DRAGONLAND - Prophecies

VÖ: 23.10.2026
(Scarlet Records)
Style: Symphonic Power Metal
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DRAGONLAND
Obschon das mit symphonischem Bombast aufgewertete transparent Power Metal-Genre für mich längst seinen Reiz verloren hat, gibt es in der Tat - Ausnahmen. Vor drei Jahren erschien 'The Power of the Nightstar', das bis dato letzte Album von DRAGONLAND. Musikalisch weilen die seit 1999 bestehenden also bereits 27 Jahre Bandhistorie aufwesenden Göteborger in ihrer eigenen Welt der Fantasy, in ziemlich großer Entfernung von Kitsch, Keyboardgeschwurbel, übertriebener Theatralik und anderem unnötig künstlich aufgeblasenem Gedöns. Bombast muss natürlich in gesundem Maße vorhanden sein, - das gehört wie Klimpern zum Handwerk. Weckt allein das Coverartwork des immerhin siebenten Studio-Releases Neugier, dürfen sich eingeschworene Musikfans beim folgenden Durchlauf bestätigt. Hymnenhafte Melodieführung, energiegeladene Riffwechsel, epische Choralgesänge, flotte Rhythmen – bei der Schwedencombo ist viel Pfeffer drin!
Jonas Heidgert muss zu der Sorte Stimmbandästheten gezählt werden, die es können, ihr Metier beherrschen. Kraftvolles Up-Tempo Himmelsstürmer der Schiene „Survival of Mankind“ oder „The Prophecy Unfolds“ werden durch seinen facettenreich glockenhellen Klartongesang veredelt, auch der eingangs von Wellen Momenten geflutete Bombasthymnentrack „Rolling Waves“ fesselt schrittweise Spannung erzeugend heftig, selbst nicht so sehr auf Symphonic Metal könnende Metalfans könnten Gefallen daran finden. „Dragonland“ webt sich in geschickt sphärischen Groove, Mangel an Flexibilität existiert auf diesem Silberling nicht. Zeitweise verliert sich das Album ein wenig im eigenen Stilgenre, doch wirklich viel zu bekritteln gibt es nichts. Momente feinfühliger Stille offenbart „Light of the Sunset“ wo das Feeling der berühmten Flaniermeile geradewegs authentisch wirkend zur Geltung kommt. „Glory and Gold“ vereint alles, wofür transparanter Symphonic Power Metal steht, derart lässige Vorwärtsdynamik flockige Melodien, Wechsel fließender Übergänge und und und,...“Making Darkened Nights So Bright“ sorgt zwischendrin für gedämpften Epiczuckerguss, „A Distant Memory“ und „The Call of The Wild“ schließen sich dem Niveau mühelos an. Auf 'Prophecies' steckt massig Flexibilität dass es geradezu erschlägt. Darin liegt das Big Trumpfass einer fesselnden Scheibe.
Genauso vielseitig öffnen sich zwölf Songs womit es eigentlich nicht mehr allzuviel darüber zu sagen gibt. Superbe Melodien treffen auf Progressive Elemente, die sich mannschaftsdienlich ins Gesamtbild fügen. Weitab von furchtbaren Kitsch n' Kleister Produktionen, bewegt sich 'Prophecies' komplett dafür umso mehr strickt weitab von langweiligem 0/8/15 Einheitsbrei in einer unberührten Zone, wo es unerreichbar seine Bahnen ziehend Kreativfreiraum für Interpretation, packende arrangierte Rhythmus/ Tempowechsel verbunden mit einem Hauch von Verspieltheit, ermöglicht, welche jedoch nie all zu sehr übertrieben effektiv ins Gesamtwerk einfließt. In dem Sinne passt auch das in gelungener Weise von der Synthwave/Popcombo FM 84 gecoverte „Running In The Night“ ungemein stimmig ins Gesamtbild. SONATA ARACTICA, RHAPSODY OF FIRE, STRATOVARIUS und TWILIGHT FORCE-Fanklientel sollte vor dieser Offenbarung niederknien, alle anderen zur Vorsicht reinhören.
Fazit: Ein berauschender Ozean aus hymnenhafter Melodievielfalt, furiosen Riffs Progressiver Tempovariation und orchestralen Arrangements in den Genrefans mühelos eintauchen sollten. 8,6/10

