CASTLE - Carrie Chains

VÖ: 04.09.2026
(Hammerheart Productions)
Style: Heavy/Doom
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CASTLE
Die Gemeinschaftskooperation zwischen Mat Davis (Gitarre) Mik Cotton (Drums) und Elisabeth Blackwell (Bass, Gesang) bleibt fruchtbar produktiv. Das Duo hält weiter mit aller Konstanz, was es verspricht. Liegt der letzte Output 'Evil Remains' nur zwei Jahre zurück schieben CASTLE jetzt ihr fünftes Studio-Album nach.
„Fooled Again“ kracht gleich mit sägender Gitarrendynamik, einem zwischen Chaos trifft Konfusion röhrenden Riff, heroisches Timbre wechselt in kompakte Wucht und warnendem regelrecht beschwörendem Unterton, so charismatisch wirkt der geteilte Gesang. Beschwingt locker mit okkultem Düsteranstrich rockt sich der Titeltrack „Carrie Chains“ unwiderstehlich ins Gehör. Elisabeth Blackwell zeigt sich wie im Videotrack gesanglich auf der Höhe, ihr leidenschaftliches Organ geht mächtig unter die Haut. Wo sich Mat Davis beim chilligen Albumtiteltrack noch vornehmlich zurückhielt, fährt der Gitarrist danach knallhart auf. „Truckgrinder“ Riffgitarrenwände massiven Zuschnitts, dominieren dieses von erzählerischem Gesang erfüllten Track, wo Elisabeth vereinzelt ihr weiches Stimmtimbre durchblitzen lässt, ansonsten regiert anklagend schroffer Ton, am Ende gibt’s noch nen fetten Schlußspurt mit herrlichen Filigransoli.
Elisabeth Blackwell singt gewohnt vielseitig, genauso sind alle acht Stücke auf diesem fünfunddreißigminüter gehalten. Abwechslung bestimmt das Geschehen. „3 Knocks“ überrollt das geneigte Ohr geradewegs, derartig abrupt hereinbrechend, reißt gigantischer Flutwellenbewegungen vom ersten bis letzten Takt vollständig mit. Zwischendurch wird in horrorlastigen Rockmodus umgeschaltet, wo der knackige Groove den Vorzug erhält, hierbei kann Elisabeth fast überwiegend raumgreifend heroisch singen, während fiese Sprechgesangparts von Mat ergänzende Spannung aufbauen, ehe am Ende noch stampfende Parts und Furienhafter Gesang von Elisabeth den Dramaturgiegehalt steigern. „Evil Nun“ drückt massiv eingängig in gedrosselter Temporeduzierung, danach folgt der von satten Riffs gepflasterte Brückenpart, fällt qualitativ weit von den anderen Songs ab, zumal sich das häufig wiederholende Hauptwort dafür sorgt, dass der Track seine Längen hat. „Orb Weaver“ beginnt ganz bedächtig mit knarrzigen Gitarrenakkorden, ehe das Härtelevel unmittelbar sich steigert, zusätzlich zieht das Tempo abrupt an, der Song bekommt raumgreifend Progressives Faible mit überraschenden Kehrtwendungen, ehe Stampfbeatkaskaden und getragener Gesang zwischen SUZY QUATTRO, BLACK SABBATH und UFO für Auflockerung sorgen. „Goat Vision“ geht unwiderstehlich kraftvoll groovend nach vorn entwickelt hymnisches DüsterFlair, verbunden mit urig-kauziger Umrahmung bei solcherart Nummern kreist der Gedankenfokus mehr als einmal um das Italienische Heavy/Doom-Quartett THE OSSUARY, „Burn The Messenger“ entwickelt zwischen Vorwärtsdynamik und gebremst nachdenklich wie mächtig emotionell fesselnder Attitüde gewaltigen Vorwärtsdrang, Elisabeth Blackwell packt ihr heroisches Gesangsrepertoire aus, während Ohohosingalongs Stimmungsvolle Hitergrundeffekte erzeugen.
Obwohl es laut Infoblatt heißt für BLACK SABBATH, DANZIG, JUDAS PRIEST und MOTÖRHEAD-Fans reicht das Material des druckvoll produzierten Releases weit über dieses Einflussspektrum hinaus. Gepackt in ein Coverartwork, das leicht Gedanken zu Metal Queen LEE AARON in den Mid80ern weckt, knallt dieser Output unwiderstehlich mächtig.
Fazit: Extrem satt auf die Zwölf gehender Okkult Horror Epic Doom dessen Inhalt nichts für Schwache nerven ist, sein Fanklientel sicher findet. Bockstarker Tobak mit Ecken, Schattenseiten, Düstermelancholieabfahrten und scharfer Kante! 8,5/10

