VENUES

09 Venues Inti

Mailer vom 30.09.21
Interviewpartner: Lela Gruber (voc., Bildmitte)

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VENUES

FFM-Rock:
Moin Lela, meinen Glückwunsch zum neuen Album „Solace”. Ich kann mir gut vorstellen, dass euch viele als Band vermutlich noch gar nicht auf dem Schirm haben. Was kannst du uns zur Bio von VENUES alles erzählen?

Lela:
Hi! Vielen Dank! VENUES haben sich 2015 unter dem Namen „BREAK DOWN A VENUE“ in Stuttgart gegründet. Im April 2017 stand dann die erste große Europa-Tour mit TO THE RATS AND WOLVES an. Kurz vor der Tour wurde beschlossen, den Namen in VENUES zu ändern. Damals natürlich noch in einer anderen Besetzung. Das Debütalbum „Aspire“ wurde im Juli 2018 veröffentlicht. Im Januar 2019 kam es zum Ausstieg der ursprünglichen Sängerin (Anm. Red.: Chrisi „Nyves“ Krithinidou) und kurz darauf durfte ich der Band beitreten. Ich hatte dann direkt die Chance die Jungs besser kennenzulernen, als wir erst mit ATREYU und kurz darauf mit THE AMITY AFFLICTION auf Tour gingen. Im Sommer 2019 kam dann auch unser lieber Valentin (Anm. Red.: Hahnemann, git.) zur Band. Direkt im Anschluss machten wir uns ans Songwriting und gingen ins Studio um „Uncaged Birds“ aufzunehmen und um zu sehen, wie wir im Studio miteinander arbeiten und ob wir harmonieren. Was ich glücklicherweise mit Ja beantworten kann. Also stand einem kompletten Album nichts mehr im Weg und wir fingen an, an „Solace“ zu arbeiten, was ja dann im August dieses Jahrs erschienen ist.

FFM-Rock:
Du bist in der noch recht überschaubaren Bandhistorie bereits die zweite Sängerin und mit Valentin Hahnemann ist auch ein neuer Gitarrist mit an Bord. Wie und zu welchem Zeitpunkt kam die Band auf euch beide? Gerade bei dir wird von ja einem berichtenswerten Ereignis erzählt.

Lela:
Ja, das stimmt. Ich bin seit Anfang 2019 dabei. Valentin kam im Sommer dazu. Ich hatte vor ein paar Jahren die Möglichkeit, mit STEEL PANTHER auf der Bühne zu stehen, nachdem ich vor der Show Backstage mit Michael Star ein paar Songs gejammt habe. Constantin, unser Gitarrist, war auf dem Konzert und hat meine kleine Performance mit seinem Handy gefilmt. Als wir uns nach der Show zufällig im Publikum trafen und kennenlernten, habe ich ihm meine Nummer gegeben, damit er mir das Video schicken kann. So kam der Kontakt zustande. Als dann die offizielle Nachricht kam, dass Nyves die Band verlässt, kamen wir wieder ins Gespräch, Constantin lud mich zu einer Probe ein und die Geschichte nahm ihren Lauf ;).
Valentin kam durch unseren vorherigen Gitarristen Toni (Anm. Red.: Lixx) zur Band. Toni hat bereits vor seinem Ausstieg an die Zukunft der Band gedacht und dann direkt seinen sehr guten Freund Valentin vorgeschlagen und zu uns gebracht. Das hat von Anfang an super harmoniert, sodass wir ihn auch nicht mehr gehen lassen wollten.

FFM-Rock:
Da drängt sich doch förmlich die Frage auf, was hat Lela Gruber musikalisch vor VENUES alles so gemacht? Mir z. B. ist dein Name bislang noch nirgends untergekommen. Was gibt es dazu über dich zu berichten?

Lela:
Ich hatte über die Jahre einige Bandprojekte. Nichts wirklich bekanntes. Vor allem nicht im musikalischen Bereich in den man VENUES einordnen würde.
Da gab es ein Garagepunk-Projekt mit einer Freundin, eine relativ experimentelle Band mit 2 Schlagzeugen, einer Opernsängerin, Saxophon, Synthis und mir. Und nebenher immer wieder verschiedenste Bands und Projekte die mir viel Spaß bereitet haben. Allerdings ist VENUES definitiv die erste richtig professionelle Band, was mich noch dankbarer macht, ein Teil davon sein zu dürfen.

