7. FULL METAL OSTHESSEN - Niederjossa

03 FMO Flyer 2018

Festival vom 2. - 4.3.2018
Niederjossa, DGH

Bands: RA, EXISTANCE, DIVINER, STAIRWAY, CROWN OF GLORY, VISIGOTH, SHADOWKEEP

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FULL METAL OSTHESSEN

Das erste März-Wochenende gehört zu den Terminen, die man sich als Metaller rot im Kalender anstreichen sollte, wenn das FULL METAL OSTHESSEN seine Pforten öffnet. Das liebenswürdige Kleinfestival in Deutschlands goldener Mitte hat sich seit Bestehens durch beständige Weiterentwicklung zum nicht mehr wegzudenkenden weil Brücken bauenden Event für die hießige Metallerschaft der Nord/Osthessischen Region sowie weit über deren Grenzen gemausert. Ungeachtet einiger Komplikationen durch Wetterbedingtes Chaos, frostklirrendeWinterkälte sowie daraus resultierend um sich greifender Grippe-Influenz, - schwierige Bedingungen mit denen das jederzeit hilfsbereite F.M.O.-Festival-Team zu kämpfen hatte, wurde das 7. FULL METAL OSTHESSEN dennoch wieder zu einem vollen Erfolg. Hinzu kamen Absagen von CHAOS PATH (Freitag) und STAIRWAY (Samstag), wodurch sich das Programm beider Tage bedauerlicher maßen etwas reduzierte. Trotz verstärkter Kälte bot das Schneebedeckte Naturlandschaftspanorama einen herrlichen Anblick.

03 RA

Auch ich komme fast noch rechtzeitig zur 7. Auflage des F.M.O. nach Niederjossa, was mich ungemein freut, weil es aufgrund terminlicher Überschneidung zunächst danach aussah, das ich sehr spät anreisen müsste, wodurch etwa gut 75 % des Programms Flöten gegangen wären, was mir aufgrund günstiger Umstände zum Glück erspart blieb. RA wurden knapp verpasst, - unter Berücksichtigung der Tatsache, das ich überraschend noch in den Genuss des fast vollständigen FMO-Samstags komme, schmerzt der Verlust nicht ganz so sehr, obwohl ich die zwischen Hardrock und Melodic Metal pendelnden Kölner gern mitbekommen hätte. Durch den Stairway-Ausfall bedingt haben sich die Spielzeiten ein wenig nach hinten verschoben. Der Einstieg in den F.M.O. Samstag folgt mit:

03 Existance

EXISTANCE
Die jungen Franzosen EXISTANCE sind bestes Beispiel dafür, das bei unseren auf metallischem Sektor sträflich unterschätzten europäischen Nachbarn Frankreich eine vielschichtige Schwermetall-Szene talentierter Eigengewächse existiert die es lohnt, entdeckt zu werden. Wem die EXISTANCE-Alben 'Steel Alive' und 'Breakin' The Rock' bekannt sind, weiß, was ihn erwartet. Die Mannschaft von Vocalist/Gitarrist Julien Izard legt ein heftiges Brett hin, das es einen sofort bei den Hörnern packt. EXISTANCE begeistern mit immens geballter Dynamik. Ein Bekannter bestätigt es: „Das ist 80er Heavy Metal, wie er sein muss!“ Geradlinig, spritzig, dazu feine Melodieführung, - satte Grooves verbinden sich mit wuchtiger Härte. Die Publikumsreaktionen zeigen, das EXISTANCE vieles richtig machen, obgleich der von Szene-Schlachtschiffen wie IRON MAIDEN/JUDAS PRIEST geprägte Spirit geschmeidig mit explosivem ENFORCER /SKULLFIST-Energieschub verknüpft wird, wobei das fleißig energiegeladene Stageacting der Franzosen gewaltig Eindruck hinterlässt, bis der letzte Akkord verklingt. - Chapeau!

STAIRWAY
eigentlich hätten an dieser Stelle über das englische Heavy Metal-Quartett STAIRWAY einige Zeilen stehen müssen, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. STAIRWAY sitzen bedauerlicherweise in England fest und können nicht anreisen, was die Band selbst betrauert, wie mir aus gut unterrichteter Quelle mitgeteilt wurde. Schade. Auf die schon beim 5. FMO aufgetretenen Engländer hätten sich einige sehr gefreut.  „Aufgrund des aktuellen Wintereinbruchs wird Stairway die heutige Show nicht wahrnehmen können, da sämtliche Flughäfen in England gesperrt sind.“ So lautet das offiziell von der Band abgegebene Statement, womit die Absage durchaus verständlich ist. Schade, doch leider nicht zu ändern.

