ENSLAVED - In Times

VÖ: 06.03.15
(Nuclear Blast Records)
Genre: Melancholic Prog-Black Metal
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ENSLAVED
Aha, denke ich mir als ich die neue ENSLAVED in Händen halte und sogleich mal dem Hörtest unterziehe. Erneut führt der musikalische und textliche Inhalt ins Reich ausgefallener Progressive-Klangorgien, die mit nordischer Mythologie verbunden sind. Fakt ist, dass ENSLAVED neuere Progressive Pfade beschreiten, ihrer künstlerischen Vielfalt schadet es jedenfalls nicht. Auf Konstanz wird beim sympathisch ehrlichen Norwegenfünfer seit jeher ungemein Wert gelegt, das Kriterium Abwechslung kommt ebensowenig zu kurz. Mit dem harrschen Geknüppel früher Blackmetal-Tage der 90er haben alle sechs trotz einem noch immer vorhandenem Hauch frostklirrend nordischer Kälte und Finsternis auf locker acht Minuten und mehr gestreckten Düsterprogressive-Eruptionen im Großraumformat trotz rau kehlig heißerem Gekeif, heftig abgehender, den Kontrast dazu bildender Blastspeedparts, die in mystisch facettenreich verwobener Dunkelheit inklusive immensem Progessivefaktor münden, verträumter Melancholic-Atmosphäre Chorgesänge, rüden Deathgrowls phasenweise oft in den Gothic / Dark-Wave-Bereich driftender Gesangsschattierung einschließlich gefühlvoller Melodieführung sowie beständig vorhandenem Dark und Blackmetal- Härtefaktor verwoben wurden, kaum noch etwas zu tun. Vereinzelt blitzen dann und wann doch an mancher Stelle minimale Funken früher Tage auf, die sich geschickt im Pathos ausufernder Melancholie bewegen. Erneut gelingt ENSLAVED das Kunststück, sich neu zu erfinden, ohne ihren Wiedererkennungswert zu verlieren, egal ob es rasend schnell auf die Glocke, verträumt episch oder progressive wechselnd zur Sache geht. Fans der älteren ENSLAVED sollten das Ding der Sicherheit halber antesten, die Anhängerschaft neuerer ENSLAVED kommt sinngebender weise um In Times nicht herum! Unveränderlich konstant gut wie auf ihren drei Vorgängerscheiben ergibt sich auch die Wertung für In Times. ENSLAVED sollten aufpassen, dass sie nicht ähnlich wie ihre Kollegen VINTERSORG irgendwann vor extrem überladener Experimentierfreude auf der Stelle treten. Dies ist auf "In Times" zum Glück nicht der Fall. 8,25/10

