SHAYTAN - II-Incarnate

VÖ: 26.06.2026
(Barhill Records)
Genre: Doom Metal
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SHAYTAN
Aus der Asche von DEMON INCARNATE ging 2022 eine weitere saarländische Doom-Combo hervor. Schlagzeuger Kai Schneider und Gitarrist Jan Paul beschritten den Pfad weiter und holten mit Jochen Klose einen von BLOODCRAVING oder NO Hope erprobten zweiten Gitarristen dazu. Als Sänger und Bassist konnte Julian Küster gewonnen werden, der nebenbei in mehreren Bands aktiv ist. Im Folgejahr spielten SHAYTAN im Studio Greywolf ihr „Chapter One“ ein, es folgten zahlreiche Auftritte auf einschlägigen Festivals oder im Vorprogramm von WARRIOR SOUL. Nun wurde der prominente Soundtempel erneut geentert, um mit „II-Incarnate“ den Bandsound zu manifestieren.
Für das Genre schon recht fordernd schält sich der Opener „The Sickle“ aus dem bedrohlichen Intro heraus. In der Bridge wird das Tempo etwas rausgenommen, um einer Atmosphäre zwischen orientalischem Flair und psychedelischer Note Raum zu geben. Erwähnenswert ist die melodische Schlagseite, was nicht nur für die Vocals, sondern auch das Solo gilt. Von den erweiterten Einflüssen her tendiert „B.O.P.“ in eine ähnliche Richtung, wobei der beschwörende Einstieg etwas an das Debüt erinnert. In dem Song setzt das Quartett auf breaklastige Rhythmik, die dem weiten, getragenen Refrain die Tür öffnen.
Interessant ist das Songdoppel aus „Left Hand Path“ und später „Right Hand Path“, das sich vielleicht etwas zu sehr bei den Urvätern bedient. Könnte die linke Hand sich irgendwo an „Masters Of Reality“ festhalten, so erhebt sich die rechte zu blutigen Sabbaten. Im Verlauf weichen SHAYTAN mehr von der Linie an, bauen mehr und mehr Hammondklänge ein, um gegen Ende unheilvolle Leads auf leichten Jam-Charakter prallen zu lassen. Die Orgel findet sich ebenso in den beiden Teilen des instrumentalen Kleinods „Bharanzar“, welche die beiden Stücke einrahmen. Dazwischen wurde noch das breite, leicht Stoner-mäßige „Crescent Moon“ gepackt, dessen Ende großartige Leadmotive aufweist.
Diese düstere Atmosphäre kennzeichnet nicht den instrumentalen Anteil von „The Witness“, dafür umso mehr die flehenden Gesangslinien. Zu Beginn noch groovig, nähert sich die Nummer immer mehr dem Epic Doom an, wie ihn die Labelkollegen GRAVETY zelebrieren. Beide beweisen, wie lebendig das Genre im Saarland ist, und halten die Fahne mit zwei starken Releases hoch, wobei mir die Countrymates noch eine Spur klarer agieren. So ist das programmatisch abschließende „Coda“ eine Idee zu ruppig geraten, spielt aber gekonnt mit der Dynamik. Nach einer kleinen Pause macht die Nummer ihrem Namen alle Ehre und leitet ruhig, von der Orgel flankiert aus „II-Incarnate“ heraus, hat dabei was von folkigen AMORPHIS.
7,5 / 10

