RICK WAKEMAN - Return To The Red Planet

10 rockwakeman

VÖ: 16.10.2026
(Madfish/Edel)

Genre: Progressive/Space Rock

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RICK WAKEMAN

Nachdem YES wohl endgültig ohne ihn weitermachen, und tatsächlich einige Werke seit dem Ende der ARW-Version veröffentlicht haben, ist der Tastenvirtuose weiter mit seinem English Rock Ensemble unterwegs. Zuletzt nahmen sie 2023 „A Gallery Of Imagination“ auf, danach beschäftigte sich RICK WAKEMAN mehr mit Klaviermusik wie im letzten Jahr auf „Melancholia“. Die erste Arbeit mit der Formation um den früheren IT BITES-Bassist Lee Pomeroy war „The Red Planet“. Ein Thema, das seiner Ansicht nach nicht auserzählt wurde, so gibt es nun mit „Return To The Red Planet“ einen Nachschlag.

Für den Hobbyastronomen und Wissenschaftsbegeisterten muss das natürlich eine Inspirationsquelle darstellen. In einem Interview äußerte er, dass er hoffe, dass man mit Elon Musk irgendwann den Planeten besiedeln werde. Nun hege ich gegen jeden Menschen eine gewisse Skepsis, der den SpaceX-Gründer und seinen Marsianer-Bruder vom Buchladen nicht konsequent ablehnt. Zumindest Wakeman dürfte aber durch seine langjährigen Kollaborationen mit Vorzeige-Hippie Jon Anderson politisch nicht in der Nähe des weltweit populärsten Ketamin-Endorsers verortet werden.

Am interessantesten zeigt sich auf dem neuen Werk die Hommage an einen früheren Marsmenschen, bei den SPIDERS FROM MARS von DAVID BOWIE bediente der Prog-Pionier das Piano. So fällt „Bowie´s Vision“ durch den Gesang von Mollie Marrot sehr glamrockig aus, lässt aber ein schönes Moog-Solo nicht vermissen. Die Tochter von Steve Marriot, einer ihrer ehemaligen Weggefährten übernimmt auf mehreren Liedern mit ihrer sanften Stimme den Gesangspart, und sorgt damit für eine zusätzliche Note.
Direkt zu Beginn in „Jezero Crater“, einer dieser Beschreibungen von Landschaften des roten Planeten. Auf dem tut der Klangbaumeister das, was er am besten kann, Synthesizerkathedralen errichten, welche sich wirklich vom irdischen abheben. Wer sich jemals fragte, wo Arjen Lucassen die frühe Intention für AYREON fand, der wird bei RICK WAKEMAN fündig. Diese opulente Wucht der analogen Instrumente strebt nach höherem, das spinnetartige Pianosolo in der Mitte driftet ebenso ins Kosmische ab.

Rein instrumental zieht „Noctis Labyrinthus“ zwischendurch das Tempo an und erinnert mit seiner Konzentriertheit an seine alte Band oder GENESIS in den Siebzigern. „Witch Hazel Hill“ geht da sogar noch weiter, und gibt Dave Colquhoun einige prägende Einsätze. Am proggigsten gerät „St. Paul´s Bay“, wo alles an Tasten ausgepackt wird, was sich finden lässt. Große, epische Flächen mit melodischen Slides wechseln sich mit Abfahrten ab, in denen die Orgel zentrale Themen übernimmt und sich zum Staccato steigert.
Wenn die gute Mollie dazu stößt, nimmt man das Tempo für ihren Gesang zurück, etwa beim getragenen „Noachis Terra (Land Of Noah)“. Da schwebt sie über Mellotronwolken oder umgarnt die Klampfe, der federnde Rhythmus am Ende verstärkt den Eindruck von MIKE OLDFIELD. Was auch für den achtminütigen Schlusspunkt „The Epoche Of Mars“ gilt, welcher an den Opener anknüpft, und die Soundvielfalt noch durch Engelschöre erweitert. „Return To The Red Planet“ bildet somit die gekonnte Fortführung einer alternativen Marsmission.

7,5 / 10

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