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INSEL-KRIMI - 03 - Eisenhut und Sylter Spitze

VÖ: 29.06.18
(Contendo Media)

Homepage:
CONTENDO MEDIA

Klapptext:

Das Verbrechen macht keine Ausnahmen. Zwei harmlos-liebenswürdige Rentnerinnen
müssen auf der Sonneninsel Sylt feststellen, dass sich skrupellose Gangster in ihr beschauliches
Leben drängen. Die Polizei kann ihnen nicht helfen... aber vielleicht Postbote Harald?

Sprecher:

Marga Neumann – Katja Brügger
Hedwig Steenfatt – Liane Rudolph
Harald Manfraß – Sascha von Zambelly
Horst – Bodo Wolf
Manni – Michael-Che Koch
Ali – Louis F. Thiele
Polizist – Tobias Brecklinghaus

Kritik:

Der Insel Krimi geht in Runde Drei. Allerdings liefert man mit dieser Folge etwas gänzlich anderes, als man hier erwartet hätte. Statt auf ein polizeiliches Ermittlerteam zu setzen (wie innerhalb der ersten beiden Insel-Krimi) präsentiert man ein Paar rüstiger, alter Damen und deren recht “einfach“ gestrickten, aber sehr sympathischen Postboten, die sich im Team auf die unfreiwillige Ganovenjagd begeben. Ein unerwartetes Setting, das Contendo hier liefert und großen Mut zum Experiment beweist. Autor Erik Albrodt zeichnet hier einen sehr persiflierten Gartenzaun Krimi, der zum Schluss einen schon deutlichen Slapstick Touch besitzt. Und genau hier greift der Pferdefuß dieser Folge. Man muss die teilweise stark vorhandene Überzeichnung mögen und man muss die manchmal gezwungen wirkenden Dialoge als gegeben hinnehmen können. Doch zur Story. Der eigentliche Kriminalfall an sich wirkt ein wenig konstruiert und dünn, denn das Hauptaugenmerk liegt auf dem spitzbübischen Dreiergespann, das mit eher gemächlichem Tempo die Handlung führt. Zieht man Vergleiche zu Rate, würde ich das herzlich, sympathische Morgan & Bailey als Referenz nennen können. Die Handlung ist heiter und mit einer Menge Charme ausgestattet. Die Sprecher sind stimmlich fein besetzt und pendeln beim Leistungsbarometer im oberen Drittel. Postbote Harald klingt mir in einigen Szenen zwar ein wenig overactet, doch sind dies nur Nuancen, die dem Standard Hörspielhörer nicht einmal auffallen dürften. Das Dialogbuch ist soweit recht stimmig, hinkt meist nur an den Stellen, an denen sich die Protagonisten pausenlos beim Vornamen nennen. Denn bei nur sechs Hauptsprechern sollte selbst der schwerfälligste Hörer irgendwann in der Lage sein, die Darsteller auseinander halten können. Zur Musik: Das bereits oben erwähnte Morgan & Bailey dürfte Pate für den musikalischen Background gestanden haben, um diese Geschichte zur vertonen. Heiter und beschwingt perlen die Musikstücke aus den Boxen und vermitteln eine extreme Leichtigkeit, die dieses Hörspiel vor sich herträgt. Das Sounddesign ist ein kleines Fest an mannigfaltigen Geräuschkulissen und liebevoll inszenierten Szenen. Detailreich und top produziert liefert man hier eine tolle Rundumbeschallung.
Fazit: Völlig anders, liebevoll inszeniert und mit einem großen Augenzwinkern liefert man hier einen fast schon beschaulichen Krimi, der vor Leichtigkeit nur so strotzt. Ein Hörspiel, das den sonstigen Ernst eines Krimis völlig außer Acht lässt und auf charmante Darsteller baut. Oben erwähnte Kritikpunkte könnten aber ein wenig aufstoßen.
8 von 10 Punkte

 

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