STREET JUSTICE - Rules Are For Suckers

VÖ: 23.10.2026
(Dying Victims Productions)
Style: Spritziger Glam Hard Rock
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STREET JUSTICE
Nanu?!? Kommt mir bekannt vor... Süddeutschland, München Glam Hard Rock Metal – SAVAGE? Mittlerweile aufgelöst, daraus entstanden STREET JUSTICE. SAVAGE legten mit gleichnamiger EP sowie dem 2023 erschienenen für einigen Wirbel im Underground sorgenden 'Glory Riders'-Album bereits den Grundstein für sich daraus vollzogene Entwicklung.
Nach wie vor beherrschen Einflüsse von TWISTED SISTER, L. A. GUNS, QUIET RIOT, VAN HALEN und WASP das Geschehen. Ebenso wenig mit den aus dem U.K. stammenden NWOBHM-Kempen selbigen Namens, zwei weiteren auf traditionellen Heavy Metal gebüsteten SAVAGE-Bands einer aus Holland einer aus Mexiko, einer kolumbianischen Thrashband selbiger Namensgebung und einer weiteren ebenfalls SAVAGE heißenden Death Metal-Band aus Holland. Nach dieser kleinen Beschreibung dürften also sämtliche Ungereimtheiten geklärt sein. Bei der Maske von der Gestalt auf dem Covarartwork mag vielleicht mancher auf den ersten Blick zu glauben, das wäre von EXUMER stibitzt, bei genauerem Hinsehen stellt sich dann heraus, dass dem nicht so ist, denn es gibt bei genauerem Hinsehen bezüglich der Albumoptik erkennbar Unterschiede.
Aus der noch um einiges mehr auf 80er Glam Hard Rock/Metal fokussierten Vorgängerband SAVAGE nicht identisch mit den zwei anderen gleichnamigen selbst aus dem Münchener Raum kommenden traditionellen Heavy Metal Bands, um Verwechselungen hierzulande aus dem Weg zu gehen, entsprang diese auf 80er Glam Hard Rock fixierte Combo von Pawel Nemkovic, der bei seiner neuen Riege das Ruder fest in der Hand hält, stimmlich nahe an Vorbildern wie Blacky Lawless/Dee Snyder heran kommt. Bestehend aus Pawel, der für Gitarre, Bass und Hauptgesang verantwortlich zeichnet, Axel Warrior an der zweiten Gitarre und Drummer Tobias Kasper hat(te) sich ein Line Up gebildet, das den Spirit obiger Kapellen wieder in die Herzen der Fans zurückbringt. Das tut es mit dem neuen mittlerweile als Drummer eingestiegenen Marcel Riedel auch, jedoch spielte Tobias Kaper noch zuvor die originalen Schlagzeugparts ein. Näselnder irgendwo zwischen Dee Snider und Blacky Lawless liegender Gesang von Pawel Nemkovic bildet den Fokus aller Neun Tracks auf dem zur Rezession anstehenden Debüt.
'Rules Are For Suckers' – ein Titel, der eigentlich alles sagt, Freiheit, Rebellion, Party all night long und Liebe zum unbändig wilden krachend hart riffenden 80er Hard Rock lauten die bestimmenden Elemente mehr bedarf es bei Nummern vom Typ des spannenden Openers „SCREAM“, „Lethal Strike“ oder von kantig durchblitzenden Motorradflair gesäumten Rockern Marke „This Is My Boomstick“ (Pt. 1), „Under My Wheels“ in Prinzip auch nicht. 'Rules Are For Suckers' möchte gemäß Albumtitel einfach mal alles hinter sich lassen. Spätestens bei „Tokyo Subway Molester“ kommen MÖTLEY CRÜE ins Spiel, die das Infoblatt beharrlich verschweigt. - Warum eigentlich? Für einen Einfluss wie MÖTLEY CRÜE muss man sich als restlos überzeugter Glamrocker nicht fremdschämen, wenngleich die Tendenz auf dieser Scheibe ganz klar in Richtung TWISTED SISTER, und WASP geht, indessen VAN HALEN/QUIET RIOT-Impulse weniger markant aber dennoch spürbar vorhanden sind. Etwas mehr Nachhaltigkeit und weniger Länge bei den gedehnt über fünf Minuten-Nummern sind für derartig partykompatible Hard Rock-Fetzer empfhelenswert, hier müsste künftig noch verstärker das der musikalischen Ausrichtung entsprechende Timing erfolgen, unabhängig dessen: Hingebungsvolle Passion am Tun ist dem begabten Trio regelrecht anzuhören. Keinen Deut weniger sicheren Geschmack beweist das Dreiergespann beim Coverstück „One For The Living“ - das Song-Original stammt von TINA TURNER aus dem Kult-Actionfilm 'Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel'.
Fazit: Fett rockender Glam Hairspray-Rock/Metal aus der süddeutschen Ecke, der seiner Vorgängercombo keineswegs nachstehend unwiderstehlich Appetit auf mehr weckt. - Cool! 7,5/10

