BLUE ÖYSTER CULT - 50th Anniversary Live-First Night

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VÖ: 08.12.2023
(Frontiers Music)

Genre: Classic/Heavy/Psychedelic Rock

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BLUE ÖYSTER CULT

In den letzten mehr als dreißig Jahren haben die Psychedelic Heavy Rocker sicher sukzessive an Relevanz verloren, doch bis heute gehören sie zu den interessantesten Acts im Classic Rock. Zuletzt waren sie mit ihren interessanten Arrangements und Texten wieder gefragt, ein neues Studiowerk nach mehr als zwanzig Jahren, dazu auch in Europa ausverkaufte Konzerte. In den Staaten ist man ohnehin permanent unterwegs, das Line-Up lange stabil. Im letzten Jahr begingen BLUE ÖYSTER CULT ihr fünfzigstes Jubiläum, das natürlich ausgiebig gefeiert werden musste. In der New Yorker Sony Hall gaben sie ganze drei Konzerte hintereinander, die als große Werkschau angekündigt waren und ebenso voll ausgebucht waren. Ein Mitschnitt der ersten Nacht ist nun unter „50th Anniversary Live-First Night“ erschienen.

Das Programm hatte es wirklich in sich, wo sonst eher zwölf bis fünfzehn Nummern im Set auftauchen gab es an allen Abend zwei Dutzend in jeweils fast zwei Stunden. Die Setlists unterschiede sich teilweise sehr stark, nur die allergrößten Hits in Form von „Burnin´ For You“, „Godzilla“, „Cities On Flame With Rock´n´Roll“ und natürlich „Don´t Fear The Reaper“ kamen an allen Abenden zum Einsatz. Im ersten Part der Shows kam je eines der ersten drei Alben zur Komplettaufführung, am ersten Abend logischerweise das Debüt. Dazu ganze vier vom aktuellen „The Symbol Remains“ und weitere selten gespielte Highlights, wobei „Unknown Tongue“ nicht auf dem Mitschnitt vorhanden ist.

Beim eröffnenden Songreigen vom selbstbetitelten Erstling war gleich ein alter Bekannter mit auf der Bühne, der im Laufe der Konzertreihe immer wieder die Bühne mit Eric Bloom, Donald „Buck Dharma“ Roeser und ihren Kollegen zu finden war. Schon auf der DVD mit dem Jubiläum von „Agents Of Fortune“ war Alber Bouchard mit von der Partie. Man muss ihm attestieren, dass er auf der Bühne zu den großen Aktivposten gehört. Das Material ist ihm nicht fremd geworden, sowohl solo als auch mit seinem Bruder Joe bei BLUE COUPE hat er die alten Gassenhauer im Gepäck. Die Haare immer noch lange springt er die ganze Zeit vergnügt auf der Bühne herum, und vermittelt richtig Freude an seiner Darbietung.

Von den etatmäßigen Mitgliedern machte sich vor allem Ritchie Castellano verdient, welcher auch ein gutes Stück jünger ist. Vor allem sein Minenspiel ist immer wieder witzig anzusehen, damit findet er den meisten Bezug zum Publikum. Das versucht auch Eric Bloom zu motivieren, doch mit fast achtzig scheint ihm etwas die Luft auszugehen, teilweise ist er nur als Sänger aktiv. Dafür weiß er mit Witz bei seinen Ansagen zu überzeugen und hat die theatralischen Gesten immer noch drauf, wenn auch etwas behände.
Gerade die beiden auf der linken Bühnenseite veranstalten ein munteres Wechselspiel an den Instrumenten, mal sitzt Bloom hinter den Tasten, mal Castellano, oder beide haben sich die Äxte umgeschnallt für die ultimative Gitarrenarmada, die ohnehin von Bouchard verstärkt wird. In der Mitte gibt Roeser gewohnt den Gentleman an der Steinberger und lässt tolle melodische Soli vom Stapel. Während der zurück gekehrte Danny Miranda mit Partyhut und Sonnenbrille eher lässig auf der rechten Seite groovt.

Egal wer da singt oder spielt, in Sachen Harmonien macht dem BLUE ÖYSTER CULT niemand etwas vor. Die mehrstimmigen Gesänge sitzen und werden vom warmen, reifen Timbre der beteiligten getragen. Und an den Gitarren gleiten melodische Fills und Soli ansatzlos ineinander über, ein paar Mal unternimmt Castellano auch Soloausflüge über die Tasten. So webt man in den knapp zwei Stunden einen sehr dichten Klangteppich, der vielleicht etwas mehr Druck hätte vertragen können, die Snare von Jules Radino ist zu hell und laut im Mix. In Sachen technische Umsetzung gibt die etwas eindimensionale Kameraführung Abzüge in der B-Note, zumal die Kameraleute öfter im Bild sind.

Besser eingefangen werden hätte das Publikum sein können, bekommt es doch seine Einsätze, wobei die Bierzeltbestuhlung ein bisschen befremdlich anmutet. In der technischen Disziplin können die Kabinettstückchen der Musiker mehr überzeugen, wobei man bei den Leadduellen von „The Came The Last Days Of May“ nicht auf die Knie geht wie beim SwedenRock im Frühjahr. Grandios auch wenn sich Bouchard, einst ja Schlagwerker der Truppe und Radino beim bereits erwähnten „Cities On Flames“ die Bälle zuspielen. „50th Anniversary Live-First Night“ zeigt eine spielfreudige Band, die sich auf ihre Songs und deren Wirkung fokussiert, mal sehen ob man die Werkschau mit den beiden weiteren Nächten fortführt.

7 / 10

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