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WEAPON UK - Set the Stage Alight - The Anthology


VÖ: 30.11.2018
(Pure Steel Records)

Style: NWOBHM

Homepage:
WEAPON UK

Neuauflagen von alten 80er-NWOBHM-Alben die Generationen später geborener Metalheads noch nicht miterlebten, sind seit geraumer Zeit im Gegensatz zu deren Inhalten in der heutigen Zeit keine Seltenheit mehr. Mit dem Vinylsingle-Debüt von WEAPON- „Set the Stage Alight“ (lange bevor sie sich WEAPON UK) nannten, hat es jedoch etwas Besonderes auf sich, weshalb hier die viel zitierte Ausnahme entsprechend zur Regel wird.
„Set the Stage Alight“ besitzt fast schon Proto-Thrashformat, mit für die Zeit seiner Entstehung den Normalrahmen sprengend abnormen Druck ziehen peitschende Drums, ein alles überrollender Bass unterstüzt von infernalische Gitarrenriffattacke über den Kopf des Metallers hinweg.

Ehemals unter dem Namen FAST RELIEF gegründet, gelang WEAPON UK im Jahr 1979 mit dem Proto-Powerspeedlastigen „Set the Stage Alight“ eine der wichtigsten Kompositionen der NWOBHM-Bewegung, vier Jahre noch ehe METALLICA's „Hit The Lights“ erschien. Letzteres Stück weisst frappierende Ähnlichkeit zu „Set the Stage Alight“ auf, was auch nicht wundert, wenn man sich als Fan der ganz frühen METALLICA einmal ins Gedächtnis ruft, das der San Francisco-Vierer die komplette Eingangssequenz des WEAPON-Stückes für „Hit The Lights“ verwendet hat. Noch vor Erscheinen ihres 1983er 'Kill em All'-Debüts (während ihrer 'No live till Leather'-Demozeiten 1982) eröffneten METALLICA sogar den Live-Set regelmäßig mit „Set the Stage Alight“. Der Stellenwert dieses unverzichtbaren NWOBHM-Juwels wird auch mittels der Tatsache untermauert, dass es auf Lars Ulrich's zusammengestellter NWOBHM-Compilation 'NWOBHM '79 Revisited' vertreten ist. Obig erwähnter Single folgte zwei Jahre darauf, (genauer 1981) das aus ingesamt sechs Stücken (darunter „Set the Stage Alight“) bestehende 6-track-Demo, das sich komplett auf der schon 2003 veröffentlichten damals nicht als 'Anthology' bezeichneten anno 2018 wieder aufgelegten Compilation befindet. Lemmy fand Gefallen an der Band, somit durften WEAPON MOTÖRHEAD für einige Gigs als Support-Act während ihrer 'Ace Up Your Sleeve'-Tour begleiten. Die Band wurde wie ein exakter Blick auf die Rückseite des No Sleep Til' Hammersmith' Coverartworks zeigt, von den Fans gemocht. Finanziell orientierte Plattenfirmen sahen es leider nicht so.

Obwohl WEAPON (das Kürzel UK wurde später dem Namen angehängt) von den Plattenfirmen ignoriert der Durchbruch verwehrt blieb, während andere dreist abkupfernde Acts die Lorbeeren einsackten, (METALLICA) handelt es sich bei deren Debüt um einen der knackigesten NWOBHM-Ergüsse überhaupt. Hymnen wie „Liar“ und „Mad Mad World“ grooven sich unwiderstehlich ins Blut, - solche Hymnen sind pures Adrenalin sowohl für IRON MAIDEN, SAXON, DIAMOND HEAD, TANK als auch satter Anteil die NWOBHM ebenso unverzichtbar beeinflussend mitprägender Hardrockacts wie UFO, deren Groovestrukturen sich verstärkt wiederfinden. „Take That Bottle“ bläst einen mit mächtiger Wucht inklusive satt sägender Riffdynamik regelrecht vom Stuhl. Shouter Danny Hynes kraftvoll-charismatisches Organ gibt dem Inhalt „One Night Stand“ geht mittels lockerer Refrains herrlich ins Blut, Drummer Bruce Bisland schlägt im harmonischen Zusammenspiel mit Bassist Bas Downes eine ganz fette Kelle. „Midnight Satisfaction“ brilliert durch fesselnde Refrains und Jeff Summers' hoch explosive Leadgitarrensoli - noch so eine mit jeder Faser unwiderstehlich den Geist der aus sechs Buchstaben bestehenden musikalischen Bewegung reflektierende Sahnehymne, an der kein treuer weil felsenfest überzeugter NWOBHM-Jünger vorbeikommt! Wohltuenden Kontrast zu den flotten Stücken bildet die von akkustischer Schwermut eingeleitete durch intensive Leidenschaft beseelte sich in ein ergreifendes Drama steigernde den nächsten Höhepunkt darstellende Halbballade „Olivia“. Nur ein Jahr später (1980) entstanden alle vier dem Original-Achttrackling beigefügten Demotracks („Remote Control“, „Light of the World“, „Killer Instinct“ und „Things You Do“). Das Material rockt genauso unverbraucht im puren NWOBHM-Stil frisch drauflos, letztere beiden Stücke sogar im leicht glamlastigen Modus, womit das empfehlenswerte reichlich Nostalgie im Fan weckende Gesamtresultat passenderweise vervollständigt wird. An all diejenigen welche sich am ungeschliffenen Soundraster stören: Das war typisch 80er-Style es gehört sich für absolut ehrliche Rockmusik mit Ecken, Kanten, Geist, Herz und Seele grundlegend so. Mainstream-Plastikmüll haben wir heute schon genug, eigentlich viel zu viel - mehr als der Metalszene gut tut!

Fazit: Zeitloses NWOBHM-Elixier aus den frühen Anfangstagen, dessen Inhalt selbst nach knapp 40 Jahren weder an Schärfe, Dynamik, Power geschweige denn Härte verloren hat. - Ein vergessenes Edeljuwel. 9/10

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