TONY IOMMI - From The Dark

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VÖ: 23.10.2026
(BMG Rights)

Genre: Heavy/Doom Metal

Homepage:
TONY IOMMI

Damit hätte vor wenigen Monaten niemand gerechnet, vor allem nach dem Tod von OZZY nicht. Schließlich war es der Gesundheitszustand des Gitarristen, der weitere Aktivitäten von BLACK SABBATH verhindert hatte. Nun steht ein neues Solowerk von TONY IOMMI in den Startlöchern, und die Metalwelt horcht auf, immerhin ist er der Godfather aller Riffs. Bei seinem ersten Alleingang 2000 hatte er eine illustre Gästeschar geladen, mit Glenn Hughes produzierte er das nicht ganz gelungene Modern-Experiment „Fused“. Mit dem Sänger und Bassisten entstanden zwischen „Forbidden“ und der ersten Reunion ein paar Sessions, die später veröffentlicht wurden, wohin tendiert nun „From The Dark“?

Es ist wieder ein geschlossenes Werk mit fester Band geworden, von denen Jorn Lande am meisten davon profitieren könnte. Seine Solokarriere kam nie richtig in Schwung, der prominente Namen könnte da ein paar Dinge nach vorne bringen, passen tut er mit seiner Nähe zu DIO sowieso. Becky Baldwin schwingt unter anderem bei MERCYFUL FATE den Bass, mit düsterem Metal kennt sie sich bestens aus. Karl Brazil weniger, als Schlagwerker von James Blunt und Robbie Williams kommt er auch einer komplett anderen Richtung, kann aber damit überraschen. An den Reglern fügte der langjährige Kreativpartner Mike Exeter alles zusammen, und steuerte ein paar Tasteneinsätze bei.

Ein wenig modern lässt dieser den Sound zu Beginn des Openers „Over The Violent Sun“ wabern, bevor ein Riff loswalzt, wie es nur ein zu kreieren vermag. Schwer treibt es nach vorne, der getragene Gesang setzt Kontrapunkte., beim Solo steigert sich die Legende immer mehr. Klanglich hätte das gut auf „The Devil I Know“ gemacht, genau die zeitgemäße Version, die „Forbidden“ nie war. Bis heute bedauere ich, dass man nach dem Scheitern des ersten OZZY-Comebacks nicht wieder mit Tony Martin weiter gemacht hat, oder auch Hughes, Lande wäre ebenfalls ein Kandidat gewesen. Diese Formation hätte in ihren letzten dreißig Jahren mehr zu sagen gehabt als je ein Album mit Osbourne und Ronnie James.

„Black Times“ schleppt sich im Anschluss zentnerschwer daher, nimmt nach dem Auftakt etwas das Tempo raus, und gibt der Dame an den vier Saiten ihren Auftritt. Wie herrlich die doomigen Wurzeln gepflegt werden, inklusive Dynamiksprüngen in der Mitte. Nach dem Aufbau funktionieren noch andere Nummern wie etwa das atmosphärische „Death Wake“, welches fast balladeske Züge trägt. Ganz groß gerät der epische Schlusspunkt „Legacy“, wo Baldwin ein tolles Motiv durchexerziert, und Lande mit Wucht emporsteigt. Aus dem Solo gleitet der Meister in einen wunderschönen Akustikpart rüber, mit welchem er der Scheibe den würdigen Schlusspunkt beschert.

Man möchte ihn am liebsten noch deutlicher hören, aber als Teamplayer hier räumt er seinen Mitstreitern viel Platz ein, wobei sich Brazil tatsächlich zurückhält und nur die Beiträge seiner Mitmusiker akzentuiert. Jorn ist öfter präsenter als Iommi, ist auch im Mix prominenter positioniert, seine Phrasierungsgewalt erinnert tatsächlich an das große Vorbild, das ja oft mit dem Riffgott zusammenarbeitete. Stilistisch kam er in seinem Solooutput oft in dessen Nähe, speziell auf „Spirit Black“. Da lässt er es neben schweren düsteren Epen auch mal flotter angehen, wie es „From The Dark“ mit „World Alone“ tut. Das ruppige Stück wird dann wiederum vom eher ruhigen Solo konterkariert, was dem Rest mehr Druck verleiht.

Geradlinig treibt auch „Stormwatcher“ nach vorne, besitzt dabei die metallischste Kante der Scheibe. Jener traditionelle Ansatz wird durch die verhallten Keyboards noch verstärkt, die auch die schwermütigeren Nummern zieren. Wie bei denen fühlt man sich hier ein wenig an „Headless Cross“ erinnert, eine der stärksten Phasen in der Karriere von TONY IOMMI. Hier geht es unweigerlich dem unvermeidlichen entgegen, der Mann gibt den Fans ein letztes Mal was sie verlangen, lässt seine Gibson SG noch einmal das Tor zur Hölle aufstoßen. Einfach ein einzigartiger Sound, den wir nochmal erleben dürfen, unter dem alten Banner hätte man sich nicht hinter der eigenen Geschichte verstecken müssen.

8,5 / 10

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