SEREMONIA - Kristalliarkki

05 seremonia

VÖ: 08.05.215
(Svart Records)

Style: Psychedelic Rock / Doom Metal

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SEREMONIA

Doom, angekauzter Psychedelicrock, Düstermetal, kosmische Spacejazzeinlagen paaren sich mit schroffem Garagensound lautet nach wie vor das Grundrezept des unberechenbaren Finnenfünfers SEREMONIA. Wer glaubt, auf dem Album Kristalliarkki würde es ruhig und gediegen zugehen, täuscht sich gewaltig. „Alfa ja Omega“ dröhnt mit rotzig markanter Punkschlagseite, aufgepeppt durch krachende Hardrockgrooves. „Tee Mitä Tahdot“ (was auch immer das nun heißen mag) und „Jokainen Askel“ verströmen tief ins Unterbewußtsein dringende Finnenschwerblutmentalität. Sind bei dem stark zwischen Jazz und Gospelbeat fusionierenden phasenweise sogar zum Tanzen verleitenenden „Lusiferin Lapset“ etwa gleichermaßen Blechbläser zu vernehmen? Zeitweise macht sich der Gedanke an eine von zwielichtigen Gestalten besuchte Nachtbar in den 50er-Jahren breit. Trotz mancher Tanzparts einschließlich gediegener Anteile ergießen sich auf 'Kristalliarkki' Ströme tiefgrau in dunkel-Psychedelische auswuchernder, den Geist vernebelnder Gedankenstrukturen „Vapauden polku“ verteilt rhythmisch Tritte nach allen Seiten. Im Gegensatz zur bisher sich auf entgegengesetzt wechsel-seitige hell-dunkel Klangmuster beschränkenden Vergangenheit wird auf 'Kristalliarkki' trotz vorübergehend abgedreht chaotischer Spacejazzrockeinlagen im Hier und Jetzt der Gegenwart gesteigerter Wert auf Vielseitigkeit gelegt. „Kuolena voittaa“ lässt es trotz klassischer Rockkomponente gern auch gediegen angehen. 15-Minuten zieht sich das in zwei Teilen das Gehör beschallende verstärkt in die Psychedelic, Kraut, Progrockecke hin tendierende zum regelrechten Abschweifen in weit abseits der Normalität liegenden Traumwelten verleitende Titelstück. Am Sirenenhaft beschwörenden Klargesang von Frontfrau Noora Federly werden sich gewohnt die Geister scheiden, womit sich in punkto Fansektor deutlich die Spreu vom Weizen trennt. Ein ums andere Mal kristallisieren sich hinsichtlich Gesangsfärbung stimmliche Parallelen zur Genrekollegin Emily Kopplin der Frontfrau vom US-Psychedelic-Rock Vierer MOUNT SALEM heraus, je länger die Silberscheibe ihre Runden im Playerschacht dreht. Ob dies nun beabsichtigt oder unbeabsichtigt geschieht, bedarf keiner Suche nach einer möglichen Erklärung. Hat sich der Inhalt dieser Tonkonserve dem geneigten Ohr erst einmal so richtig erschlossen, dürfte einen das Kauzgebräu trotz manch sperriger Anteile irgendwelcher schrägen Trötenklänge (unabhängig ob des finnischen mächtig ist oder nicht) durchaus fesseln. Psychedelicfans, denen es bei derart unorthodox verschachtelt durch den Reißwolf geschobenem Songmaterial innerlich hochkommt, sollten um 'Kristalliarkki' besser einen großen Bogen machen. Im Vergleich zu früher wesentlich ausgereifter, präsentieren die Finnen ihr abgedrehtestes, zuweilen stärkstes Werk. 8/10

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