FFM-Rock:
Bei „Solace” handelt es sich um das zweite VENUES Studioalbum. Abgesehen von den angesprochenen zwei Besetzungswechseln und einer sich daraus förmlich ergebenden Weiterentwicklung, gibt es auf den beiden Alben musikalisch oder stilistische wahrnehmbare Unterschiede?

Lela:
Wir hatten uns beim Songwriting darüber unterhalten, inwiefern sich „Solace“ von „Aspire“ unterscheiden bzw. weiterentwickeln soll und waren uns alle einig, dass wir etwas härter werden wollen. „Aspire“ klingt deutlich poppiger und softer. Das VENUES sich unweigerlich weiterentwickeln musste, alleine schon aufgrund des Besetzungswechsels, war keine Frage. Valentin bringt eine schöne, moderne und etwas djentige Seite ein, die Constantins (Anm. Red.: Ranis, git.) Liebe zu Hardrock und Metalriffs hervorragend ergänzt. Logischerweise klingt der Gesang anders als der Gesang auf „Aspire“. Ich denke, dass Robins (Anm. Red.: Baumann, voc.) neue Shout-Technik und auch meine Stimme dazu beitragen, dass der Sound im Gesamten etwas erwachsener und ernster wurde. Inhaltlich haben wir auf „Solace“ tatsächliche, eigene Gefühle und Emotionen verarbeitet, was bei „Aspire“ noch nicht der Fall war. Zumindest nicht in dem Ausmaß.

FFM-Rock:
Ein kurzes Statement bitte zu den Inhalten eurer Texte. Welche Themen verarbeitet ihr im Allgemeinen in euren Songs aktuell und war das auf dem Debüt auch schon so?

Lela:
Wie eben schon erwähnt, ist „Solace“ um einiges persönlicher als „Aspire“. Robins Aussage hierzu ist, dass die neuen Songs viel näher an seiner Seele sind und er sich besser mit ihnen identifizieren kann, da er viel Herzblut in die Texte gesteckt hat. Wir alle hatten kleinere oder größere Krisen zu bewältigen, während wir die Songs für „Solace“ schrieben. Davon abgesehen, war die Pandemie in vollem Gange, was an keinem von uns spurlos vorbeiging. Wir haben während des ersten Lockdowns mit dem Songwriting begonnen und hatten so zum Beispiel keine Möglichkeit, uns zu treffen und im Proberaum zusammen zu schreiben. Trotzdem gab uns das Arbeiten am Album eine Aufgabe und damit das Gefühl, dass es weitergeht, während die Welt stillzustehen schien. Im Endeffekt konnte uns das Album und vor allem der Schaffensprozess viel Trost spenden. Daher auch der Albumtitel.

FFM-Rock:
Definitiv eine Frage wert sind die beiden Cover Artworks von „Aspire“ und „Solace“, da sie nicht nur sehr gelungen und ansehnlich sind, sondern die Frage aufwerfen, ob sie mit dem jeweiligen Album in direkter Verbindung stehen oder man „nur“ die Kreativität der Künstlerin Verena Redzepi für sich als Eyecatcher nutzt?

Lela:
Wir sind große Fans von Verneras Kunst, daher war es keine Frage, sie auch für das zweite Album mit an Bord zu holen. Wir schickten ihr die Songs und überließen ihr komplette künstlerische Freiheit. Sie hat dabei genau das Gefühl ausdrücken können, was wir vermitteln wollen und hat die Songs super interpretiert. Somit ja, die Artworks stehen in direkter Verbindung zum Album und speziell bei „Solace“ soll das Cover verdeutlichen, wie wichtig und gut es ist, Trost zu finden. Schlussendlich auch in und mit sich selbst.

