LION'S SHARE - Dark Hours


VÖ: 28.08.2028
(Metalville) 

Style: Heavy Metal 

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LION'S SHARE

Liegt 'Inferno' gerade mal knapp ein halbes Jahr zurück, legen LION'S SHARE mit 'Dark Hours' das nächste Studioalbum auf den Tisch. - Denkste! Wirklich neu ist das vor siebzehn Jahren erschienene Album nicht, denn es handelt sich um eine für Fans, Liebhaber und Sammler gleichermaßen lohnenswerte Wiederneuauflage.

Interessant wird es beim Blick auf die 2009 verarbeitete damals wie heute immer noch aktuelle Thematik. Inhaltlich widmet sich 'Dark Hours' einigen der dunkelsten Kapiteln aus den 60er Jahren, u. a. Charles Manson, Ermordung von Martin Luther King, Che Guevara, Prager Frühling und aufkommende Verschwörungstheorien über die angeblich gar nicht stattgefundene Mondlandung. Ereignisse, die gar nicht so fröhlich waren, wie es im Regelfall nach Außen erscheint, zumal sich die 60er Flower-Power-Zeit nur allzugern auf der Lichtseite präsentiert, während dessen die unangenehmen Schattenseiten unter den Tisch gekehrt werden. Soweit hierzu.

Spätestens damit soll rückwirkend natürlich die Musik für sich selbst sprechen: Da geht es beim Opener „Judas Must Die“ ohne viel Federlesens kompromisslos per treibendem Speedtempo zur Sache. Nils Patrick Johansson zeigt sich stimmlich in Bestform. Was dieses Album so effektiv macht, liegt in der Eingängigkeit aller Songs, weniger (allenthalben bedingt vorhandener) Progressive Anteil. Auf diesem starken Album dominieren Geradlinigkeit, Spannung, Tempovariation, satter Groove, heroisches Flair und feine Melodieführung umgeben von dunkler Aura, zwischendurch fließt auch mal Progressive-Anteil mit ein. „Barker Ranch“ führt vor Augen, dass Progressiv gestalteter Metal mitunter durchaus recht spannend sein kann, sofern es mit verschachteltem Geschwurbel nicht allzu sehr übertrieben wird.

„Demon In Your Mind“ gibt sich zunächst lustig, ehe Schluß damit ist und es in Hymnenhafter Theatralik per flottem Taktbeat weiter geht. Heroischer Gesang und tempogredosselte Rhythmik passen zu dem flotten Powerbreaker hervorragend. Richtig mystisch wird’s mit „Heavy Cross To Bear“, feiner den heroischen sich in Theatralik ergehend kehligen von Nils Patrick Johansson kontrastierender Clean-Gesang rundet den im DIO/RAINBOW gestrickten Stampfer ab. Geradlinig kraftvoll heavy rockt „The Bottomless Pit“ laut-leise Dynamikfaktor gibt dem dunkelmystischen Stück gewaltig Würze. „Napalm Nights“ geht mächtig nach vorn zeitweise in derbe Thrashattacken ausbrechend, ehe „Space Scam“ beissend zynisch durch atemberaubende Stimmungs und Tempowechsel verbunden mit leichtem Progeinschlag und heroischem Twist die kritische Aufarbeitung der angeblich nicht stattgefunden Mondlandung Revue passieren lässt. „Behind The Curtain“ fällt in massiver Düsternis getränkt von geballter Wucht dichter Gitarrenwände, aufgelockert durch Bombasteffekte, Akustikgitarre und Keyboards.

Bei diesem gelungenen Tonträger kommen sowohl traditionelle Heavy Metal-Fangemeinde einschließlich DIO/BLACK SABBATH, RAINBOW-Fanklientel als auch ASTRAL DOORS-Anhängerschaft auf ihre Kosten, zumal der Release kein Gramm kompositiorischer Klasse noch Aktualität der Thematik verloren hat.

Fazit: Lohnenswerter Neurelease eines der besten LION'S SHARE-Alben. 8/10

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