CRASHDÏET – Frankfurt/M.

10 Crashdiet flyer

Konzert vom 06.10.19
Supports: THE CRUEL INTENTIONS, HIGHRIDE

Homepage:
CRASHDÏET
THE CRUEL INTENTIONS
HIGHRIDE

Na ja, so ganz war das heute nicht mein Konzertabend. Unwetterartiger Regen während der Anfahrt, außer von CRASHDÏET noch nie etwas von den Bands im Billing gehört (Videos mal außen vor gelassen), die Liste der weiteren Negativvorzeichen ließe sich wie Perlen auf eine Kette aufreihen. Verknoten möchte ich die letzte Perle dieser Kette in der Einleitung zum Konzertbericht mit dem CRASHDÏET-Tourshirt-Preis von sage und schreibe 30 Euronen, für das ich nur ein Kopfschütteln übrig hatte.

10 Highride

Den Anfang des sleazigen Abends im Nachtleben machten HIGHRIDE aus Stockholm. Das Quartett hat zwar schon einige Jährchen des gemeinsamen Musizierens auf dem Buckel, gelten aber bis auf einige an einer Hand abzählbare Auftritte auf deutschen Bühnen als ein unknown object. Schade eigentlich, denn ihr Sleaze Punk mit zwei Gitarren und zweistimmigem Chorgesang neben guten Leadvocals erweckten mein Interesse zumindest über die 30-minütige Präsenz hinweg. Das starre Rotlicht als Bühnenbeleuchtung deute ich mal als eine Art von im Eintrittspreis enthaltenen Wohlfühleffekt, denn als imaginäre Wärmelampen machten sich die drei Lichtkegel gefühlt ganz gut. Das war also der angepeilte Anheizerstatus. Zunehmend mehr der einlaufenden Gäste (wir reden hier insgesamt schon von ca. 100) orientierten sich vor die Bühne, und man registrierte neben ansteigendem Applaus sogar einige Ausdruckstanzeinlagen in den ersten beiden Reihen. HIGHRIDE avancierten zu einem gefälligen Opener, der es verstand, auch ohne großes Aufsehen mit seinen eingängigen Songs für Stimmung zu sorgen.

10 The Cruel Intentions

An den nachfolgenden THE CRUEL INTENTIONS schieden sich die Geister. Viele der auch hier zahlreich vor der Bühne mitgehenden Besucher (auch wieder so um die 100) freuten sich explizit auf diesen 4er aus Oslo, oder soll ich eher sagen auf ihren doch sehr speziellen Frontmann namens Lizzy DeVine (Ex-VAINS OF JENNA). Da sich an diesem Abend nahezu alle Musiker mit Ruß-Stiften in irgendeiner Form angemalt hatten, war es trotzdem nicht seine Bemalung, seine komplett verstimmte Gitarre beim ersten Stück oder das coole W.A.S.P.-Crimson Idol-Shirt, welche die Aufmerksamkeit des Betrachters auf ihn fokussierte - es war seine markante Stimme, die zwischen Micky Maus, einer Kreissäge mit stumpfen Zähnen und Axl Rose (GNR) hin und her pendelte. Zu seinem übertrieben coolen Gehabe und seinen genuschelten Ansagen passte der eigentlich eher dreckig reproduzierte Sleaze Metal der Norweger jedenfalls ganz gut. Hatte ich eigentlich schon die Farbe der starren Lichtkegel erwähnt, die während des 40-minütigen Auftritts vorherrschte? Nein? Na dann ratet mal…

10 Crashdiet

Und nun meine nächste Livepremiere: CRASHDÏET. Die Jungs aus Stockholm starteten mit deutlich besserem Sound und man staune: buntem Licht (und nein, das Rot war nicht kaputt, es funktionierte nach der Dauerbestrahlung tatsächlich auch hier noch). Der Funke ihres traditionellen und sehr auf Melodic getrimmten Mix aus Sleaze Metal / Glam Rock sprang natürlich sofort auf die doch sehr stark vertretene weibliche Fanschar über. Da störte es auch nicht wirklich, dass Frontmann Gabriel Keyes bei seinen immerwährenden Versuchen in die Höhen zu kommen, kläglich scheiterte (krass feststellbar bei „Riot In Everyone“). Das deutete schwer auf eine anfliegende Erkältung hin. Dann an dieser Stelle schon mal gute Besserung. Auch wenn man wie ich keines der dargebotenen Stücke wirklich kannte, dauerte es nicht lange, bis die gute Stimmung, die durch das Quartett und die gut 150 Konzertbesucher verbreitet wurden, einen ansteckte. So blieben bei mir neben dem erwähnten „Riot…“ noch der geniale Live-Stampfer „Cocaine Cowboys”, “Queen Obscene”, inkl. einem lautstarken Mädelschor, “Breaking The Chainz”, “Idiots” als Namensgeber der Tour und „ It’s A Miracle“ über die insgesamt 70 Minuten Showtime in nachhaltig positiver Erinnerung. Klar, dass auch Stücke vom aktuell neuen Album “Rust” hier Berücksichtigung fanden. Schließlich galt es, das Album mit der Tour ja zu promoten. Der Titeltrack wusste live zu überzeugen und könnte sich dauerhaft in der Konzertsetlist etablieren, “In The Maze” dagegen empfand ich als echten Stimmungstöter und somit verzichtbar.
Unterm Strich war das hier ein netter Ausflug in die Sleaze-Konzertwelt. Kann man mal machen.

Setlist CRASHDÏET:
Reptile
Tikket
Riot In Everyone
Down With The Dust
We Are The Legion
Cocaine Cowboys
Rust
Queen Obscene
In The Maze
Breaking The Chainz
Idiots
Chemical
Fallin Rain
It’s A Miracle
Generation Wild

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