THE ALLIGATOR WINE - Bones and Teeth

(VÖ: 15.09.23)
Style: Vintage Rock
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THE ALLIGATOR WINE
Vor sieben Jahren von den ehemaligen LACRIMAS PROFUNDERE-Musikern Rob Vitacca (Gesang) und Thomas Teufel (Drums) gegründet haben sich THE ALLIGATOR WINE allmählich im Laufe der Zeit ihre Nische geschaffen. Das Duo verschmelzt Psychedelic Rock, Blues, Krautrock und Alternative Rock zu einer völlig eigenständigen mitunter bizarren Mischung. Ein musikalischer Kosmos, der durchaus ihren Reiz besitzt. Das Einflussspektrum reicht von CURE, den DOORS, FIELDS OF THE NEPHILIM HAWKWIND bis PINK FLOYD zu SOFT CELL oder THE SISTERS OF MERCY. 70er Horrorfilm-Touch bleibt ebenso präsent.
Lädt schon die erste als Single von mehreren ausgekoppelte eine Mischung aus Blues und Rock mit Gothischem Unterton und leichtem Spacerocksound ausgekoppelten Nummer „Power Of Love“ zum Tanz mit dem Alligator ein, der zwischendurch den ein oder anderen tierischen Schrei von sich gibt, entwickelt sich „Anyone“ zum eingängig ins Gehör dringenden Tanzflächengroover, dessen Essenz dem klassischen 80er-Gothic-Darkwave nacheifert, „Ribbon Bones“ ähnelt einer Gothic-Darkwave-Kreuzung aus THE CURE, SOFT CELL, SISTERS OF MERY versetzt mit verspielter Finesse im zweiten Songteil sowie leicht alternativem Touch. Ergänzender Frauengesang passt sich effektiv in den Song ein. Von post-apokalyptischem Anstrich verziert gibt sich samt Ahuu (!)-Backgroundshouts unterstützt Track vier, „Animal“. Beschwingt Chillig von tiefenpsychedelischer Atmosphäre umgarnt bittersüß-chillig relaxt spacelastig melancholisch zeichnet sich der „Haralekin Moon“, am dunklen Firmament ab, da liegt ein Gefühl in der Luft als würde Schlafwandelnd über den Friedhof getanzt. Von einem Hauch Nacht-Gespensterflair umnebelt einschließlich Sprechpart bildet „Virgil“ ein vielzu kurzes, knapp anderthalbminütig Zwischenspiel das, um den Spannungsbogen auszudehnen zweckdienlicherweise noch länger sein gedurft hätte,bis „The One Who Knocks“ leicht unterkühlt, andeutungsweise in melancholischer Trauerstimmung badet, ehe überraschend auch mal die Gitarre fetzige Riffakkorde verstömt und Rob Vitacca von Frauengesängen im Hintergrund flankiert die Pforten seiner düsteren zwischen tiefem Bedauern, In sich gekehrt sein, Protest, Trauer, Findung durch Selbsterkenntnis und Zorn geprägten Gefühlswelt öffnet.
28 Minuten sind noch kein vollständiges Longplaystudioalbum, aber schon mal auf dem besten Weg dahin und weiterer Beleg dafür, wie es mit THE ALLIGATOR WINE künftig weitergeht.
Fazit: Abermals reichlich bizarr abgedreht schräg Spacie-psychedelisch und in aller Form typisch für THE ALLIGATOR WINE läuft 'Bones and Teeth' wie der Titel verspricht knochentrocken rein und zeigt darüber hinaus auch Zähne. Cool! 7/10

