WALLOP – Offenbach/M.

04 Wallop Flyer 1

Konzert vom 06.04.19
Supports: SCENE X DREAM, TOJA

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WALLOP
SCENE X DREAM
TOJA

Was tut man nicht alles für die lokale Szene. Selbst ich fuhr über den Main in die verbotene Stadt, um der Reunion einer Band beizuwohnen, die ich nur dem Namen nach kannte und deren einzige LP ich auch nur ein einziges Mal gehört habe.

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Doch bevor es zur Reunion-Show kam, waren erstmal die Stadtnachbarn aus Mühlheim am Main in Persona von TOJA als Anheizer dran. Viel Mühe mussten sich die sechs Herren um Bandleader Thomas Rinn eigentlich gar nicht geben, um Stimmung in die Halle zu bringen, denn sie hatten den Vorteil einer kleinen mitgebrachten Fanschar und eben den Umstand, sehr eingängigen Melodic Rock am Start zu haben. Gut 50 Minuten kurzweilige Unterhaltung mit Hauptaugenmerk auf dem schlichtweg mit „V“ betitelten aktuellen 5. Longplayer war Programm. Selbst der anwesende ehemalige Gitarrist Bernd „Berny“ Pezalla ließ sich anstecken und gab zum Song „Take Me Home“ aus seiner Ära einen kurzen Choreinsatz zum Besten. Als mit VAN HALEN’s „Eruption“ eine zweite Covernummer angestimmt wurde, wollte ich mir schon die Frage stellen, warum das Ganze; man hat doch genug eigene Songs. Aber dann überzeugte nicht nur mich eben dieses sehr gut gespielte legendäre Eddy Van Halen-Gitarrensolo des noch recht jung wirkenden Till Win. Cool – Respekt!

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Dass SCENE X DREAM hier mit am Start waren, erklärte sich von selbst. Stefan Fleischer, seines Zeichens Bassist bei eben SXD und dem noch kommenden Headliner war so ganz nebenbei auch noch Mitorganisator des heutigen Abends. Gefühlt mindestens einmal im Jahr steht das Quartett auch hier bei Veranstaltungen der Hard’n Heavy Freunde Offenbach auf der Bühne. Für mich ist ihr progressiv ausgelegter Metal tagesformabhängig in Sachen „Geht oder Geht nicht an mich“. Auch wenn ein stimmlich glänzend aufgelegter Andi Sommer (Ex-EVERFEST) trällerte wie ein junger Gott und Nico Mola an der Gitarre zu glänzen wusste, heute lief die SXD-Konzertstunde irgendwie an mir vorbei. Da kamen die Gastspieleinsätze für zwei Songs von deren Ex-Klampfer Andreas Lorz (WALLOP) und deren Ex-Drummer Chris Lange wie gerufen, um meine Aufmerksamkeit kurzzeitig wieder anzuregen.

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WALLOP – Finger hoch, wer sie (noch) kennt. Ok, außerhalb der Region um OF, FFM, HU nicht wirklich viele, und doch waren sie hier in der Region Anfang/Mitte der 80er recht bekannt. Nach einer LP (“Metallic Alps” 1985 über Bonebreaker/Bellaphone erschienen) und zwei Demos (1984 u. 1986) lösten sie sich wieder auf. Ihr Schlagzeuger, wie ich mir habe erklären lassen, war danach Mitgründer der Band GRINDER, die wiederum bei ihren lokalen Auftritten eine damals noch unbekannte Kombo namens BLIND GUARDIAN als Opener am Start hatten. Genau dieser Drummer machte dann über die Jahre Karriere bei GRAVE DIGGER, bis er im Sommer letzten Jahres dort „gegangen“ wurde. Tja, und heute schließt sich der Kreis. Stefan Arnold, so heißt der Gute, rührt heuer wieder bei WALLOP die Kessel. Und die feierten heute nach 33 (!) Jahren vor gut 250 Neugierigen eine Live-Reunion. Sie präsentierten sich reifer und professioneller (keine Frage), aber nach wie vor mit dem Spirit des deutschen Heavy Metals der 80er. Das Songmaterial des Sets stammte ausschließlich von der LP und den veröffentlichten Demos. „Fun For The Nun“ sowie „Wall Of Sound“ waren bislang unveröffentlicht, aber die bekommt man jetzt für 5 € auf der 4-Track Promo-CD „Alps On Fire“ über die Band. Vergleicht man das auf Silikon gebrannte neu eingespielte Material sowie den Live Auftritt mit den Songs von damals, merkt man gleich, dass jetzt etwas schneller gespielt wird und auch der Doublebass Einzug gehalten hat. Echt positiv hat mich der Gesang überrascht. Mikk Wega ist auf Tonträger bzw. war live dermaßen gut bei Stimme, dass es richtig Freude machte, da zuzuhören. Gerade am Anfang des Konzertes erinnerte er mich stellenweise an Biff Byford (SAXON) in jungen Jahren. Im Kreise der Kollegen waren wir uns schnell einig: WALLOP in dieser Form gehören definitiv auf Festivals wie das Keep It True oder das Headbangers Open Air. Das wirkte alles so locker gespielt, kam authentisch rüber – echt und wirklich eben. Für mich erweckte es den Anschein, dass die durchaus euphorischen Publikumsreaktionen die Musiker sogar mehr und mehr pushte. So war es auch nicht verwunderlich, dass nach 55 Minuten aus nahezu jeder Kehle eine Zugabe gefordert wurde. Warten wir mal ab und schauen mal, wie sich das mit WALLOP weiterentwickelt. Ich für meinen Teil halte es wie bei meinem Metzger – bei guten Sachen darf’s immer ein bisschen mehr sein!

Setlist WALLOP:
Running Wild
Reveal The Lies
Missing In Action
Idols Die Too
Stealthy World
Lack Of Power
Monsters
Metallize
Metallic Alps
69
Fun For The Nun
Wall Of Sound

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Deniz Hedzet (Way Up Magazin)

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