BARDO THODOL – Sumerian Tragedy

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VÖ: 28.11.25
(Obelisk Polaris Productions)

Genre:
Heavy/Doom Metal

Homepage:
BARDO THODOL

 

Ein Trio mit internationaler Besetzung (Ginevra De Giusti, Gesang, Italien, Peter Svensson, Gitarre und Keyboard, Schweden, und Scott Naylor, Schlagzeug, England) benennt sich nach dem tibetischen „Buch der Toten“: BARDO THODOL. Nach der Democassette „Demon Unleashed“ (2023) ist nun die zweite Veröffentlichung „Sumerian Tragedy“ der 2022 gegründeten Band erhältlich. Sie versprechen Horror Heavy Metal, doch der Begriff Horror ist vollkommen fehl am Platze, viel eher lassen sich ein paar doomige und punkige Elemente heraushören.

Auch wenn vom Horror Metal nichts zu hören ist, so kommt dennoch eine leicht schmunzel-gruselige Stimmung wie bei der „Addams Family“ oder „The Munsters“ auf. Ginevras Sangeskünste liegen auf etwa demselben Niveau wie diese amerikanischen Sechzigerjahre-Fernsehserien - auf Dauer nur recht schwer zu ertragen. Einige düstere, melancholische Momente schlängeln sich durchs Album und übertünchen gottlob ein wenig den überwiegend unausgegorenen Gesang. Dennoch gelingt es dem Trio, fünf Stücke aus der Belanglosigkeit zu hieven und mit abwechslungsreicher Musik zu glänzen: Das leicht düster-poppige ‚Book Of The Dead‘ erinnert an CAROLYNE MAS’ 1980er Meisterwerk „Mas Hysteria“. ‚The Occult Key‘ löst ganz besonders durch das ominöse Bassspiel Emotionen aus. ‚Castle Of The Winds‘ ist dann ein waschechter Höhepunkt, der nur so vor Abwechslung strotzt. Härte, Stil und Tempo variieren hier vorbildlich, das sanfte Gitarrenspiel versetzt die Hörerschaft in eine Aura des Geheimnisvollen, des Mystischen. Wenn eine Kirchenorgel und E-Gitarrenriffs aufeinandertreffen, dann ist das schon was Besonderes. So verwundert es nicht, dass ‚Field Of Blood (Akeldama)‘ guten Anklang findet. Selbst die Erwähnung Satans macht das Stück nicht schlecht, vielmehr haucht genau dieser Song dem Coverartwork Leben ein, auch wenn hier eine sumerische Tragödie das allgegenwärtige Thema ist. Tja, und dann geschieht etwas, mit dem man schon gar nicht mehr gerechnet hat - der letzte, wahrlich durch und durch metallisch zu nennende, Song ist heavier als alle neun zuvor. Das nennt man ein versöhnliches Ende.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass ein verdammt gutes Coverartwork alleine noch kein Top-Album verspricht. Andererseits sollte man im erst vierten Jahr der Existenz von BARDO THODOL nicht allzu viel erwarten. Der Prozess der Entstehung von Diamanten dauert nun mal etwas länger ...

Punkte: 6/10

Verfasst von Jürgen Kohlschmidt

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