03 Diviner

DIVINER
wurden die griechischen Epic-Metaller DIVINER im Vorfeld als echter Geheimtipp auf dem klassischen Heavy Metal-Sektor gehandelt, bestätigen sie diesen Status binnen weniger Minuten. Manchmal hakt der Sound für einen ganz kurzen Moment bei Gitarrist Georges' Rhythmusgitarre, doch an der Klasse von DIVINER ändert es nichts. Stimmungstechnisch ist bei den Griechen DIVINER, deren seit 2015 erhältliches 'Fallen Empires' Debüt schon gehörig viel Staub im schwermetallischen Unterground aufwirbelte,bei Nummern vom Kaliber „The Rider From The East“, „Set me free“, „The Shadow & The Dark“ alles im grünen Bereich. Frontmann Yannis richtet seinen Dank an das nun sogar noch um einiges stärker als bei den kräftig einheizenden Franzosen Existence aus sich herausgehende Publikum, das er mit seiner Band beim F.M.O. auftreten darf. Für soviel Ehrlichkeit spendiert das F.M.O.- Publikum gern Applaus. Je mehr die Griechen zu ihrem Rhythmus finden desto besser werden sie. Gitarrist Georges tritt immer öfters zum Bühnenrand um seine kernigen Leadsoli-Künste an der Sechssaitigen zum Besten zu geben. Am Ende hätte es gerne ruhig noch eine Zugabe sein dürfen, ansonsten werden DIVINER ihrem vorauseilenden Ruf als viel versprechender Liveact gerecht. Yes! So geht klassischer Heavy Metal, der episch, tempodynamisch, kraftvoll melodisch rasant mit kräftiger Portion Ruppigkeit sein Publikum in Bewegung bringt.
DIVINER haben ihre Feuerprobe in Niederjossa mit Bravour bestanden!

Am Rande erwähnt...
ist es immer schön auf dem FULL METAL OSTHESSEN viele bekannte Gesichter zu treffen, die man nicht mehr missen möchte und neben viel guter Musik in lockerer Atmosphäre angeregte Konversation zu führen. Das einladende Ambiente verpflichtet geradewegs dazu. Gastronomie und Sitzbänke in einem speziell dafür eingerichteten Raum unterzubringen, womit Festivalbesucher Gelegenheit haben eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen, ist bei extrem kalten Wintertemperaturen eine willkommene, von den Gästen nur allzu gern angenommene Neuerung. Der Gedanke, die Merchstände in ein extra dafür aufgestelltes Zelt zu verlegen entpuppt sich ebenfalls als durchaus willkommene Neuerung, wie auch der im Eingangsbereich aufgestellte Garderobenständer. Das bunt gemischte Publikums im DGH-Niederjossa gehört ebenfalls zu den Gründen, die das F.M.O. so liebenswert machen, vom klassischen Rock, Biker, Alternative -Hippie und Gothic bis zum überzeugten Kuttenträger ist ein breites Rock und Heavy Metal-Fanspektrum diverser Altersgenerationen vertreten.

03 Crown Of Glory

CROWN OF GLORY
machen ihre Sache mehr als ordentlich und wissen ihr auf Melodic-Metal schwörendes Fanklientel durchweg zu begeistern. Beim Auftritt der Schweizer ist man geneigt an Acts wie STRATOVARIUS, EDGUY, PINC CREAM 69, BONFIRE, ROYAL HUNT, PRETTY MAIDS  und SONATA ARCTICA zu denken. Ein anderer Teil der Gäste führt derweil angeregte Konversation in lockerer Atmosphäre oder gönnt sich in aller Ruhe eine dringend erforderlichie Portion warmes Essen.

Die Spannung steigt
Rechtzeitig bevor VISIGOTH die Bühne entern, steht auch der gespannt wie ein Flitzebogen wartende Rezensent im Publikum. Binnen Kürze erhöht sich die Anzahl der F.M.O.-Besucher  enorm, jetzt wird es richtig voll im DGH. VISIGOTH verzeichnen den mit Abstand größten Publikumszuspruch aller beim F.M.O.- Samstag aufgetretenen Bands. Wie angesagt die Amis zur Zeit sind zeigt sich auch daran, dass sich die Anzahl der zwischen den Fanreihen ihren Platz suchenden Fotografen ebenfalls binnen kurzer Zeit beträchtlich erhöht. Die Deutschland-Tour der Amis hat sich zu einer Riesen Erfolgswelle entwickelt, die gnadenlos mitreisst wohin sie den US-Fünfer auch immer trägt. Fein, das Niederjossa ebenfalls auf dem Tourplan steht. 

