TYRAEL'S ASCENSION - Grave Seeker


VÖ: 24.07.2026
(Rottweiler Records) 

Style: Metalcore/Deathcore/Groove Metal 

Hoempage: 
TYRAEL'S ASCENSION

Zugegebenermaßen Metalcore ist nun überhaupt gar nicht so mein Ding, soviel sei für dieses Review vom TYRAELS ASCENSION-Zweitling vorausgeschickt. Als Referenzen sind MEGADETH, IN FLAMES, TRIVIUM und SOILWORK laut Waschzettel angegeben was bei dem Zweitling dieser durch filigrane Gitarrenarbeit punktenden Band, während hingegen der Gesang stellenweise zum Fremdschämen ist. Das Vorgängeralbum kenne ich nicht, weshalb hierzu keine Beurteilung erfolgt.

Nummern wie „Darkened Soul“ (sonnt sich in sanftem Abgang), „Bitter Sweet“ , „Fire From The Sky“ oder „Ethereal“ leben von raumgreifenden Beats, krachendem Grooves zeitweise intensiver Leadgitarren-Melodieführung und harrschen Shouts, Growls, Screams und was immer noch so an Stimmbandverzerrungen möglich ist.

Eigentlich könnte ich es kurz fassen, jedoch steckt hinter dem für mich rein muskalisch gesehen schwierig zu besprechenden Album ein Konzept, was es wiederum interessant erscheinen lässt. Die frisch übersetzte Geschichte hinter dem Konzeptalbum lautet:
Gezwungen, doch niemals gebrochen, steht der kampfesmüde Engel in der Dunkelheit, badend im silbernen Licht eines Jägermondes. Er hat alles für die Menschen der verwüsteten Erde gegeben und für ihre Erlösung gegen eine endlose Flut dämonischer Bosheit gekämpft – sein Schwert gegen einen Ansturm aus Zähnen, Klauen, Feuer und Verdammnis. Mit ganzem Herzen und ganzer Seele hat er sich gegen die blutrünstige Grausamkeit und die heimtückischen Machenschaften des Feindes aufgelehnt und war so lange die letzte Hoffnung einer bedrängten Welt … doch der Kampf tobt weiter …

Genrefans zwischen Metalcore und Groove-Metal werden dieses Album vielleicht sehr hoch in ihrer persönlichen Skala einstufen, bei mir pendelt es sich mehr in gebremster Eurphorie ein, die Begeisterung hält sich in Grenzen. Um das mal klarzustellen: Handwerkstechnisch gibt es an der Truppe nicht viel auszusetzen. An Dunkelheit und Melodie mangelt es der Truppe auch keineswegs jedoch will das Songmaterial nicht wirklich fest hängen bleiben, obschon der Kreativreichtum von TYRAEL'S ASCENSION durchaus gegeben ist. Beispiel davon gibt u. a. „The Serpents Demise“ wo es zunächst dezent akustisch zugeht, ehe brutale Riffs einsetzen, an sich ganz im Sinne der Sache, wenn da nur nicht der furchtbare sich kaum für einen direkten Stil (Brüllen, Keifen, Growlen, Schreien oder entscheiden könnende Gesang wäre, muss wohl bei dieser speziellen Art Musik bzw. deren Alben so sein. „The Summoning“ haut dann mal richtig mit Dampf auf den Kessel, allerdings geht weiblich beigesteuerter Klarton-Hintergrundgesang entgegen der lauten Gitarrenfront völlig unter, womit sich eine Form von Disharmonie ausbreitet, deren kontraproduktives Wirken diesen Ansatzweise guten Song zu nichte macht.

„Search for the Cure“ baut mittels feiner Leadsoloschleifen und akustischer Klänge Schritt für Schritt reichlich Spannung auf, danach kreist erwartungsgemäß der Knüppel, diesmal harmoniert der Gesang, weshalb mir das Stück samt passender Shouts nicht auf den Zeiger geht, was bei Metalcore für mich schon was heißen will. Bei den Melodischen Klampfen kreist der Gedankenfokus um SYSTEM OF A DOWN, wobei nicht gesichert ist ob sich diese Referenz als Vergleichswert eignet. BULLET FOR MY VALENTYNE fallen mir dazu nur ebenso ein, danach geht es mit „Ethereal“ wo Deathcore (Metalcore mit Deathgrowls) über den gesamten Song hindurch bestimmendes Element bleibt, ehe dann ein gemäßigt in Pathosregionen übergleitender Part sich entwickelt, wie ein Pflänzchen, das zunehmend wächst. „Fragmented Pieces“ gibt dem raumgreifenden Faktor erneut viel Freiraum, „Tears“ bringt wieder bevorzugt trauermelancholisches Flair mit ein, ehe die nicht stimmigen Sprechparts und Vielseitigkeitsüberfrachteten Gesangsperformances erneut zum Fremdschämen sind, schade, das gute Songs derart versaubeutelt werden, weil aus dem Stück mehr herauszuholen wäre was mittels andächtiger Pianoklangzauherei am Ende noch gelingt. Der Titelsong dieses als Konzeptalbum gedachten Tonträgers verharrt in düsterdepressiv-Trauerstimmung womit eskein Happy End für den Helden gibt, dessen Kampf unaufhörlich weiter geht...

Fazit: Für einen von mir ungeliebten Stil beachtlich, mit nicht immer stimmiger Gesangsperformance, wofür es einigen Abzug in der B-Note gibt. Genrefans werden's mögen, ich meide diesen Release wie der Teufel das Weihwasser... 7/10