DRAKKAR - Invasion

VÖ: 19.06.2026
(Wormhole Death)
Style: Heavy/Power/Speed Metal mit Bombasteffekten und Zutaten
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DRAKKAR
Mit lauten „Pull, Pull“-Rufen angefeuert vom obersten seine Leute zu schnelleren und kräftigerem Rudern anfeuernden Vikingeranführer, und Geräuschen rauem Seegangs beginnt das vierte Studioalbum der belgischen Power Speedcombo DRAKKAR. Diese bereits 1983 gegründete Band ist schon länger im Geschäft als viele zu glauben geneigt sind. Leni Anderssen ist das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Nach einigen Line Up Wechseln hat es immerhin fürs vierte Studioalbum gereicht. Inhaltlich beschäftigt sich das 'Invasion' getaufte Gesamtwerk mit den barbarischen Seeräubern vergangener Zeit – den Wikingern.
Rauer Gesang, furiose Rhythmustempowechsel, Powerspeed-Tempo aber auch Temporeduzierung und Soundeffeke lassen das auf den ersten Blick leicht zu beschreibende Songmaterial immer deutlich umhrahmt von Wikingerthematik abwechslungsreich wirken. Dafür sorgt ein Sammelsurium diverser Soundeffekte.
„Invastion“ startet als brachialer Titeltrack wirkt jedoch etwas zu verschachtelt um direkt im Ohr hängen zu bleiben, obschon Härtegrad, Geschwindigkeit und Stil-wechsel den Song ausfüllen, läuft dieser Opening Track nicht sofort ins Gehör. „Mad Clown“ startet ersteinmal mit Clownsmusik ehe eine Power-Speedabfahrt in bester early ALESTORM meets RUNNING WILD inklusive den harrschen Hauptgesang stützender Backingvocals einsetzt. Gelächter, Kinderstimmen und eine Gestalt die „I am Your Nightmare“ sagt, Worte, die nahezu wie süßes Gift ins Ohr geträufelt werden. Die Rückkehr von Bandleader Leni Anderssen macht sich heftig bemerkbar, dessen immens variabel gestaltetes Stimmbandvolumen zwischen harrschem Seefahrertimbre, theatralisch kehlig und zeitweise gar mit Klartonfacette liegt, hält sein Schiff trotz starkem Wind und tosendem Wellengang sicher auf Kurs.
„Never Touch The Stars“ knallt druckvoll Powerspeedig von gebremsten Groove Metal-passagen unterbrochen, ehe das Tempo wieder gewaltig anzieht, wenn das Schiff mit gesetzten Segeln bei starkem Wind Fahrt aufnimmt. „666 Rock n' Roll (Tribute To Them“) donnert kantig im Heavy Thrash n' Roll-Beat, öfters den Stil wechselnd. Gregorianische Mönchsgesänge geben dem zeitweise Tempo heraus nehmend ins bombastisch übergehenden Stück einen Hauch Epic Touch. „The Everlasting Journey“ kombiniert schwere Doomanteile mit pfeilschnellen Speedparts ergänzt durch weibliche Hintergrundvocals. Was diesen Tonträger nicht immer leicht verdaulich macht, ist der Einsatz diverser Stilmittel, die so sinnvoll es vielleicht erscheinen mag, hier und da noch etwas mehr Strukturierung bedürften um effektiver weil an passender Stelle in die Songs einzufließen, manchmal wirkt es einfachspontan und aufgesetzt, obwohl der Grundgedanke die Mittel rechtfertigt.
Insgesamt ein knapp über solides Level hinausgehendes Album, das hier und da noch einiges an Luft nach oben lässt, allerdings für ein Comeback gar nicht mal so schlecht geraten ist. Neugierde ist jedenfalls geweckt. Ob DRAKKAR jetzt am Ball bleiben, obliegt allein der Band wie der Kurs, den das PiratenSchiff einschlägt.
Fazit: Passabler Piraten Metal im Power-Speed-Gewand. ALESTORM bis RUNNING WILD-Fans sind aufgefordert, das Ding einem Hörtest zu unterziehen. 7/10

