MÖTLEY CRÜE - Too Fast For Love

VÖ: 30.10.2026
(Leathür Records)
Style: Glam Heavy Metal/Rock n' Roll
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MÖTLEY CRÜE
Bereits 45 Jahre liegt das MÖTLEY CRÜE-Debüt mittlerweile zurück. Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen? Kommt darauf an. 1981 erschien 'Too Fast For Love' geziert durch ein provokatives Coverartwork, dass für gewaltig viel Irritation sowie daran sich knüpfenden Gesprächsstoff sorgte. Das Konzept des umstrittenen L.A. Newcomers ging auf, die Provokation zündete, genauso wie das darauf enthaltene Songmaterial. So Jung, verrückt, unzähmbar wild MÖTLEY CRÜE damals waren, klingt das Album nach wie vor heute noch, es hat nichts vom einstigen Charme verloren.
In der Besetzung Vince Neal (HauptGesang), Mikk Mars (Gitarre), Nikky Sixx (Bass/Vocals) und Tommy Lee (Drums) machte sich eine junge Band aus Los Angeles, jenes Ballungszentrum im US-Bundesstaat Kalifornien für Kino, Radio, Fernseh- und Musikproduktion ebenso u. a. weltgrößter Standort für Luftfahrt- und Raumfahrtindustrie auf den Weg, schickte sich an, die Welt zu erobern. Von der Anhängerschaft härter Klänge wurden MÖTLEY CRÜE zunächst gehasst, von ihrer treuen Fanbasis abgöttisch geliebt. Später gab sogar die schwedische Black Metal-Band MARDUK zu, von MÖTLEY CRÜE beeinflusst zu sein bzw. deren Alben zu mögen, womit sich lange Zeit kursierende Ablehnung in weitläufige Akzeptanz aus Kreisen wandelte, wo es zuvor bis Dato nie zu erwarten wäre...
Selbst im remasterten Sound hat das Album nichts an Schärfe eingebüßt. 'Too Fast For Love' bildete Startschuß zugleich Initialzündung für zahlreiche L.A. Hard Rock/Heavy Metalacts, die ihren Sound mit dicker Portion Glam anreicherten. Dafür sorgen das fulminant krachend Groovende Fetzer vom Kaliber „Live Wire“, „Come On and Dance“, „Take Me To The Top“, „Piece of Your Action“, oder das Speed n' Roll mit rotziger Glam Rockattitüde verbindende Geschoss „Too Fast For Love“. Obgleich es in den 60ern bereits Glam Rock-Pioniere der Liga GARY GLITTER, T. REX, SLADE oder THE SWEET gab, markierte 'Too Fast For Love' den 'Glam Metal-Urknall', jenes Werk mit dem schließlich alles anfing, sich das Genre nocheinmal richtig neu erfand: Härter, schneller, kraftvoller und lauter! Da mir lediglich die CD-Version für die Besprechung vorliegt bezieht sich das verfasste Review allein auf den Silberdeckel.
Will heißen: Aggressiver, ruppiger und schneller waren 'The Crüe' wie die 'Saints of L.A.' beiläufig genannt werden, später danach nicht mehr. Der Umstieg auf den weniger auf Tempo schielenden Classic Hard Rock-Sektor gelang, das Glamfaible blieb, allerdings ging dies umso mehr zu Lasten von Härte und Geschwindigkeit.
Fazit: Das tougheste zugleich beste MÖTLEY CRÜE-Album gehört nicht umsonst zu den wegweisenden Genre-Klassikern. - Uneingeschränkt empfehlenswert! 9/10

