MORTAL TERROR - Filthy Old Thrash


VÖ: 26.06.2026
(Eigenpressung) 

Style: Oldschool-Thrash Metal mit NWOBHM, Death- und Speed Metalversatz 

Homepage: 
MORTAL TERROR 

Ich denke, der Titel sagt alles! MORTAL TERROR, müssen weder sonderlich experimentieren geschweige irgendwas erfinden, was schon seit den 80ern da ist, wie auch diese zu den ältesten Thrashbands hierzulande gehörende Kasseler Szene Institution beweist. Wo andere Bands im Laufe der Jahre in den Absacker-Modus fallend schwächere Alben liefern, bestechen MORTAL TERROR durch Originalität, Dynamik und einer massiv geballten Power, gepaart mit reichlich Finesse, deren technisches Level sich mit den Besten Thrashacts national wie international unabhängig ob Ruhrpott oder Bay Area, messen kann. Diese sich abzeichnende Bandentwicklung setzte spätestens mit dem 2016 erschienenen „Creating Destruction“ ein. Speed und Thrash wurden zurück zur Basis geführt, die im Herz der unverzichtbar essentiell-wertvolle Pionierarbeit leistenden NWOBHM-Bewegung liegt.

Album Numero sieben zeigt, die Band ganz so, wie sie dem Rezensent bekannt ist, keinen Deut anders: Rabiat, kompromisslos, Straight, unbekümmert, ruppig, rau, - direkt mitten auf die Fresse! 40 Jahre in der Underground-Szene aktiv, haben sich MORTAL TERROR mittels harter Arbeit plus zugehörigem Durchhaltevermögen aller Tiefpunkte verdient ihren festen Platz erkämpft, sind schon seit Gründung eine nicht mehr wegzudenkende Underground-Thrash-Szene-Institution. Zusammen mit den Kollegen von TOXIN bilden sie das Rückrad der Nordhessischen-Thrash-Metal Szene. Großen Anteil daran, dass MORTAL TERROR im seit den Anfangstagen bestes Band Line Up auftretend, immer überall Garant für schweißtreibend-energiegeladene Shows sind haben Vocalist Jann „Der Praktikant“ Hoffmann und Andreas Klein als zweiter Gitarrist, die ihre Vorgänger optimal ersetzend frischen Wind in die Band bringen. Wo das letzte Album 'Bite Of The Underdog' 2020 endete, setzt 'Filthy Old Thrash' diese im Laufe der dazwischen liegenden sechs Jahre kontinuierlich ausgebaute Entwicklung unbeirrt fort. Jann „Der Praktikant“ Hoffmann macht einen unglaublichen Job – strapaziert seine Stimmbänder so variabel wie bisher nie, nach allen Regeln der Kunst, schreit, brüllt, shoutet, röhrt und keift, holt immens Energie aus den Stimmbändern. Die Gitarrenfraktion Dirk Wieland/Andreas Klein zeigt sich noch weitaus nachhaltiger will heißen, mehr verbessert als dies auf 'Bite of the Underdog' der Fall war. Jürgen Grauer und Gerret Roxx Geilich ebenso - bilden ein arschtight zu Werke gehendes Rhythmusgespann.

Erstaunen weckt die Tatsache, dass zwar die Cd im digitalen Audioformat erhältlich ist, während sich die Vinylpressung durch Insolvenz vom zuständigen Presswerk zeitlich verzögert nach hinten verschiebt. Ein Missgeschick, dass aber die Band keineswegs nach hinten wirft. 'Filthy Old Thrash' geht als das ambitionierteste zumal technisch ausgereifteste Album durch, das bis heute von der Kasseler Szene-Institution MORTAL TERROR im Player landete. Bestätigung hierfür geben auch das professionelle wie druckvolle Produktionsschema, optisch aussagekräftiges Coverartwork und zeitgemäß verarbeitete Thematik innerhalb aller Songtexte. Alles wirkt durchdacht und bis ins noch so kleinste Detail sorgfältig arrangiert.

