THE FLOWER KINGS - Hope

VÖ: 23.10.2026
(Inside Out/Sony)
Genre: Retro Prog
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THE FLOWER KINGS
Weiterhin sind die schwedischen Retro-Proggies voll im Saft, die Schlagzahl von einem Album alle eineinhalb Jahren wird wacker gehalten. Das liegt auch an dem eher bescheidenen Tourplan, in dem Sommer waren THE FLOWER KINGS nur beim SwedenRock aktiv. Dennoch haben sich die immer noch recht neuen Lalle Larsson an den Tasten, und Drummer Mirko DeMaio mittlerweile gut eingelebt. Neben ihnen stehen drei Originalmitglieder in den Reihen, darunter Mastermind Roine Stolt, die Zeiten der prominenten Prog-Legionäre ist vorbei. Hieß die Scheibe im letzten Jahr „Love“, so ist man mit „Hope“ nicht weit davon weg, gilt das auch für die Musik?
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt, dabei hätte schon das Artwork Aufschluss geben können. Dessen Farben wirken nicht so warm wie jene des Vorgängers und das Motiv ist irgendwie surrealer und verspielter. Man muss dem Fünfer attestieren, dass er analog dazu die stilistische Direktive ausgerichtet hat, und genauso zu Werke geht, wie es den Anschein hat. Kamen die Longtracks von „Love“ gerade so über die zehn Minuten, so kratzt „World Spinning - The Final Curtain“ an den zwanzig, und das abschließende „Gods Of Rome“ an den dreißig Minuten, die dann noch in fünf, respektive sieben Abschnitte unterteilt.
Lässt der neoproggige Einstieg noch an den Wohlfühlprog von „Love“ denken, so wandelt es sich spätestens zum zweiten Part in den Symphonic Prog, für den sie bekannt sind. Ruhige Sequenzen werden von einem fiebrigen Piano zwischen Klassik und Jazz kontrastiert, im Solo schwimmt sich der Keyboarder immer mehr frei, das in konzentrierte Passagen übergeht. Stolt lässt dann seine sechs Saiten jubilieren, weiß aber bei Gesang nicht an die umschmeichelnden Melodien des Vorgängers heran zu kommen, der weil Bruder Michael mit den dicken Saiten noch mehr anschiebt, zum Ende hin fällt die Band endlich in eine ihrer typisch beatlesken Harmonien.
Jene finden sich auch im zweiten Teil des abschließenden Epos, das insgesamt noch bunter zu Werke geht. Im vierten Stück tendieren sie eher in Richtung Yes, nachdem der vorherige Übergang kurz rockig anzog. Überraschen kann dann Abschnitt fünf mit Streicherklängen zwischen Balkanfolklore und Orient, zu passt DeMaio den Rhythmus perkussiv an. Anschließend geben sich THE FLOWER KINGS verhältnismäßig euphorisch, bevor der opulente Schluss fast ein Longtrack für sich darstellt.
Dazwischen packen sie zwei kleine Nummern, „A World Of Fools“ ist ein sanfter Walzer, der im Chorus mit Leadfills und Chören in floydsche Sphären gleitet. Mellotron und Piano setzte zusätzliche Akzente, während bei „Mars & Minerva“ die Gitarre im Vordergrund steht. Interessanterweise wird da mit der Textzeile „Gods Of Rome“ der Schlussakkord vorweggenommen, der Song aber deutlich spartanischer arrangiert. So benötigt „Hope“ auch ein paar Durchläufe mehr, um Zugang zu finden, für Technikfreaks gibt es dafür mehr zu entdecken.
7 / 10

