HOLOSOIL - Look Up

04 holosoil

VÖ: 17.04.2026
(InsideOut/Sony)

Genre: Post Rock, Alternative

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HOLOSOIL

Berlin scheint immer noch eine gewisse Anziehungskraft auszustrahlen warum auch immer. So haben sich mit dem Bassisten Victor Nissim und Schlagzeuger Altair Chargué zwei Franzosen zusammen mit der finnischen Sängerin Emelie Sederholm um den Gitarristen Jan Kurfürst zusammengefunden. Mit ihrer früheren Frontfrau spielten sie 2023 unter dem Namen R3VO auf dem Euroblast und waren „Helden Von Morgen“ im Metal Hammer. Nun firmieren sie unter HOLOSOIL. Damit haben sie beim renommierten Progallabel InsideOut einen Vertrag an Land gezogen, auf dem jetzt die EP „Look Up“ erscheint, wobei das Label Prog nicht unbedingt evident ist.

Auf erwähntem Festival kann man sich die Truppe wegen der abgefahrenen Riffs schon vorstellen, oder auch der flirrenden hektischen Rhythmik des Rausschmeißers „Animals“. Generell hat das aber einen ziemlichen Neunziger-Anstrich wo Prog Rock ziemlich kleine Brötchen backen musste. Wenn überhaupt, dann gegen Ende des Jahrzehnts, als THE GATHERING sich in diese Richtung bewegten, die Stimme ihrer Frontfrau weist durchaus Parallelen zu Anneke van Giersbergen auf.
Die ersten Töne des titelstiftenden Openers erinnern eher an Grunge-Zeiten, man glaubt ein verschollenes ALICE IN CHAINS-Stück zu hören. Die Rhythmik ist wie bei „Animals“ auch wieder sehr fiebrig, was in den atmosphärischer gehaltenen Strophen besser herauskommt. Bei den verzerrten wuchtigen Drumschlägen im aufbrausenden Refrain ist die Schlagseite ebenso präsent, während Gitarre und Bass wild hin – und herpendeln, mit interessanten Stereoeffekten gearbeitet wird.

„Cracks“ beginnt psychedelisch blubbernd, bevor die Instrumentalfraktion massive Klangwände auftürmt, zu der Sederholm den eingängigsten Refrain spendiert. „Spirals“ schleppt noch schwerer Riffs als der Titeltrack an, bevor auch hier die Dynamik wieder zurückgefahren wird. In der Tat ist mittlerweile das Euroblast nicht mehr die richtige Bühne, den Postrockigen Ansätzen würde ich das Gloomar Festival empfehlen. Irgendwie erwartet der Hörer bei „Freakshow“ einen großen Chorus, der Weg dahin scheint vorgezeichnet, der Rhythmusspuren reißen den ein. HOLOSOIL haben zwar ihre Formel gefunden, bleibt zu hoffen, sie können ihn auf dem ersten Langspieler verfeinern.

6 / 10

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