'Filthy Old Thrash' (Albumtitel passt wie der Arsch auf den Eimer!) läuft wie gewohnt zu 100 % o l d s c h o o l ! Mächtig angepisst, ruppig ungeschliffen roh, extrem aggressiv mit nachhallender Wirkung bei aller Energie vor spielerischer Finesse strotzend kann diese Combo jede Bühne binnen weniger Minuten zerlegen. Was beim Titeltrack „Filthy Old Thrash“ hervorsticht, ist der starke teils punkige mächtig Arsch tretende Anstrich. auch die VENOM-Anspielung „lay down Your Soul to the Gods Rock n' Roll“ zeigt, mittendrin folgt ein IRON MAIDEN- genauer deren Opus Magnum „Rime of the Ancient-Mariner“ gemahnender Düster-Epic Ruhepart ehe ein Gitarren-Speedhurrikan alles wegbläst. Schlagzeuger Jürgen Grauer gibt seiner Fellelandschaft Saures, treibt die Gitarrenfraktion unermüdlich mit kraftvollem Punch voran, bis ein knackiger an die Marburger Black Speed Thrasher KNIFE („White Witch, Black Death“) erinnernder Midtempo-Riffpart zum Faustrecken einschließlich Mitgröhlen für gelungenen Abgang dieses heftig packenden sich unter Garantie bei künftigen Liveauftritten wieder findenden Einstiegs-Hymnenhammers mit effektiv eingewobenen NWOBHM-Tribut sorgt.

Neben bekannt ruppiger Thrashattacke würzen MORTAL TERROR ihren Stil mit Speed, NWOBHM- und ein wenig Death Metal-Versatz, bleiben in der Grundlage immer Filthy Old Thrash, wie der Albumtitel eben sagt. MORTAL TERROR gelingt das Kunststück all diese Zutaten fließend zu einer Melange zu verabeiten. Zunächst durch ein schräges Intro die Geister der Vergangenheit austreibend, geht es danach ins Eingemachte. „1986 -6-6“ wirkt als Zahlenkombination skurill, steht allerdings für das Gründungsdatum der Band Zunächst düster bedrohlich fast doomend geht danach richtig massiv die Post ab. In „I Come For Everyone“ schält sich überraschend ein echter Hymnenohrwurm heraus, dessen durch Backingvocals gestützter Refrain im Ohr hängen bleibt, der als Kandidat für Liveauftritte durchgeht. „Cold, Ugly and Rotten“ geht ebenso als für Livepräsentationen sich empfehlend brutal heftig mit massiver Kapazität killendes Thrash-Monster durch, da liegt Massen-Faustreckalarm regelrecht in der Luft, aufgelockert durch tempo herausnehmende Midtempoparts einschließlich Speederuptionen, kreist am Ende noch der Thrashknüppel. „Under Attack“ geht als mächtig auf's Gaspedal tretender Nackenwirbelzerstörer mit zwischendurch kraftvoll eingestreutem Groovepart durch, der auch alte METALLICA oder D.R.I. Mal kurz durchblitzen lässt, dabei treten frühe MORTAL TERROR-Thrash-Wurzeln hervor. Zwischendurch sorgt ein Twist mit NWOBHM-Einfluss dafür, dass es nicht eintönig wird. „Deadly Class“ lässt weitere Feinheiten erkennen, u. a. (verspielte MEGADETH und CELTIC FROST achtet hier mal auf die tief aus dem Bauch kommenden Schreie. - Urgh! Selbige sind auch bei m treibenden „Here comes Some Speed“ präsent das ebenso Platz für melodische Arrangements zum Durchatmen lässst. In „We Own This Night“ hauen MORTAL TERROR am Ende noch ein fettes zeitweise melodisches durch galoppierende Gitarrenriffs ergänzt heftig Tempoforcieremd angetriebenes Pfund raus, dass mit ungehobelter Wucht und rotzig-dreckiger Punk-Attitüde auf deren Wurzeln Thrash Metal basiert, mächtig oberamtlich auf die Glocke haut.

Fazit: 'Filthy Old Thrash' ist ein geballtes Underground-Statement für dreckig rohen, rotzig aggressiv energiegeladenen Filthy Old(school) Thrash: - Thrash, Speed, Burn!!!! 9/10

 

 

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