03 Visigoth

VISIGOTH
Auf die Ostgoten folgen kaum zwei Jahre später die Westgoten. Nachdem OSTROGOTH das 5. FULL METAL OSTHESSEN beehrten, fallen nun VISIGOTH bei klirrender Winterkälte in Niederjossa ein, um das Dorf  mit erhobenen Schwertern im Sturm zu erobern. VISIGOTH-Frontmann Jake Rogers in Nietenbewährter Lederkluft liefert seiner angeschlagenen Gesundheit trotzend eine gesangliche Topleistung auf Weltklasseniveau, inklusive ausdrucksstarker Gestik. Die Gitarrenfraktion erzeugt bei großen Epik-Hämmern im Hymnenformat „Dungeon Master“, „Steel and Silver“, „Warrior Queen“ und „Outlive Them All“ gewaltig Druck. Erstaunlich mit welch traumwandlerischer Sicherheit die Herren Brotherton, Palmer, Campana Serienweise Riffkaskaden verbunden mit erlesen gefühlvollen Leadsoli rausfeuern. Schlagzeuger Mikey Treseder drischt mit sicherer Hand kraftvoll auf Becken und Felle. Überall wohin das Auge blickt konzentrierte Gesichter, die intensiv in das Geschehen auf der Bühne vertieft jede Note inbrünstig mitsingen oder headbangend ihre Mähne zum Takt rotieren lassen, was die Haarpracht hergibt. VISIGOTH sind wie in Würzburg eine geballte Live-Macht. Da werden mehr als einmal Erinnerungen an Stahlschmieden der Prägung ATLANTEAN KODEX, BATTLEROAR, CIRITH UNGOL,GRAND MAGUS, MANOWAR (ohne Gesang) und SOLSTICE wach. Mehr Kultfaktor und Trueness geht nicht. Das erste Mal am F.M.O.-Samstag wo das Publikum komplett durchdreht, herrscht Ausnahmestimmung in der Bude – So soll es sein! VISIGOTH hinterlassen reichlich verbrannte Erde. So viele treu in die Luft erhobene Fäuste und Hörnergabeln wie bei dem Amis während ihrer mitreißenden Vorstellung hochgehen verbucht keine andere Band auf dem F.M.O. - zumindest soweit es den Samstag betrifft. „Traitor's Gate“ sorgt mit fesselndem Pathos für wellenförmig ausbreitend sich im Publikum verteilende Spannung „Hammerforged“, „Mammoth Rider“ und „Warrior Queen“ stehen dem ebenso wenig nach. „Blood Sacrifice“ und „The Revenant King“ beenden eine phantastische Zeitreise in die Welt klassischer Helden-Krieger-Fantasy-Thematik wie sie beeindruckend majestätischer nicht umgesetzt werden konnte. - Welch ein Triumphzug!

Mit dieser Hymnensammlung eroberten die Westgoten das FULL METAL OSTHESSEN im Sturm:
1. Dungeon Master
2. Steel and Silver
3. Outlive them All
4. Mammoth Rider
5. Hammerforged
6. Traitors Gate
7. Warrior Queen
8. Blood Sacrifice
9. The Revenant King

Nebenbei bemerkt:
Unser FFM-ROCK-Team - Astrid, Mike und Michael ist sich voll des Lobes über VISIGOTH, wir sind uns einig – der Auftritt war derart phantastisch, das man diese geniale Epic/True Metalband nicht oft genug live auf deutschen Bühnen sehen kann! Ein anschließend spontan aus der Situation sich ergebendes Foto mit VISIGOTH-Fronter Jake und unserem in Hochstimmung befindlichen Team ist Lohn genug für einen cremigen Abend auf dem F.M.O. in Niederjossa voller Glücksgefühle, die mit VISIGOTH ihre Krönung fanden. Nach erneut bärenstarker Performance ist mein seit dem Metal Assault angestrebtes VISIGOTH-Shirt fällig.

