MARC BROUSSARD - Chance Worth Taking

04 marcbroussard

VÖ: 17.04.2026
(KTBA Records)

Genre: Blues/Soul

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MARC BROUSSARD

Ein Dutzend Albe auf der Habenseite, viel musikalische Klasse und eine Stimme mit sehr viel Schmelz, eigentlich müsste der Soulsänger aus Louisiana größer sein. Anfänglich bei größeren Labels unter Vertrag war es wohl seine unkommerzielle Herangehensweise, die den Erfolg verhinderte. Dafür ist MARC BROUSSARD bis heute ein ehrlicher Arbeiter in Sachen Blues und Soul geblieben, der versucht tief einzutauchen. Zuletzt gelang das sehr überzeugend auf „S.O.S. 4: Blues For Your Soul“, an dem Joe Bonamassa, Josh Smith und Calvin Turner produktionstechnisch beteiligt waren. Mit denen ging der Barde nun erneut ins Studio, um mit „Chance Worth Taking“ sein erstes Album mit ausschließlich selbstgeschriebenen Blues-Songs aufzunehmen.

Wie schon auf der ersten Zusammenarbeit gelingt es hier sehr auf die Wurzeln des Genres beschwörende Titel mit modernen zu vermählen, ohne allzu heterogen zu wirken. „You´ll Be Sorry“ bedient klar die traditionelle Fraktion, ein lässiger Shuffle mit forderndem Piano von Reese Wynans und dezentem Bläsereinsatz. Die haben ihren großen Auftritt in „Let Me Take You Tonight“, welches fast in Rockabilly-Dimensionen vordringt mit seinen clean gepickten Gitarren. Ein Meister unter den Bläsern ist Trombone Shorty, der „Laissez Les Bons Temps Rouler“ mit seiner Posaune veredelt, und zwischen Licks und Orgel viel Raum bekommt.

Kräftig schneiden die Bläsersätze im dezent funkigen „Blame“ rein, dass sich eher zeitgemäß präsentiert. Das Stück lebt vom feurigen Wechselspiel aus den Einsätzen, Chören mit ebensolcher Schärfe, schwerer Hammond und Leadfills von Bonamassa. Ähnliche Zutaten vermengt die erste Single „Fever“, wo es mit gesetzterem Tempo dennoch mehr groovt und die Leads deutlicher zur Geltung kommen.
Sein Glanzlicht liefert Big Joe in „Try To Do Right“ ab, wo er mit unglaublichem Feeling brilliert, sich immer wieder über die flächigen Tastenklänge erhebt. In Sachen Gefühl steht ihm Broussard in Nichts nach, der wunderbar warm croont, und von engelsgleichen Gospelchören getragen wird. Etwas sanfter geht er in „Whisper“ zu Werke, wo die sechs Saiten eher schweigen, dafür die von Geigen eifrig gestrichen werden.

Dazu gesellt sich noch ein großartiges Solo auf dem Fender Rhodes, ohnehin sind die Tasten auf „Chance Worth Taking“ breit aufgestellt. „These Walls“ drücken Synthesizerspuren eine fast gespenstische Atmosphäre auf, in der wiederum Solo und Fills auf fruchtbaren Boden fallen. Wo alles wunderbar aufeinander abgestimmt ist, sich die Parts in die Hände spielt, nehmen die Streicher in „Sweet Love“ Überhand.
Wo die Doo-Wops zu nahe am Kitsch gebaut sind, kommt das Album sowieso etwas ruhiger als die vorherige Zusammenarbeit. Gerade weil die flotteren Stücke oldschoolig inszeniert sind, während seinerzeit Lieder wie „I Asked For Water“ rauer ausfielen. Von der Musikalität jedoch erneut eine Klasse für sich, die eigenen Kompositionen von MARC BROUSSARD stehen den Klassikern in Nichts nach, und seine Stimme sein großes Plus.

8 / 10

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