CARESS - The Return Of The Beast

09 caress

VÖ: bereits erschienen
(Karthago Records)

Style: Heavy Metal

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CARESS

CARESS nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Thrashern oder den auf Deathmetal/Jazz und Fusion gepolten Tschechen, sind eine ganz spezielle Nummer für sich, bedeutet im Klartext: Ottersweier liegt in Baden-Württemberg. Hervorgegangen aus der Heavy Metal-Band DUNWICH die ihrerseits 1988 nur ein heute im Original schwierg erhältliches 4-Track Kassetten-Demo unter dem Titel „The Lightning“ veröffentlicht hat, kreiste das 1989 veröffentlichte Sechstrack-Mini-Album „The Return of The Beast“ durch die Heavy Metalszene. Das Sechstrack-Minialbum fand trotz außergewöhnlicher Pseudonyme wie Ossy Fox und Coco Laross nur den Weg in die Hände einiger ganz weniger lokaler Szene-Insider, wobei es bis heute blieb. Erweitert um vier Demosongs des 1991 nur auf Kassette zu bekommenden Demos „Book of Dreams“, genauer: „Ragamuffin Blues“, „Outsider“, „Book of Dreams“ und das Instrumental „Into the Night“ ist mittlerweile auch ein vollständiges Longplayalbum auf dem Markt erhältlich. Auf der als Zehntrackling zusammen gefassten Compilation bestehend aus 1989er Sechstrack-Minialbum „The Return of the Beast“ und 1991er Demo „Book of Dreams“ wird fleißig dem klassischen Heavy Metal gefrönt. Frontfrau Coco besaß einen sehr unorthodox eigenständigen Klargesang, dessen Stilistik sich irgendwo zwischen rauer GIRLSHOOL-Schattierung und SLINGBLADE-Sängerin Kristina Karlsson bewegend bei Stücken wie „The Ritual“, „United Power“, „The Return of the Beast“ oder „Liberty For All“ männliche Unterstützung erfährt. Ab und an kommt ein zwecks Hintergrundatmosphäre bedientes Keyboard zum Einsatz. Daneben besaß die talentierte Frontsängerin ein sehr vielschichtiges Organ, um das okkult angehauchte Liedgut dem seinerzeitigen Trend folgend inklusive Gelächter, spitzen Schreien und melancholischem Tiefgang mit reichlich Emotionen freisetzender Stimme auszufüllen. Alle zehn Tracks baden in purer Eigenständigkeit, wobei der Stil der Schwabentruppe hinsichtlich Riffstrukturen einen weiten Bogen zu Teutonenstahlbands wie TYRANT, ZED YAGO, TRANCE und VICTORY spannt; phasenweise blitzt in puncto Songaufbau sogar dezent RUNNING WILD-Funkenflug auf. Kräftige Backgroundvocals, scharf riffende Gitarren, lässige Melodien und catchy Refrains zeichnen das Bild einer individuell agierenden Band, die sich wahrscheinlich ihrer Klasse damals überhaupt nicht bewusst war. Gesangliche Parallelen zu heutigen Female Fronted-Vertretern z. B. der Schwedencrew SLINGBLADE tun sich auf, deren Vorreiter eventuell auch CARESS gewesen sein könnten. Der entspannt im Heavy Gewand rockende „Raggamuffin Blues“ lockert das Geschehen auf, der Epic-Track „Outsider“ entpuppt sich als kleines Highlight unter den vier Demotracks. „Book of Dreams“ endet abrupt, bricht mitten im Stück ab, was ein wenig stutzig macht. Aufnahmetechnisch heben sich die Tracks der Mini-LP vom stellenweise erschreckend holprig dünn produzierten extremen Soundschwankungen unterliegenden Demo ab, was nicht nur allein am Sound liegt. Gerade das Instrumental „Into the Night“ hätte als Abschluss inhaltlich perfekt auf „The Return of the Beast“ gepasst. Interessenten und Sammler haben dank Neuauflage des längst vergessenen Juwels die Möglichkeit reinzuhören oder die Compilation käuflich zu erwerben, um eine schwierig zu füllende Lücke zu schließen, die ein weiteres kleines Kapitel deutscher Heavy Metal-History krönt. Ein schön aufgemachtes Textinlet mit Bandbiografie liegt der CD bei. Der urige Originalsound wurde unverändert beibehalten. - So ist es recht! 7/10

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