BALLSQUEEZER - Wall of Death


VÖ: Bereits erschienen 
(Balls S.R.O.) 

Style: Heavy- / Speed Metal/Folk/Thrash n' Roll

Homepage: 
BALLSQUEEZER

Neuigkeiten aus dem Hause BALLSQUEEZER mit Veränderungen: Erstmals legt die Slowenen Metalcrew ein vollständiges Longplayalbum auf den Tisch, das fast 40 Minuten Gesamtspielzeit umfasst. Soweit kann's heute via Internet, Medienpräsenz und Verbreitung von Musiktonträgern durch fleißiges Touren gehen. Abbruch tut es dem Schaffen der sympathischen Querköpfe dennoch nicht, deren Coverartwork allein zum Beömmeln ist... wenn da nicht markant ernste Botschaften mit Kampfansage hinter dem Songmaterial ihres mittlerweile 20. Studiolangdrehers innerhalb dreizehn Jahren seit Bestehens der quirligen Slowakentruppe steckten.

Eines Vorweg: BALLSQUEEZER benötigen keinerlei Vergleiche, sind ein Unikat für sich. Wer es withig, unterhaltsam, spannend amüsant mit Pfeffer, Ironie, bärbeissigem Spott und schwarzem Humor mag, liegt bei dieser Truppe richtig. „Ressurrection“ liefert gleich mal den Beweis, knallhart nach vorn gehender Sprengstoff-Thrash dessen Inhalt dem Albumtitel textlich wie musikalisch entsprechend unmissverständlich äußert: Bildet eine... „Wall of Death!“ und haut euch gegenseitig auffe Fresse, wenn ihr meint, aber lasst uns bitte in Ruhe...
„Dale and the Eating God“ geht als Anspielung auf's Death Metal-Bussiness durch, welche das Abenteuer Leben in lustiger Weise parodiert, inklusive aberwitzig eingestreuter Flamenco-Klänge im traditionellen Seefahrershantyrahmen. „Gone“ gibt sich nachdenklich tiefenmelancholisch Moralaposteln und Spießern wird geballt Fäuste entgegen zeigend Kampf gegen Freiheitsunterdrückung angesagt.

Die „Farewell Tour til The Universe“ wird sich wenn nichts dazwischenkommt, richtig in die Länge ziehen, nach drei Jahren soll sie zu Ende sein (falls keine Verlängerung erfolgt) und zieht sich länger und länger mittlerweile bis zum nächsten Jahrzehnt (hier kreist das Gedankenkorsett um weltbekannte dieses Schema erfolgreich zur Finanzierung der Altersvorsorge nutzende Stadion-Topacts, obwohl dies nicht nötig ist) während hingegen andere, die breite Kluft zahlreicher Menschen diesem furchtbaren Nepp entgegensteht, die wirtschaftlich meilenweit davon entfernt jeden Cent umdrehend sparen, um sich über Wasser halten zu können. Danach schwingt „Out At The Open Sea“ wie eine Schwesterformel von Verloren in der Weiten Welt in Kombination zu gesunder Portion Heavy Speed-kanten kräftig den Thrash-Knüppel um zu sagen, dass es Situtationen gibt, in denen man vom Schicksal auf sich allein gestellt seinen Weg gehen muss oder absäuft. „In Reverie“ schunkelt sich romantisch folkig zur Hälfte in schleppender Taktfolge durch, ehe gesteigerte Leadgitarrenparts einsetzen damit die Nummer versöhnlich Arme wie ein väterlicher Freund zur Begrüßung ausbreitend zu Ende geht, „Island Universes“ kontrastiert das laue Vorgängerstück dunkelmelancholisch einsteigend im über Siebenminütigen Instrumental mit Spannungsbögen, rasanten Tempowechseln und sanftmügit verträumt schwebenden Akustikintermezzo. An schrägen Überraschungen mangelt es dem auferlegten Prinzip treu folgend, erwartungsgemäß mal wieder nicht.

Achtung bitte bei Seite treten... nächster Halt: „Rollenstein!“ kündigt eine kluge Frauenstimme aus dem Lautsprecher im letzten dem insgesamt neunten Song an. Die Nachricht dahinter in deutscher Sprache abgefasst, klingt wie eine witzige Parodie auf's Leben wo alles andere was aus der Reihe normal denkender Menschen fällt vorurteilsbehaftet misstrauisch beäugt im Bedarfsfall von den Ortseinwohnern gar ein Anwalt eingeschaltet wird, obwohl da nur ne Heavy Metal-Band inner Garage Musik macht, in die Kneipe geht, laute Rock n' Roll-Musik spielt, andere aus der fünften Etage mit ihrem Lärm stört... was eine Gefährdung darstellt... und die Eiwohner setzen alles dran, die Band zu verklagen. Der Zug nach Rollenstein soll um 20 Jahre verpasst werden, wer weiß ob sich diese Leute nicht selbst auf dem Level befinden ohne es zu merken. Lustig mit spottend mit heiter ironischem Hintergrund. Gibt es diesen Ort wirklich oder ist Rollenstein frei erfunden? Mythos oder Fakt? Dürft ihr bei Bedarf selbst gern herausfinden...

Das ist alles so herrlich crazy sympathisch weltentrückt, heiter ironisch sarkastisch durchgeknallt, etwas zynisch und bodenständig, was diese Jungs machen... dennoch gibt es bei allem Charme für Parodie den gemeinsamen Nenner, das Leben selbst.

Professioneller als nie zuvor, inhaltlich wie Soundtechnisch abgemischt haben BALLSQUEEZER endlich den Weg zu medialer Bemusterung gefunden. Früher einst müde als Mumpitz, Fun-, Stuß und Stilblütenkapelle belächelt, hat sich ein Entwicklungssprung vollzogen, der belegt: Die Welt braucht solch sympathische Botschafter heute umso mehr. Quere Vögel mit Texten die sich ans Volk richten.

Fazit: Alles im Grünbereich, BALLSQUEEZER zeigen erneut, dass auch in einer krisengeschwängerten Zeit coole Releases möglich sind, wenn man doch bloß nicht alles immer so bierernst nimmt... Wall of Death gehört mit zum Stärksten, was was BALLSQUEEZER jemals fabriziert haben sie können gerne ruhig da weiter machen... „Achtung bitte Bei Seite treten! - Nächster Halt: Rollenstein..!“ 8/10

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