03 Shadow Keep

SHADOWKEEP
Mit HELSTAR-Frontröhre James Rivera die Bühne zu teilen, kann durchaus reizvoll sein, doch an Visigoth kommen auch die englischen Powerprogster bei allem Hang für technische Finessen, kopflastigen Gesang, verspiele Eleganz und treibende Vorwärtsdynamik nicht heran. James Rivera's Ansage, mit ihm beginne eine neue Ära weil er nun in der Band ist, weckt erhebliche Zweifel, zumal bekannt ist das er häufig die Lager wechselt. Insofern könnte sich die Zusammenarbeit nur auf's neue Album beschränken, ob Rivera danach immer noch bei SHADOWKEEP singt, bleibt fraglich. Der charismatisch vielseitige Vocalakrobat nimmt ebenso wenig überhaupt kein Blatt vor den Mund als er den anwesenden Besuchern bestens aufgelegt einen Auftritt verspricht, in dessen Zuge reiner Heavy Metal das Geschehen beherrscht. Dieses Versprechen wird auch eingelöst. Mit seiner Präsenz bekommen SHADOWKEEP eine vollkommen andere Live-Note als bisher gekannt. Ehrlicherweise muss ich gestehen, überhaupt kein Album der Band zu besitzen. 2013 durfte ich das englische Progressive Powermetal-Geschwader auf dem SWORDBROTHERS-Festival bewundern, wo es technisch sehr beeindruckt hat. Das tun SHADOWKEEP in Niederjossa ebenfalls. Es ist bewundernswert welche schwindelerregend progressiven Wechsel die hochgradig konzentriert zu Werke gehende Band beherrscht, davor ziehe ich respektvoll meinen Hut. In den ersten Reihen herrscht gute Stimmung, dahinter wird es recht schnell ruhiger, zumal sich die Reihen im Verlaufe des Auftritts mit zunehmender Spielzeit deutlich ausdünnen, weil die einen früher heimwollen,  anderen ist das komplexe Material auf Dauer zu verschachtelt während das treue SHADOWKEEP-Die-Hardfanklientel tapfer ausharrt, um die Darbietung der Band bis zum Schluß verfolgend noch gut im Gedächtnis zu behalten. Den Visigoth-Auftritt können SHADOWKEEP zwar nicht mehr toppen, doch sie machen ihren Job so gut, das es ihnen gelingt, das Restpublikum bei Laune zu halten. Dafür sind SHADOWKEEP auch viel zu versiert als das von einer Band solcher Größenordnung etwas anderes zu erwarten gewesen wäre.

Festival-Nachwort:
Die von gewohnt locker angenehm entspannt Atmosphäre gekennzeichnete 7. Ausgabe des F.M.O. einschließlich abenteuerlichem Winterwetter entwickelte sich zu einem vollen Erfolg für Fans, Veranstalter und aufgetretene Bands. Diesmal war der Thrash-Freitag besser besucht als der klassisch ausgerichtete Heavy Metal-Samstag, was schon ein wenig überrascht. Rückblickend auf den F.M.O.-Samstag gilt festzuhalten: Viel positive Stimmung bereits nach dem Auftritt von RA. Gute Gigs lieferten EXISTANCE und DIVINER. CROWN OF GLORY haben gelungenermaßen überbrückt, der spät erfolgte STAIRWAY-Ausfall  konnte nicht mehr rechtzeitig kompensiert werden. - Höhere Gewalt, woran die Veranstalter keine Schuld haben. SHADOWKEEP mit James Rivera lieferten zu späterer Stunde einen technisch überzeugenden Gig. VISIGOTH waren die herausragende Band des F.M.O.-Samstags, haben wie in Würzburg wo sie auf einer weitaus größeren Bühne spielten, erneut riesig abgeräumt und zahlreichen Heavy Metalfans im DGH Niederjossa ein riesiges Meer von Glücksgefühlen beschert. - Ganz großes Kino!

Ein dickes D A N K E sendet das Team von FFM-ROCK an die gesamte jederzeit entgegenkommend sympathische FULL METAL OSTHESSEN-Crew für ein trotz erschwerter Bedingungen wiederum gelungenes Kleinfestival, das erneut seinen Besuch wert war! An dieser Stelle @Mike und Astrid: Fein, euch mal wieder getroffen zu haben. Die Getränkepreise blieben erschwinglich, die vielfältige Auswahl war inklusive Pfand – top! Dieses System sollte künftig bei behalten werden. Zuletzt gebührt mein Lob allen Bands, dem freundlichen Thekenteam, der Techniker-Crew für hervorragende Licht & Sound-Bedingungen sowie einer hießigen Heavy Metal-Fangemeinde ohne deren Unterstützung das Festival überhaupt nicht möglich wäre. Das F.M.O. 2018 hat wieder amtlich gerockt! Nun heißt es abwarten, welche Bands das FULL METAL OSTHESSEN-Billing im nächsten Jahr bereichern. Für Spannung ist allemal gesorgt.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Karoline Hanna (Szeymour Photoprphy)

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