stand mit Hamburgern war am Start, um für gute Verköstigung zu sorgen. Selbst bei Spannungsspitzen wie beim Umbau musste man nicht lange in der überschaubaren Schlange anstehen, um ein oder mehrere Biere bzw. sonstige Getränke zu vernünftigen Preisen zu bekommen.
Das macht Hoffung für die Getränkeversorgung und das Catering beim anstehenden Erlensee Rockt! Open Air 2020.

Setlist OHRENFEINDT:
Komm schon und hols dir
Motor an
Porschekiller
So nicht
Zeit für Rock’n Roll
Der Scheck ist in der Post
Hallo, Frau Doktor
Gin mir mein Problem zurück
Auf die Fresse ist umsonst
Mach die Tür zu
Spiel mit dem Feuer
Starkstrom Baby
Bum Bum Ballett
Heul den Mond an
König und Rebell
Tanz nackt
Sie hat Ihr Herz an St. Pauli verloren
Energie
Strom
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Rock’n Roll Sexgott
Alles nur aus Plastik
Betriebsfest
Ohrenfeindt

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Stephan Ferenczy (Full Metal Foto)

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