LEATHERWOLF – Mörlenbach-Weiher

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Konzert vom 18.05.18
Mörlenbach-Weiher, Live Music Hall

Support: SPITEFUEL, LICENCE

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Es gibt Momente im Leben eines Redakteurs, wo du nicht nachdenken, sondern sofort handeln musst. So geschehen im Fall LEATHERWOLF mit dem Promotor-Angebot, die einzige Clubshow für 2018 in Deutschland mit deinem Magazin zu präsentieren. Wenn du dann für dich auch noch deinen Kurzurlaub so einrichtest, dass du zum Konzertbeginn gute 600 km abgerissen hast und noch pünktlich und entspannt zur ersten Vorband eintriffst, darf sich dein Traum, eine weitere Band zu sehen, die dich durch die seligen 80er begleitet hat, in Ruhe entfalten.

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Bevor es jedoch dazu kommen sollte, präsentierten sich erstmal die Ludwigsburger LICENCE den zu Konzertbeginn schon ca. 70 Interessierten. Das Quartett passte durch seinen gelebten 80er Touch in ihren Stücken hervorragend ins Billing. Ihr Mix aus Sleaze und traditionellem Heavy Metal sorgte schon mal für eine angenehme Grundstimmung im Club. Mir selbst war die Band nur vom Namen her geläufig, und so war ich dann doch etwas erstaunt, als mir gesteckt wurde, dass dort oben auf der Bühne zwei Generationen zusammen stehen. Frontfrau Jacky und der Bandgitarrist Steam Thiess sind nämlich Tochter und Vater. Auch wenn man das anfänglich hohe songwriterische Niveau nicht über die gesamte 50-minütige Spielzeit halten konnte, zwischenzeitlich der Frontdame ein wenig die Puste auszugehen schien (ok, es war aber auch hochsommerlich warm an diesem Tag), bekam man zu Ende hin mit der eigenen Wacken Hymne „Metal Train“ den zweiten Wind und entlockte dem Publikum lautstarke Zugaberufe, die dazu führten, dass man als Opener eine 1-Song-Zugabe spielen durfte.

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Was soll man über die aktuellen Gipfelstürmer SPITEFUEL eigentlich noch schreiben? Derzeit sind sie in aller Munde und das nicht nur wegen der aktuellen Veröffentlichung ihres 2. Albums „Dreamworld Collapse“. Auch live findet man sie Land auf Land ab in Clubs und auf diversen Festivals. Das nennt man gute Aufbauarbeit und einen Lauf haben. Selbst im Odenwald setzte der Hype um das Quintett seinen Lauf fort. Nicht wenige eigens angereiste Fans verdichteten den Platz vor der Bühne während dem ebenfalls 50-minütigen Stelldichein, verbreiteten wie die Musiker selbst auch mächtig Stimmung und ließen dem Wirt somit genug Zeit, um die zuvor entstandenen Lücken in den Kühlschränken wieder zu befüllen. Auch wenn ich die Heilbronner Buben jetzt schon ein paar Mal gesehen habe, neige ich zur Feststellung, dass sich Sänger Stefan Zörner nicht nur durch dunkel gefärbte Haare optisch ge-, sondern stimmlich auch in Richtung SKID ROW’s Sebastian Bach verändert hat. Kam gut und wertete die Musik der Kombo auf.

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Meine Gedanken, die mir während des Umbaus zum Hauptact durch den Kopf gingen, waren u. a. die Fragen nach der Setlist und dem Zustand der letzten beiden noch verbliebenen Originalmusiker (Sänger Michael Olivieri und Drummer Dean Roberts) von LEATHERWOLF. Auch wenn man zwischenzeitlich versucht hatte, mit Lüften etwas frische Luft in den Laden zu bekommen, war nach den viel umjubelten ersten Takten der Kalifornier jeglicher Hauch von Frischluft eingesogen und auf einmal weg. Die Triple Axe Attack rockte von Beginn an alles in Grund und Boden. Die gut 120 Besucher verwandelten die Hall regelrecht in ein Tollhaus. Die Setlist war nicht nur zum Niederknien, sondern sogar mehr oder weniger in Albumblöcke aufgeteilt und begann mit Stücken vom ersten Longplayer „Endangered Species“ aus 1985. Jetzt stell dir vor, der Sänger hört sich fast noch so authentisch an wie früher, die Mucke klingt auch noch so wie damals auf der Platte, du schaust auf die Bühne und siehst als Gitarristen zwei junge Hüpfer, die zum Erscheinungsdatum des Debütalbums von ihren Eltern noch nicht mal in Planung waren – und alles klingt trotzdem irgendwie so original, so tight – schlichtweg ein Hammer! Ab „Street Ready“ bis „Cry Out“, die man am Stück kredenzte, übernahm das Publikum mehr oder weniger den Chorgesang in den Refrains. Das Konzert wurde zu einem Selbstläufer, der nur durch kurze Ansagen und Kommentare vom Sänger unterbrochen wurde, und selbst hier bejubelten die Fans nahezu jedes Wort von Olivieri. Das nennt man dann wohl einen Triumphzug, bei dem man ganz nebenbei verdeutlicht, wie drei Gitarren zusammen klingen können. „Rule The Night“ und „Hideaway“ wurden so sogar zu kleinen Highlights, und auch hier ging das Publikum steil. Zur Dampframme „Thunder“ forderte Olivieri seine Fans auf, sich bei den Chören noch einmal mit seinen “New Kids On The Block” bei den Refrains zu messen und meinte damit sein beiden Gitarristen. Dass auch diese Aktion das Stimmungsbarometer nochmals weiter anstiegen ließ, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Ein oder vielleicht sogar den musikalischen Orgasmus dürften viele in der Bandhymne “The Calling” erlebt haben. Ich für meinen Teil bekam selbst in dieser subtropischen Sauna des Clubs hier noch Gänsehaut. Nie und nimmer hätte ich vor Konzertbeginn auf 95 extensive Minuten Musikerlebnis getippt. Wie gut, dass die Band nahezu direkt nach Setende zum Publikum kam und wirklich jeder, der es wollte, ein Ohr geliehen, ein Foto, ein Autogramm oder was auch immer geschenkt bekam. Ich glaube, die Band war genauso geflasht von dieser Show wie das Publikum.

Setlist LEATHERWOLF:
Spiter
Endangered Species
Season Of The Witch
Street Ready
Rise Or Fall
Cry Out
Rule The Night
Princess Of Love
Gypsies & Thieves
Hideaway
Spirits In The Wind
Black Knight
Thunder
The Way I Feel
Too Much
Leatherwolf
Wicked Ways / The Calling
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Kill And Kill Again

Foto 2 & 3 mit freundlicher Genehmigung von Marco Magin (Breakout Magazin)

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