FFM-Rock:
Gerade in der konzertarmen bzw.-losen Zeit ist das Thema audiovisuelle Darstellung ein großes Thema, um sich zu präsentieren. Ihr habt das mit einer zusammenhängenden Story über gleich fünf Videoclips hinweg eindrucksvoll gestaltet. Erzähl doch bitte mal was zur Idee, der Story und deren Umsetzung.

Lela:
Robin hatte uns vorgeschlagen, außergewöhnliche Videos zu drehen, da sich die Musikwelt mittlerweile fast schon satt gesehen hat an Performance- oder Lyric-Videos. (Die aber natürlich trotzdem ihre Daseinsberechtigung haben ;)). Über eine genaue Story hatten wir uns zu dem Zeitpunkt noch keine Gedanken gemacht. Wir holten hierfür unseren guten Freund Marius Milinski mit ins Boot, der bisher alle Musikvideos für VENUES gedreht hat. Er war direkt begeistert von der Idee und kam kurz darauf mit der Zombie-Story zu uns. Wir mussten nicht lange überlegen und stimmten zu. Dabei überließen wir ihm freie Hand, was den genauen Inhalt der Videos betrifft. Gedreht haben wir dann in Köln. Auch die Planung und Umsetzung übernahm Marius komplett mit seinem Team. Wir hatten ein super spannende und vor allem lustige Zeit und sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden!

FFM-Rock:
Wie schon beim Debüt „Aspire“ habt ihr wieder die Studiodienste und Erfahrung von Christoph Wieczorek (ANNISOKAY) für die Aufnahmen zu „Solace“ genutzt. Rein zufällig ist dieser mit seiner Stammband Label Kollege bei Arising Empire, wo auch dein Gesangspartner und euer Bandleader Robin Baumann in Lohn und Brot steht. Klingt auf den ersten Blick nach einem Symbiose Effekt, oder?

Lela:
Klar. Es harmoniert super zwischen uns und Christoph. Er hat immer noch sehr gute Ideen, die wir direkt vor Ort umsetzen können. Er weiß schon vom ersten Album, wie die Band tickt. Zumindest der Teil, der bei „Aspire“ bereits beteiligt war. Das machte die Sache sicherlich etwas leichter und schneller. Die Abläufe sind bekannt, man mag sich und arbeitet gemeinsam an der bestmöglichen Umsetzung der Arrangements.

FFM-Rock:
Wie all meine Interviewpartnern bekommst auch du die Pleiten, Pech und Pannen-Frage gestellt. Kannst du bitte mal eine Anekdote aus deinem Musikerleben, am besten natürlich unveröffentlicht, von irgendeinem Konzert oder aus einem Proberaum zum Besten geben?

Lela:
Während den Proben für die aktuellen Shows spielen wir natürlich auch, bzw. vor allem die neuen Songs. Bei „Whydah Gally“, unserem Piraten-Song, hatte ich mir vorgenommen, bei einem Part auf der Bühne irgendwo hochzuklettern. Im Proberaum konnte ich es dann natürlich nicht erwarten, und bin jedes mal bei diesem Part auf Regale / Stühle / Boxen oder sonstiges geklettert und habe mich daran erfreut. Leider fand das keiner der Jungs lustig. Ich werde es trotzdem weiterhin tun. ;).

FFM-Rock:
So, dann sind wir auch schon am Ende der Fragerei. Zum Schluss bitte noch einige persönliche Worte an unsere Leser und eure Fans.

Lela:
Zu allererst möchte ich natürlich Danke sagen, für das wahnsinnige Feedback was uns bisher zu „Solace“ erreicht hat. Danke für jegliche Unterstützung in Form von Album- oder Merchandisekäufen. Das ist in der aktuellen Zeit wichtiger denn je. Wir hoffen alle, dass es bald bergauf geht und wir einige von euch auf unserer Tour mit OCEANS im Frühjahr 2022 sehen werden. Ansonsten wünsche ich mir, dass den Hörern das Album vielleicht auch ein bisschen Trost spenden konnte, wie es bei uns der Fall war. Ich hoffe, wir können mit unserer Musik ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Danke für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

Mike von FFM-Rock                                                                      Foto Venera Red. Photography


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