SYKOFANT - Leaves

02 sykofant

VÖ: 23.01.2026
(Sycofantastic Records)

Genre: Progressive Rock

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SYKOFANT

Oslo ist nicht nur bekannt für seinen Black Metal, auch progressive Klänge finden sich dort mit vielen interessanten Acts. Meist aus dem Umfeld von Karisma Records wie AIRBAG, doch daneben tauchen immer wieder kleine Perlen auf. Ein solche gründete sich vor etwa zwei Jahren und legt nun schon die dritte Veröffentlichung vor. Wobei es sich bei „Leaves“ um einen Teil des „Red Sun Leaves“ – Albums handelt, deren zwei EPs sich thematisch etwas unterscheiden. Optisch hingegen sind die Releases aus einem Guss, die Artworks zwischen Science-Fiction und Fantasy versprechen klassische Siebzigerschlagseite, das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Klar wer beim Opener „Roots And Canopy“ Pate stand, der sich leise hereinschleicht. Oszillierende Psychedelic trifft auf warme ruhige Leadgitarren, am Ende wissen Chöre die Dynamik zu steigern und noch mehr PINK FLOYD-Vibes zu evozieren. Reibungslos geht ein in den „Mycelium March“ über, der deutlich konzentrierter daherkommt. Ein dezent angefunktes Riff repetiert scheinbar endlos, ändert dabei jedoch beständig die Begleitung drumherum. Dieses Mäandern ist typisch für die Seventies, trägt Teile der Minimal Music in sich, tönt hier aber deutlich knackiger und zeitgemäßer, kann sich aber bei den beiden kurzen Stücken nicht voll entfalten.

Da bedarf es dann dem Longtrack „Heart Of The Woods“, der sich ebenfalls ohne Übergang anschließt. Am Ende gibt es auch noch den „Continous Mix“, bei dem das komplette Werk als ein Song zusammengefasst wurde. Akustische Saiten aus den verwunschenen Wäldern jener eskapistischen Ära leiten gemächlich ein, die Gesänge öffnen sich für schöne Harmonien. Wieder nehmen die Leadfills floydeske Atmosphäre an, biegen nun aber ab in Richtung New Artrock.
In immer lichtere Höhen schrauben sich die Chöre, die das warme Organ von Emil Moen umspülen. Gemeinsam mit Per Semb drücken die elektrifizierten Akkorde immer mehr nach vorne, bevor alles wieder zusammenfällt, nur um dann mit Guitar Hero-artigen Soli die Spirale weiter aufzudrehen. Im Anschluss flirrt es weiter im Wechselspiel aus Tradition und Moderne, mit trockenem Sound, der beiden Epochen gut zu Gesicht stehen würde, um bis zum Ende das Wechselbad der Emotionen aufrecht zu halten.

7 / 10