SLEEPY HOLLOW - Tales Of Gods And Monsters

VÖ: 19.02.16
(Pure Steel Records)
Style: Heavy / Power Metal
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SLEEPY HOLLOW
Nach dem Reunion-Album der US-Metal-Veteranen mit Original Sänger Bob Mitchel, von dem sie sich recht schnell schon wieder verabschiedeten, bedient nun ALTAR OF DAGON-Shouter Chapel Stormcrow das Mikro, ehrlich formuliert, fällt es mir nicht immer leicht, mich an diesen völlig anderen tiefstimmigeren phasenweise schon etwas einschläfernd wirkenden Theatralik-Stil zu gewöhnen, der zumindest teilweise an erforderlicher Stelle die passende Dynamik vermissen lässt („The Sons of Osiris“ oder „Creation Abomination“) was die Stücke viel eher ausbremst statt die erforderlich fesselnden Spannungsbögen, die Pathosbehaftete Kapellen wie SLEEPY HOLLOW benötigen, aufbauend unterstützt. Diese beiden Faktoren wirken aller handwerklichen Klasse an den Instrumenten stellenweise etwas disharmonisch. Selbst schaurig schöne Keyboardsilhouetten („Alone in the Dark“), Glockenschläge wie beim rasant beginnenden Opener „Black Horse Named Death“ trösten kaum darüber hinweg, das es zum Teil an der Spritzigkeit mangelt, die trotz gewohnt hochwertig wohldurchdachter Songstrukturen des öfteren bei diesem Album abhanden kommt. SLEEPY HOLLOW sind mir qualitativ weitaus besser in Erinnerung. Obwohl die Amis gewohnt durchdachte Songstrukturen auffahren, hatten sie auf dem starken Vorgängeralbum „Skull 13“ doch erheblich mehr Saft auf der Wumme sprich, es ging mit weitaus mehr Druck, Biss und Feuer zur Sache. Die Produktion war verwaschen rauer längst nicht so dünhäutig clean, wie es bei diesem Silberling der Fall ist. Vom guten Niveau ihres nach dem Bandname betitelten 91er-Debüts haben sich die Amis meilenweit entfernt. Obwohl das Album über ein richtig tolles Fantasy-Coverartwork verfügt, wollen die meisten Songs auf dieser Tonkonserve kaum zünden, verlieren sich öfter als gewohnt im biederen Durchschnittsbereich. Schade, das Tales of Gods and Monsters nicht mehr lässige Riffkracher vom Kaliber „Bound By Blood“ das in düster-melancholischer Grundstimmung getauchte „Baphomet“ „Time Traveller“ und der nocheinmal schön wuchtige Schlussgroover „Shadowland“ enthält, die den Tonträger immerhin noch gerade so mit Achen und Krachen über die Ziellinie retten. Wenn das Album wenigstens 75 % dessen halten würde, was der Titel großspurig verspricht, würde mein Daumen klar nach oben zeigen statt nur zur Mitte geneigt zu sein. Sorry, dies hier überzeugt bei aller Kulanz allenthalben bis zu einem bestimmten Grad, auch weil sich vieles mit konstanter Beständigkeit abnutzend wiederholt, woraus für dieses Mal gemessen an den Fähigkeiten des Vierers in der Endabrechnung kaum wirklich zufriedenstellende 6,5 von 10 Punkten resultieren. *Kopfschüttelt* Schade. SLEEPY HOLLOW können definitiv weitaus mehr!

