PARADISE LOST - Host


VÖ: 16.03.18
(Nuclear Blast Records)

Style: Gothic-Dark Wave/Rock

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PARADISE LOST

 

Dark Rock und Dark Wave sind ein spezielles Feld für sich. SYSTERS OF MERCY, JOY DIVISION, FRONT 242, FIELDS OF THE NEPHILIM, oder THE MISSION gehören zusammen mit einer Hand voll weiterer Gothic/Darkwave-combos zu den wichtigsten Vertretern ihrer Zunft. Was hat das mit PARADISE LOST zu tun? Diese Frage beantwortet sich aus der weiteren Entwicklung dieser auf elementare Dark-Wave-Untermalung bauenden Düsterdoom-Combo ganz von selbst. Die englischen Gothic-Doomer PARADISE LOST wagten mit 'Host' den Schritt eines extrem grenzwertigen Kurswechsels: Totale Abkehr vom schweren Gothic-Doom zu seicht poppigen Dark Wave-Electrogefilden, basierend auf essentieller PL-Gothic-Basis ohne Doom, wodurch 'Host' bei Die Hard-Anhängern der Briten durchs Raster fiel, obwohl PARADISE LOST ein außergewöhnliches, wenngleich passables nicht in allen Belangen überzeugendes Gesamtwerk vorlegten, das tendenziell nach sauberem Gothic/ Darkwave klang, den typischen, zu dieser zeit führenden Genrebands jedoch nur bedingt das Wasser reichen konnte. Allein das Albumcover sprach Bände. Luxuriöser Dark Wave Elektropop in feinen Maßanzügen? Das stank regelrecht nach Aufstieg in finanziell höhere Gesellschaftsregionen. Waren das noch die über viele Jahre hinweg musikalisch so lieb gewonnen PARADISE LOST? Zweifel begannen sich zu regen. Nick Holmes Gesang stach in gewohnt prägnanter Weise hervor, doch auf Dauer wirkt sich die plastische Gothic-Darkwave-Struktur ermüdend aus, woran sich trotz oder gerade wegen dem allglatten Modern-Soundanstrich im Prinzip erst recht nichts geändert hat.

Wer mit seicht verwässert tanzbarem auf modern getrimmtem Düster-Melancholic-Elektropop etwas anzufangen weiß, wird dieses Album lieben, mir drückte das Ding zur Zeit seines Erscheinens 1999 so schwer auf den Magen wie unverträgliches Essen, woran sich kein Stück geändert hat. Ratlos musste ich sechs geschlagene Jahre darum bangen, ob PL noch die Kurve bekommen würden..., was mit dem selbstbetitelten 2005er -Werk 'Paradise Lost' erfreulicherweise gelang. Immerhin muss man den Briten auch fast zwei Dekaden danach zu Gute halten, diesen wirklich extrem wagemutig-schwierigen Schritt zu gehen, was ihnen viele Opfer abverlangte, wofür ihnen ein großes Maß an Respekt gezollt werden muss. Hut ab vor einer meiner unangefochtenen Lieblingskapellen im schweren düsteren Sektor, dennoch bleibt ein die treue PARADISE-LOST Fangemeinde extrem spaltender Versuch zurück. 6,5/10

 

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