MEGADETH - Megadeth

VÖ: 23.01.2026
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Style: Heavy Metal
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MEGADETH
Siebzehn Studioalben hat die MEGADETH-Bandbiografie vorzuweisen. Das aktuelle schlicht 'Megadeth' genannt lässt durchblicken, dass die Mustaine-Truppe vor ihrem geplanten Abschied nocheinmal heftig auf den Putz hauen will. Nach 43 Jahren soll endgültig Schluß sein. Umso gespannter sehe ich als treu gebliebener MEGADETH-Fan diesem letzten Studioalbum der 'besseren Metallica' entgegen. In der Besetzung Dave Mustaine (Gitarre/Gesang), James Lomenzo (Bass), Dirk Verbeuren (Drums) und Teemy Mäntysaari (Gitarre) wurde 'Megadeth' eingespielt. Allein das zur Hälfte brennende Bandmaskottchen Vic im noblen weißen Anzug zeigende Albumcoverartwork signalisert, dass MEGADETH noch mal ein flammendes Feuerwerk abbrennen wollen, um sich bei zahlreichen Fans weltweit nachhaltig in Erinnerung zu Rufen.
Ungeheuer vielschichtig ist das schlicht 'Megadeth' genannte Album geworden. „Tipping Point“ thrasht gleich mächtig drauflos, entführt unmittelbar in die 80er, als MEGADETH ungeschliffen rau klangen. „I don't Care“ kommt mit Kürze jedoch direkt auf den Punkt, überrascht durch kantig rotziges Punk Feeling, einschließlich unmissverständlicher Kiss My Ass-Attitüde. „Hey God“ rockt heavy in fettem MEGADETH n' Roll-Gewand, es groovt vom ersten bis letzten Takt knackig bis er Arsch platzt. „Let There Be Schred“ hätte in Sachen schon mit dem rohen Metal Militia-mässigen Riffing sehr gut auf METALLICA's Genremeilenstein Kill em All- Platz gefunden. Dazu passt auch der Text von „Let There Be Shred“ die Gitarre in die Hand nehmend, um es knackig beim Gitarrespielen headbangend schreddern zu lassen. „Puppet Parade“zusammen mit „I Don't Care“, „Let There Be Shred“ und „Tipping Point“ eine von vier ausgekoppelten Videosingles rockt kantig fett, währenddessen Dave's gesprochene Passagen dem Stück sehr gut zu Gesicht stehen, ehe der Maestro zum helltönenden Klartongesang angsetzend singt, ganz so als hätte er nie etwas anderes getan. Alle Breaks kommen fließend aus einem Guss, der Song nimmt gewaltig Fahrt auf, reisst am Stück mit. - Bockstarker Tobak!
Auch der weitere Albumverlauf lässt durchblicken, wie innerlich entspannt von Sorgen befreit Mr. Mustaine hier mitsamt Band ans Werk gehen, das zeigt sich auch an seinem griffigen in hohe Klarton-Frequenzbereiche wie zu besten Zeiten kommenden Gesang, was beim vorletzten Album schmerzlich vermisst fehlte, ist aufeinmal wieder da. Maestro Dave Mustaine's Gesang ist zwingend, vor allem helltönend, wie zu besten Zeiten. Das unterstreichen auch ein sehr Coundown To Extinction verdächtiges „Another Bad Day“, ein deutlich mehr thrashendes „Made To Kill“, das intensiv Erinnerungen an frühe METALLICA mit dem Shredmaster Mustaine an der Sechsseitigen weckende „Obey The Call“, richtig herrlich knackig heavy rockt nocheinmal der Grooveohrwurm „I am War“. Dem düsterheroischen „The Last Note“ bleibt es am Ende schließlich vorbehalten, sich nocheinmal kräftig zu verabschieden. Herr Mustaine schreddert packende Riffkaskaden in Serie, düster folkige Parts denen traurig melancholische Note entströmt, zeigen das Herrn Mustaine und seiner Crew die Ideen keineswegs ausgehen, es hätte zu einer Band wie MEGADETH auch nicht wirklich gepasst.
Die Gitarren riffen scharf, Mannschaftsdienliche Soli werden harmonisch ins Geschehen integriert, selbst komplexe Übergänge bleiben fließend, kraftvolles Power-Drumming und enorm Kick nach vorn sowie ein derart ausdrucksstark wie lange nicht mehr singender Dave Mustaine – all das zeichnet dieses hochkarätige dem Bandnamen Rechnung tragende Gesamtwerk aus. Frischer als auf dem selbstbetitelten von immensem Schaffensohorizont und konstanter Aktivität im Musikbussiness zeugenden Longplayer Numero siebzehn klangen MEGADETH bisher lediglich auf ihren hochkarätigsten Studioalben.
Das „Ride The Lightning“ Cover konnte sich Dave nicht verkneifen und ist seiner Truppe als Tribut an die frühe METALLICA-Zeit zumindest auch teils gelungen, doch gegen den Gesang von James Hetfield geschweige das METALLICA-Original kann selbst die Mustaine Crew nicht anstinken. Auch ohne den Gesamteindruck veränderndes METALLICA-Cover, bleibt festzuhalten: MEGADETH hinterlassen zum Karriereende, wenn sie es mit dem Aufhören ernst meinen ein großes Testament, das ihren Stellenwert für die Heavy Metalszene für den Zeitraum von 43 Jahren umso dicker unterstreicht. Da steigt die Vorfreude auf die anstehende Tour als Support von IRON MAIDEN.
Fazit: Ein in allen Belangen denkwürdiges Abschiedsgeschenk aus dem Hause MEGADETH, dessen Inhalt sämtliche Bandphasen von der legendären 80er- Killing Is My Business/Peace Sells-Ära vergangener Tage bis in die aktuelle Gegenwart - The Sick, The Dying... and the Dead/Megadeth - streift, ohne an einer bestimmten Phase hängen zu bleiben. - Hymnenfaktor enorm hoch! Chapeau! 9/10

