LACRIMAS PROFUNDERE – Lay Me Down O Silent Fear

VÖ: 26.09.26
(Steamhammer/OPEN)
Genre:
GothCore
Homepage:
LACRIMAS PROFUNDERE
Vier Jahre nach „How To Shroud Yourself With Night“ steht mit „Lay Me Down O Silent Fear“ das nunmehr 14. Studioalbum der Gothic Rocker LACRIMAS PROFUNDERE an. Seit dem Einstieg von Sänger Julian Larre (2018) verlassen die Franken immer mehr ihren reinen Gothic-Sound und setzen verstärkt auf moderne Elemente in ihrer Musik, was bereits beim genannten Vorgängeralbum schon recht gelungen rüberkam und direkt beim groovigen neuen Album-Opener „Days Of Doom“ erneut ansetzt. Dass der finnische Frontmann durch seine variablen Gesangsstile ein Gewinn für die Band ist, stellt er über die zehn neuen Tracks hinweg einmal mehr unter Beweis. So klingt das folgende, und als Vorabsingle veröffentlichte, „Nevermore“ sogar ein wenig nach HIM. Spätestens beim sehr abwechslungsreichen „Heart I Will Break You Before You Break Me” stellt der Hörer fest, dass eben der Mix aus Klargesang, Growls und Screams zu den tiefgründigen und spannungsgeladenen Songstrukturen gehören muss. Definitiv ein weiteres Herzstück des Longplayers und ebenfalls als Single vorab veröffentlicht, ist „O Silent Fear“. Dezente elektronische Beats fließen hintergründig ins HIM-sche Klangewand mit ein, dass zudem verdächtig mit dem ARCH ENEMY Melo-Death Sound kokettiert – ein Kracher, mein Albumhighlight! Ruhigere Töne schlagen das fast schon doomig anmutende „Agony (In Dread And Dust an)“ und die Halbballade „Veil XV“ an. Mit Gothic meets Metalcore lässt sich „Faceless“ ganz gut beschreiben. Das bisherige hohe Niveau der neuen Stücke halten auch das leicht an SENTENCED erinnernde „Arcane Promises“ oder das ins Ohr gehende und SLIPKNOT-angehauchte „A Sinful Desire“. Zu guter Letzt beschließt das Album „At The End Of A Dream Lies The Hope You Once Killed“, das mich im growligen Gesangspart an den Sänger von BLOODRED HOURGLASS erinnert. Was nun eine gute Überleitung in Richtung Produktion und Aufnahme darstellt, denn Julian Larre nahm seine Gesangsparts in seinem Studio in Finnland auf und gemastert wurde das Album bei Rami Nykänen, der eben auch für seine Arbeiten mit BLOODRED HOURGLASS und CROWNSHIFT bekannt ist. Die Studioaufnahmen und der Mix erfolgten in Deutschland erwartungsgemäß im Kohlekeller unter den Fittischen von Kai Stahlenberg, der dabei ganze Vorarbeit geleistet hat.
Bleibt unterm Strich festzustellen, dass die finnische Frischzellenkur in Form des neuen Sängers auf „Lay Me Down O Silent Fear“ erneut Früchte getragen hat. Wer keine Scheu vor angewachsenen Core-Anteilen im Songmaterial hat und etwas Zeit für den ein oder anderen Durchlauf mehr mitbringt, wird am neuen Album LACRIMAS PROFUNDERE seine Freunde haben – versprochen!
Punkte: 8,5 /10

