ASH OF ASHES - All Must Wither

VÖ: 30.10.2026
(Metalloscope Music)
Style: Skaldic Viking/Folk Metal
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ASH OF ASHES
Neues von ASH OF ASHES, die vor vier Jahren überraschend meinen Top 20 Jahrespoll gewannen, umso mehr steigt die Vorfreude auf die sieben brandneuen Tracks der Viking/Folk Metaller aus Nachrodt-Wiblingwerde in Nordrhein-Westfalen. Zunächst gilt es, ein von Herzen kommendes "Danke" für den Erhalt dieser Original-CD sagen. ‚‘All Must Wither‘ heißt das dritte Studioalbum von ASH OF ASHES und eines vorweg - es unterscheidet sich stark vom Vorgängeralbum 'Traces' weil es zwar weiterhin sehr heavy, dennoch um ein Vielfaches melodischer und ausgereifter klingt. Epische Parts bekommen wesentlich mehr Platz als ohnehin in der Vergangenheit geschehen, eingeräumt. Was bedeutet das konkret?
“The Great Deceiver“ prescht mit donnernd schweren Riffbreitseiten und flirrenden Leadsoli dynamisch als treibend fetter Hymnen-Opener voran, „My Old Friend“ baut schrittweise Spannung auf, entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einem packenden Song mit fesselndem Finale, danach macht „King of The Fallen“ einen Ausflug in kraftvoll-peitschende Power Metal/Viking Gefilde, umgarnt von leichtem Schwarzheimer Anstrich, danach flutet „The River“ epische Spannung mit raukehlig heißeren Gesangsfeldern , der Titeltrack „All Must Wither“ mündet in epische durch Stimmungwechsel getränkte Strukturen, elegante Pianoklangfarbtupfer und orhcestrale an barockzeitliche Musik denken lassende Arrangements geben diesem Stück etwas kaum in Worte fassbar besonderen Touch. Spätestens bei der Bandhymne „Ash of Ashes“ wird es eingängig heroisch doch kein Stück weniger fesselnd. Einsatz krachender Viking-Doomklänge, heißerer Brüllgesang und Klargesang stehen in fließenden Übergang zu heroischem Hymnenmodus. Damit gehen ASH OF ASHES weit an ihre Wurzeln zurück, hier kommt das schon auf dem fulminanten Zweitling ‚Traces‘ reichlich vorhanden dunkel heroische Flair gewaltig zum Tragen. Alle bekannten Trademarks wurden somit behalten, ebenso in Bezug auf's Coverartwork der Hang zu Naturmystischen Landschaftsdesigns.
Klarer Gesang, druckvoll abgemischte Gitarrenwände, erzählender wie charismatischer Klartongesang, erforderlichenfalls harrsche Growls, Bombasteffekte, kompaktes Drumming, hymnenhaft-mystisches NordlandFlair gehüllt in enorme Atmosphärendichte, wer kann das besser als ASH OF ASHES? Die Frage beantwortet ‚All Must Wither‘ ganz von selbst.
Nach sechs vorausgegangenen Songs bleibt die Frage: Kann das wirklich alles gewesen sein? NEIN! Mit dem 17:20-Monolith „The Chronicler“ folgt das fesselndste zum Schluß. Dramaturgisch bis in jede Soundfaser hält dieses gigantische Opus Magnum das Wesen der Menschheit in trauriger Weise fest. Der Chronist erzählt von Männern und Frauen, mutig im Herzen fest entschlossenen Charakters, deren Taten unvergessen bleiben sollen, reisst Geschichten über Verlorene Schlachten und Geheimnisse, Schicksale, Reichtum, sterbende Träume und Hoffnungslosigkeit. Von Versuchen, Den Tod zu betrügen um dereinst wiederzukehren. Geboren sich zu verbeugen und abzumühen oder um in Ruhm aufsteigend zu herrschen.Schicksal von Geburt das Leben bestimmend im nicht zu durchbrechenden Teufelskeis. Von Morgens bis abends, Jahr um Jahr verblassend, am Grab verwitternde Zeichen... unsere Namen vergehen.
Das Leben vom Bauern zum Hochadligen reflektierend...Von ihrem Elend bis zu ihrem Vergnügen wird eine Tapete für die Nachwelt festgehalten... damit ihr Nachlass nicht erlischt. Ein sich an Jahrhunderte aus alter Vergangenheit orientierender Trip als Reflektion der Menschheit auf die Gegenwart übertragen... Wenn die Worte verblassen - werden Erinnerungen präsent bleiben? Alle Geschichten im Buch kommen irgendwann zum Ende, dann wird es Zeit für einen neuen Schreiberling, dies festzuhalten.
Ein auf Progressive Stilwechsel bauend von vielseitig wechselnden Wendungen bestimmt, zeitweilig in Theatralik schwimmend alle Facetten von ASH OF ASHES bündelnd, ob traditioneller Heavy Metal, Pagan, Folk, Viking, kräftig angethrasht, Schwarzheimerfaible, sanft in sich gekehrtes Timbre bis zu epischem Kino - Emotional, vielseitig mit Momenten in sich gekehrter Verträumtheit angetrieben von krass ruppigen Zornausbrüchen. Erfrischender (Skalden) Wikinger Folk Metal auf erlesenem Level, der sich auf originelle Art seine Nischen in einer Kommerzüberfluteten Welt gräbt, ohne im geringsten Ehrlichkeit einzubüßend jederzeit authentisch bleibt. BATHORY, FALCONER, MYRKGRAV, MOONSORROW, WINDIR, early ENSLAVED-Wikingerhorden können aufatmen. Musikalisch wie Lyrisch meisterlich umgesetzt.
Wieder ein Hammeralbum das Seite an Seite mit der Nordeuropäischen Pagan-Elite stehend, zunächst überbordend episch wirkt, im weiteren Verlauf zunehmend Eigendynamik entwickelt. Druckvolle Heavyness kombiniert mit Eleganz, Niveau, Pathos, Dynamik, Melodie, Leidenschaft, harrscher Temporaserei, Stimmungsbögen, heroischer Dunkelmelancholie und Stil.
Fazit: Gigantisches Fusions-Metalkino auf emotional vielseitig schwermütig Patholsatig-trauerklagender Skaldic Viking/Folk-Basis! 9,2/10

