BISMUT - Matsutake

VÖ: 24.04.2026
(Tonzonen Records)
Style: Progressive Heavy Psychedelic Stoner Doom (Instrumental)
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BISMUT
BISMUT sind eine Instrumental-Metalband aus Nijmegen (Holland) und Matsutake ist ein oft servierter Speisepilz in Japan, doch um Gaumenfreuden geht es auf diesem Tonträger definitiv nicht. Es handelt sich vielmehr um die Botschaft wie in dem Fall ein Pilz als Wedgio verpackt in der Form wie der sich ausdehnende Pilz der Zivilisation auf das Wohlergehen des Planeten Erde wirkt. Hätte sich dafür auch das Wort Moder gebrauchen lassen? Inspiriert von der reflektierenden Abhandlung (einem Essay) von Anna Lowenhaupt Tsing dreht sich das Thema um die Frage, wie sich eine Zivilisation innerhalb der Ruinen des Kapitalismus der sich wie eine Kontamination auf das menschliche Leben überträgt entwickelt. In dieser Lage hilft allein bewußt betriebene Dekontamination durch Polyphonien, Flüsse und Kreativ-Experimente, um eine sich beständig weiter abstumpfende Gesellschaft vor sich selbst zu schützen, Krankheiten, die sich im Sinne abstumpfender permanent eingängiger Monotonie und Hitorientiertem Denken bzw. Handelns widerspiegeln.
Ob es sich bei den sechs verzapften Tracks um instrumentalen Death Boogie (laut Labelbezeichnung) handelt, bleibt letztlich egal. Immerhin veröffentlicht das Trio BISMUT in Besetzung Peter Dragt (Schlagzeug), Huibert der Weduwen (Bass) und Nik Linders (Gitarre) schon das vierte Studioalbum. Was ist nun darauf enthalten?
Harte Gitarren, heftig klöppelnde Drums, wummernde Bassrhythmen, verträumt romantisch von der grauen Realität gern abschweifende Sentimentalität Momente verletzlich sanfter Zerbrechlichkeit unterbrochen mittels destruktivem Geknüppel ergänzt durch schleppend voluminösen Doomschweregehalt abtauchend in Spacerockige Zonen wo sich schrittweise zum Zerreißen elektrisierende Spannung entlädt. Filigran Raumgreifendes Flair, derbe Stakkatoattacken, düsterfuturistisch wummernde Sphärenlastigkeit, entgegengesetzte Kontrastfaktoren, verschiedenartig erzeugte Spannungsebenen fließen direkt ineinander. Musikalisch setzt sich das Kunstwerk durch divers ausgelotete Facetten grundlegender Elementarfragmente zusammen.
Je länger das Ding im Schacht rotiert, desto mehr entfalten experimentiell zeitlose Raumklangszenarien düster futuristischem Inhalts gehaltvoll ihre Wirkung, wie der Matsutake, der seines irreführenden Namens als Stinkende Delikatesse weder industriell züchtbar noch kultivierbar stets am besten als Speisepilz schmeckt.
Fazit: Experimentiell gelungen tiefgreifender Stilmix aus Heavy Psychedelic, Stoner Rock und Doom. 8/10

