ANGELLORE - Nocturnes

VÖ: Bereits erschienen
(Ardua Music)
Style: Gothic-Doom
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ANGELLORE
Geeignete Alben für Trübwettertage finden sich gerade im Doomsektor genügend. Frankreichs Gothic-Doom-Institution ANGELLORE haben ihr viertes Album herausgebracht. Fünf in die Fußstapfen großartiger 90er Pioniere der Schiene TRISTANIA, early THE GATHERING, THEATRE OF TRAGEDY oder TYPE O' NEGATIVE tretende Kompositionen keinen Zweifel daran. Alles passt zueinander.
Jede Komposition besticht durch tiefgreifend melancholisch detailreiche sich gegenseitig zueinander ergänzende Details. Jede Komposition bildet das Grundgerüst für die nächst folgende. Im Klanguniversum zwischen betörend sanftem Frauengesang, klarem sich im Duett anpassend hohem Männergesang, zu dem tiefstimmige Deathgrowls Kontrast bilden. „Falling Birds“ ist eine heroisch getragene knapp über elf Minuten in raumgreifenden Stimmungswellenbädern schwimmende Gothic-Doom-Synfonie, deren sanftes Moment berührt. Jedes Detail findet seinen dafür bestimmten Platz. „Black Sun steht dem als am eingängsten sowie direktesten rockiger Song mit knapp Acht Minuten komplett entgegen.
Feinfühliges Gesangtimbre, dass an TYPE O' NEGATIVE-Legende (R.I.P.) Peter Steele gemahnt, gibt dem von dunklem Rockvibe umgebenen Song Form und Gestalt, ehe unwiderstehlicher Frauengesang einsetzt um den Horizont verborgen liegend sanfter Seiten massierend zu streicheln. Prickelnder Tasten-Klangzauber trifft fließende Vorwärtsdynamik und kernige Gitarrengrooves in Fusion zu dunkel eingefärbt melancholischer Sphärenlastigkeit.„Forever Fairytale“ von bezaubernder Flötenakustik eingeleitet führt in eine der Normgesellschaft im Regelfall komplett verborgen bleibende Märchenwelt, wo Dunkle Geheimnisse, unaufgearbeitete Tragödien und Abgründe menschlichen Seins im Schnittmengenfeld von Trauer, Hoffnungslosigkeit und Seelepain mündend wenig Licht von Außen an sich lassen. Selbiges gilt auch für „Martyrium“ wo sich raumgreifender Choralgesang, Gothic-Rockelemente und Melancholischer Atmosphärenbombast und Dark-Metallische Komponenten nahtlos fließend ineinander übergehend vermengen, und ein alle Trademarks der Scheibe zusammenfassendes „A Dormant Stream“ geben Zeugnis einer in ergreifender Weise berührend ihr Metier bestens kennenden Combo.
Ein Album, wie gemacht für Anhängerschaft von Kultkapellen wie TRISTANIA, THEATRE OF TRAGEDY, early THE GATHERING und TYPE O NEGATIVE.
Fazit: Ergreifend intensiver feinfühlig tiefenmelancholisch eleganter, dunkel-melancholisch Trauerfloorbeladener kann Gothic-Doom der Eliteliga – eine Hand, die aus dem kosmischen Dunkel heraus nach dem Licht der Hoffnung greift. 9/10

