VIOLET - Silhouettes

02 violet

VÖ: 27.02.2026
(Metalopolis Records)

Genre: AOR

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VIOLET

Gut ein Jahr ist vergangen seit die AOR-Hopefuls ihr zweites Album „Mysteria“ veröffentlicht haben, mit dem sie sich weiter etablieren konnten. Belohnung war ein Abstecher nach Schweden zum MALMÖ MELODIC, ein weiterer folgt beim KEEP IT TRUE-Festival, ebenfalls ein Happening für Achtzigerenthusiasten. Das sind VIOLET auch unbedingt, obwohl ihr Alter etwas völlig anderes verrät, zum Glück weiß ein kleiner Teil des Nachwuchses noch die Klänge aus der Hochphase der Musikkultur zu schätzen. Nun legen sie direkt nach und hauen mit „Silhouettes“ eine EP heraus, um ihre Entwicklung voran zu treiben.

Darauf sind drei neue Titel enthalten, die genau das belegen, wie die Band immer mehr zu ihrem Sound findet. Mit „Set Me Free“ hat man eine eher sphärische Nummer zu Opener gekürt, was eher ungewöhnlich ist. Auf der anderen Seite schadete dies „On A Storyteller´s Night“ auch nicht und MAGNUM kommen einem da durchaus in den Sinn. Die Strophe pumpt etwas mehr nach vorne, bevor sich im Refrain die Chöre sehr weit öffnen. Passend dazu ist Filip Kuzanski an den Tasten komplett gleichberechtigt mit der Gitarre von Manuel Heller und darf sogar mit einem Solo ran, nicht das einzige Mal im Verlauf des Drehers.

Beschwingt wird es bei „Dangerous You“, bei dem das perlende Spiel der beiden feine Harmonien hervorbringt. Jamie Beckham packt ihre innere SANDRA aus, dazu klingen die mehrstimmigen Arrangements sehr ausgefeilt. Interessant auch das bar-mäßige Pianooutro, welches sich sehr gut in den Gesamtsound einfügt. Ebenfalls ungewöhnliche Töne schlägt Heller in „Somewhere, Somehow“ an, bei dem er selbst einen Teil des Leadgesangs übernimmt. Seine Gitarrenlicks könnten so von GENESIS in der Pop-Phase stammen, während das Stück sonst einen wuchtigen, dynamischen Stadionrocker mimt.

Endlich auf physikalischen Tonträger wurde das bislang nur digital erhältliche „Calling For You“ gebannt. Als Pianoballade beginnend haben VIOLET hier eine Melancholie am Start, die ROXETTE zu Ehren gereicht. Eine besondere Note verleihen dem von „Uhuh“-Chören getragenen Refrain das rhythmische Spiel von Maurice Probst. Auch dem Stück wird ein klug intoniertes Outro spendiert, das sich langsam erhebt, wenn jeder das Fadeout erwartet. Die gute Arbeit im Studio zeigt sich am Ende mit der Demoversion von „I Don´t Want To Fall In Love“, die gerade im Schlagzeugbereich noch etwas roh klingt, bevor man den Ideenpool von DEF LEPPARD umsetzte.

Neben den Studiotracks findet man noch drei Livetracks, die bei der CD-Release-Party in der Ludwigsburger Scala aufgenommen wurden. Seltsam nur, dass mit dem Schlusspunkt „Arms Around“ begonnen wird, in welchem sich Beckham gerührt vom Publikum verabschiedet. Schön zu sehen, wie es gelingt den Studiosound auf die Bühne zu bringen, was gar nicht so einfach ist, im Mix ist manches sogar noch kraftvoller. Die Liveatmosphäre hätte noch etwas besser eingefangen werden können, aber speziell „Blame It On The Night“ gerät druckvoller als auf Konserve. Mit „Silhouettes“ bieten die Schwaben einen leckeren Zwischenhappen, der Lust auf mehr macht.

7,5 / 10