UNCLE ACID AND THE DEADBEATS - Shapes Of Midnight


VÖ: 18.09.2026
(Killer Candy Records) 

Style: Okkult/Psychedelic//Dark Wave/Gothic/Proto Doom/NWOBHM/Hard Rock/Glam Rock 

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UNCLE ACID AND THE DEADBEATS

Passend zum kräftigen Gewitter kann ich jetzt die neue UNCLE ACID AND THE DEADBEATS reviewen. Enttäuscht haben sie mich bisher nie. Wie verhält es sich nun mit dem aktuellen Longplayer? Düsterwavelastig eröffnet der knapp Sieben minütige u. a. mittels Glockenschlägen unterstützte Longtrack „House By the Grave“, den Kompositionsreigen. Großartiger Spannungsbogen im Mittelteil, unverkennbares Proto-Heavy Metal/Doom-Flair im Sinne der urgewaltigen BLACK SABBATH durchweht den mächtig Fahrt aufnehmenden selbst rasante Rhythmustempowechsel meisternden Track, der am Schluß in massiv abgehender Jamsession endet. UNCLE ACID AND THE DEADBEATS waren schon immer anders als andere Bands, experimentiell, unberechenbar. 

Trotz aller bittersüßen Romantik halten Horrorthemen denen immer ein Hauch von Gefahr, Zwielicht, Realität und das Gefühl es-liegt-was-in-der-Luft Einzug ins Geschehen. UNCLE ACID AND THE DEADBEATS bleiben sich treu weiterhin für labile Gemüter nicht zu empfehlen ungeeignet mit deutlicher Warnung besser die Finger von solcher Musik zu lassen die schon ziemlich Tief ins psychedelische 'Shapes of Midnight' heißt das nunmehr siebente UNCLE ACID AND THE DEADBEATS-Album und geht schon beim schnell getaktet fetzigen „Don't Let it control you“ inklusive betörendem etwas an das Stimmtimbre von CAULDRON Sänger Jason Decay erinnernden Klartongesang dynamisch Gothic-Dark Romantic Wave lastig nach vorne los. Erfrischend lebensbejahend rockt das von immer prägend vorhandemen Dunkel-Unterton angehauchte Stück nach vorne los.

„When Evil Wakes“ zeigt sich schleppend Psychedelic Doomig mit Orgelklängen untermalt, frühe 70erBLACK SABBATH treffen auf die Endsechziger/Früh70er Psychedelic Dinos T.REX, währenddessen das schmissige Leadgitarrensolo Parallelen zu unentbehrlichen Blues Urvätern wie John Lee Hooker deutet.

Der griffige Titeltrack lässt unverkennbar viel Faible für Glam Rock-Urväter vom Typ SLADE aufblitzen. Hinzu gesellt sich ein kräftiger Schuß Proto NWOBHM-Hard Rock-Vibe im Einklang mit feinfühlige wechselnder Melodieführung, Tempovariation und und heroischem Gesang ergeben eine stimming ineinander fließenden Grooveteppich, der dem Song gewissen Erinnerungswert an eine Zeit gibt als Glitter, Glam, Plateauschuhe, Hüte und Spandexhosen angesagt waren.  „Psycho on the Loose“ pendelt sich als derbe Rhythmuspeitsche im härteren zugleich mystifizierten ALAN PARSON'S PROJEKT-Stil ein. Krachend Hart Rockende Gitarrenriffs, treibendes Drumming, heroischer Gesang und jederzeit spürbare Dunkelaura lassen das Gänsehautbarometer bei diesem durchweg krassen Horror-Rocker unweigerlich nach oben schnellen. „I Won't Sleep“ (Til You're Gone) entwickelt gespenstische Stimmung, schlägt in lässigen Parallelen zu der irischen Kleeblatt Hardrocklegende THIN LIZZY schlagenden Tanzgroove um, wirkt idyllisch jedoch der Schein trügt, es birgt ein furchtbares Geheimnis. Bei diesem Stück behalten Dark Wave, Gespensteratmosphäre mittels Keyboard, Trompetenklängen und ein Gefühl als lauere versteckt wie schleichendes Gift ein die Seele umgarnender Killer im Hintergrund mitsamt Choralgesang die Oberhand. Im siebten von dunkeldoomigen Sphärentouch gezeichneten Song „The Other Side of the Sky“ bleibt es massiv düsterheavy rockig und wie bei UNCLE ACID AND THE DEADBEATS nicht anders zu erwarten morbide, Tödlich, psychedelisch von Horrorphantasien, Blut und Killeratmosphäre umgeben. Selbst glockenhell betörender zeitweise frühen DEF LEPPARD nahe kommender Klargesang (inklusive angedeutet Stadionlastigem Rockvibe) tröstet nicht darüber hinweg, auch „Sleep No More“ in temporeduziert kompakt düsterer Vertaktung bringt alles andere als liebreizende Messages, sondern schleppende Gänsehaut bis unters Dach. Opulent gemächlich beginnend entfaltet der gedämpfte auf Grundlage schleppender Bluesrhythmen basierrende Song in räudigen Gitarrenriffs, denen ein siedendheißes Leadsolo folgt wobei der Schlußakkord je länger die Nummer im Playerschacht rotiert, mittels beschwörender wie in Trancerausch gleitend unheimlicher Kanongesaänge am Schluß höllische Tiefenwirkung entfaltet.  

Hitpotential, Eingängigkeit, und berauschend fließende Übergänge sowie das für UNCLE ACID AND THE DEADBEATS bezeichnende Faible für bedrohliche Gefahr und Horrorfaible machen dieses feine vielschichtig arrangierte Album zu etwas Besonderem. Die Engländer haben hier ein echtes Meisterwerk verzapft. Weckt Suchtgefahr! 

Fazit: Bockstarker Genretobak einer musikalisch veränderten, dennoch nicht ganz von ihren Roots entfernten Band. Prädikat: Genreverbindend wertvoll! 9/10

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