SKID ROW – Aschaffenburg

06 skid row Flyer

Konzert vom 11.06.19
Supp.: BAD TOUCH

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SKID ROW
BAD TOUCH

Das Schöne an Veranstaltungen wie dieser hier ist, dass du völlig ohne Erwartungen hingehst, um dich einfach mal berieseln zu lassen. 1989 war es, als ich SKID ROW das erste (und ich glaube auch letzte) Mal live, als Opener für MÖTLEY CRÜE auf deren „Dr. Feelgood-Tour“, erlebte. Damals noch mit Sebastian Bach am Mikro, der in der Festhalle Frankfurt deren Promo-CDs (im Jewel Case!) Frisbee-like ins Publikum segeln ließ. Für einige eine recht schmerzhafte, aber zu verschmerzende Erinnerung…. Tja, und jetzt genau 30 Jahre und vier Sänger später gab es in kleinerem Rahmen ein „Wiedersehen“ und das noch auf einer von nur zwei deutschen Clubshows auf dieser Tour.

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Mit BAD TOUCH stand als Support eine Band aus Norfolk/England auf der Bühne, von der ich bislang noch nichts gehört hatte. Dem äußeren Erscheinungsbild und dem schlichten Bühnenaufbau nach erwartete den Besucher etwas in Richtung Retro. Der 5er, der in Aschaffenburg seine überhaupt erst zweite Deutschlandshow spielte, wusste von Beginn an zu gefallen. Ihr gelebter Hard Rock war an dem von Ende der 70er / Anfang der 80er angelehnt und lud sofort zum Mitswingen ein. Da brauchte es eigentlich auch kein Medley zwischendurch, in das ZZ TOP’s „Sharp Dressed Man“ eingebaut war, obwohl jenes sehr gut im bereits ordentlich gefüllten Colos-Saal ankam. Die eh schon gute Stimmung bei den Gästen stieg hier verdientermaßen natürlich nochmals an. Zu Recht, denn das Quintett agierte durch die Bank weg sehr agil, und mit ihrem Sänger haben sie eine aussagekräftige Erscheinung am Mikro stehen, der mit einer angenehm erdig, rotzigen Stimme ausgestattet ist. Unbedingt lobend erwähnt werden muss an dieser Stelle auch mal der hauseigene Soundtechniker, der dieser Show einen superben Klang und eine angenehme Lautstärke verpasste. BAD TOUCH avancierten zu einer insgesamt positiven Überraschung für die gut und gerne hier schon knapp 400 Besucher.

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SKID ROW beehren Europa in diesem Sommer auf diversen Festivals, u. a. auch zwei Club-Shows in Deutschland und nennen ihr mit einem Best-Of Set ausgestattetes Programm „United World Rebellion 2019“. Vom einstigen Line Up sind aktuell nur noch Scotti Hill (git.), Rachel Bolan (b.), Snake Sabo (git.) am Start, wobei letzterer mit Abwesenheit glänzte und durch Ryan Cook (GENE SIMMONS BAND) ersetzt wurde. Die Setlist versprach bis auf „Ghost“ (2003 "Thickskin"-Album) und „We Are Damned“ (2014 „Rise of the Damnation Army“) nur Songs vom selbstbetitelten Debüt (sieben Stücke) und dem zweiten Album „Slave To The Grind“ (sechs Songs). Musikalisch gab es da eigentlich über das ganze Konzert hinweg nicht wirklich was zu meckern. Die Altherrenriege zockte ihren punkig unterlegten Glamrock nach wie vor authentisch und leidenschaftlich. Schenkt man der Bandaussage Glauben, haben sie aktuell auch wieder richtig Spaß dabei, was sie denn auch heute zum Ausdruck brachten. Empfindungssache ist das Organ vom neuen Sänger ZP Theart (Ex-DRAGONFORCE, Ex-TANK). Die Titel, bei denen ich ihn richtig gut fand, beschränkten sich auf einige wenige während des Hauptsets („Sweet Little Sister“, „Big Guns“ und „Makin’ A Mess“). Für mich große Schwächen offenbarte er bei den emotionaleren Songs wie den Hits „18 And Life“, „I Remember You“ und in der Zugabe mit „In A Darkened Room“. Hier quälte er sich fast schon und ließ das Feeling dieser Smash Hits vermissen. Das Erbe eines Sebastian Bach zu kompensieren ist aber auch nicht leicht, gebe ich ja zu. Dass bei ersterem Stück gleich zu Beginn auch noch eine Gitarre abrauchte, passte da irgendwie ins Bild. Bolan (er sang übrigens das RAMONES Cover „Psycho Therapy“) und Theart stimmten während der Gitarrenreparatur (da gab’s echt keine Ersatzgitarre, eigentlich unvorstellbar für so eine Band) kurzerhand „Riot Act“ an, dass überhaupt nicht auf der Setlist stand. Da merkte man eben, wer jahrelange Bühnenerfahrung hat und eine solche Situation zu retten versteht. Und so schlängelte sich das Hauptset über exakt 60 Minuten mit einigen Ups (“Sweet Little Sister”, “Livin' On A Chain Gang” und “Ghost” and Downs (bereits beschrieben) durch die Fanherzen. Da kam die 3-Song-Zugabe gerade recht, um für ein würdiges Ende zu sorgen, bei dem auch Theart noch einmal Boden gut machen konnte.

Setlist SKID ROW:
Intro: Blitzkrieg Bop
Slave To The Grind
Sweet Little Sister
Get The Fuck Out
Big Guns
Riot Act
18 And Life
Piece Of Me
Livin' On A Chain Gang
Ghost
Psycho Therapy
I Remember You
Monkey Business
Makin' a Mess
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We Are the Damned
In a Darkened Room
Youth Gone Wild
Outtro: Take Me Home, Country Roads

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Daniel Benner (Eventreports Lahn-Sieg-Main) und Denis Hedzet (WAY UP Magazin)

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