YOTH IRIA - Gone With The Devil

VÖ: Bereits erschienen
(Metal Blade)
Style: Okkult Romantik Black Metal/Epic/Gothic/Folk/Classic Metal
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YOTH IRIA
YOTH IRIA existieren schon sieben Jahre, genauer sind seit 2019 aktiv und haben vor noch nicht allzu langer Zeit ihr drittes Album herausgebracht, wie konnte diese Band so lange an unserem Zine vorbeigehen? Darüber hieß es nun, sich ernsthaft Gedanken machen. Debüt und Zweitwerk kennend, war jetzt endlich mal ein Review zu dieser feinen trotz Features (uz. a. im Deaf Forever) Underground-Perle aus der Griechischen Hauptstadt Athen zu schreiben. Black Metal? Durchaus aber nicht nur. YOTH IRIA sind eine Black Metal Combo besonderer Art. Stilistisch einmalig, schwierig mit anderen Acts vergleichbar, extrem eigenständig-flexibel. Geändert hat sich einiges aber nicht alles. Klang das 2021 erschienene 'As The Flame Withers'-Debüt noch undergroundlastig nach Demo produziert, während es vermehrt Anteile aus Epic Metal, Folk, Doom und Death Metal beinhaltete, indessen das drei Jahre danach 2024 veröffentlichte Zweitwerk 'Blazing Inferno' schon wesentlich raueren Ton fahrend trotz erneut zweifellos vorhandender Epic-Parts deutlich mehr auf's Tempo drückend öfter extrem knüppelnd sich mehr Parallelen zu skandinavischem 90er Black/Death Metal aufwies, zeigt sich das dritte Album 'Gone With The Devil' den Vorgänger-Alben gegenüber wiederum um einiges verändert, obgleich die Basis geblieben ist.
Das macht sich schon beim epischen Opener 'Dare To Rebel“ bemerkbar wo gleich zu Anfang viel Epik, Orchestraler Bombast und Spannung in der Luft liegen, bemerkbar. Zeitweise hat die Musik der griechischen Black Metalband immer etwas episches, zwischendurch auch mal doomiges, traditionelle Metalroots ebenso zu erwähnen, neben harrschen Growls bildet klarer Gesang feinen Kontrast zu den harrschen mehr nach wilden Seefahrergeschichten klingender Vocals und feiner heroisch gesteuter Choräle, siehe „Woven Spells of a Demon“ es kraftvoll zu hymnenhaft heroischem Flair groovt. Hochtongesang statt Gebrüll, während harrsche mehr im Death als Black Metal behaftete Growls mehr im Hintergrund stehen. „The Blind Eye of Antichrist“ eingeläutet durch gefühlvoll raumgreifende immens zentnerfett Gänsehaut auslösende Frauenkanons, ehe danach schweres Breitseiten und das beeindruckend harrsche Organ von He kräftig bei dieser von Ohrwurmhymne zur Orgie sich steigernden nachlegen, zeitweise wird es auch schon mal etwas progressiv, aber nie allzu sehr verschachtelt, „I Totem“ verharrt in schleppenderer Geschwindigkeit. Nikolaus Narlebe/Niberius ergeben ein sich hervorragend ergänzendes ungemein kreativ riffend bzw. solierendes Duo, während Bassist Jim Mutilator in gemeinsamer Zusammenarbeit mit Schlagzeuger Vasilis Stavrianidis eine vorzüglich punktgenaue Rhythmusabeilung bildet.
„3am“ zeigt sogar Nähe zum schweren, zugleich melodischen Gothic-Metal, von PARADISE LOST oder MY DYING BRIDE liegen sie gar nicht mal so weit entfernt. Opulente Sprechpassagen tragen ebenso Anteil zum enormen Spannungsaufbau bei. „Give Em My Beautiful Hell“ geht mehr in Richtung Black Metal mit Gothic Metalinfluenca, zeitweise mit traditionellem Folk veredelt, danachg geht es packend weiter: „Once in a Blue Moon“ erinnert beinahe an ein schwermütiges Wikingerhymnen-Opus, druckvoll im Uptempo-Modus baut diese Faustreckhymne abermals intensiv Spannung auf, „Blessed Be He Who Enters“ entwickelt wieder gewaltiges Ohrwurmpotential. Anschließend kommen wir zum Finale: „The End of the Known Civilisation“ fährt den Härtegrad verbunden mit erhöhter Geschwindigkeit, Epic, Spannung, Düster-Gothicanteil (inklusive Marschrhythmus-Drumsolo!) nach oben, heroisches Faible macht sich ebenso bemerkbar, danach setzt „Harut, Government, Fallen“ angehaucht vom Geist des 90er-Black Metal fesselnden Schlußpunkt unter ein so wie es sein muss, kraftvoll produziertes Album, dass alle Komponenten erfüllt, die vom Start weg mitreissende Schwarzwurzel-Releases im Hier und Jetzt der aktuellen Gegenwart auszeichnen. Die musikalische Weiterentwickung von YOTH IRIA deutet sich schon im nahtlos zu den Coverartworks der beiden ersten in Richtung Dunkel-Fantasy tendierenden Coverartwork an. Zeitweise schälen sich mitunter epische BATHORY-Anteile heraus, auch so mancher Bezug wenn es mehr in die harrsche Black Metal-Knüppelecke geht, zu ihren Landsleuten VARATHRON und gewaltig Einfluss der portugiesischen Fusions-Düsterheimer-Könige MOONSPELL ist drin, während ebenso starke 90er Black Metal-Einflüsse vorhanden sind, jedoch stellt das Album erst recht überhaupt keine Kopie der genannten Vorbilder dar.
YOTH IRIA gelingt das Kunststück den schwierigen Spagat zwischen epischem Bombast, rasanter Black Metal-Dramaturgie, Orientalem Odeur, Verschrobenheit und Helden- Pathos zu bewältigen, womit sie sich kilometerhoch aus dem Wust belangloser Einheitsproduktionen abheben. Jedes Album der Griechen (für mich die beste Schwarzheimerkapelle aus der Hellas-Nation seit ROTTING CHRIST!) entpuppt sich als Kunstwerk. Zeitweise schält sich auch schon mal ein vermehrt in Richtung Skandinavischer Black Metal Acts rüber schielendes Feeling heraus. Schon zum dritten Mal ganz großes Kino einer brückenbildend in origineller Weise Genre -verbindenden Band,deren Kreativer Schaffenskosmos Genregrenzen überschreitet.
Fazit: Hochgradig abwechslungsreich, episch vor Spannung platzend, fliegen YOTH IRA einmal mehr in ihrer völlig eigenen Liga, wo sie unerreichbar sind. Ein weiteres gelungen arrangiertes Hochkaräter-Meisterepos der mystisch-romantischen Okkult-Black Metal-Brigade! 9/10

