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ANNE JACOBS - Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

VÖ: bereits veröffentlicht
(Random House Audio)

Hompage:
Randomehouse

Klappentext:

Franziska kann es nicht glauben: Endlich ist sie wieder in ihrer Heimat auf Gut Dranitz. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs musste sie das herrschaftliche Anwesen im Osten verlassen. Lange gab es keinen Weg zurück. Trotzdem ließ sie die Sehnsucht nicht mehr los. Nie konnte sie die glanzvollen Zeiten vor dem Krieg vergessen, ihre Träume und Wünsche von einem Leben an der Seite ihrer großen Liebe Walter Iversen. Alles schien möglich. Doch der Krieg trennte die Liebenden und machte ihre Träume zunichte. Aber Franziska gab die Hoffnung nie auf ...

 

Gelesen von Daniela Hoffmann

Kritik:

Mit „Glanzvolle Zeiten“ beginnt „Tuchvilla“-Erfolgsautorin Anne Jacobs ihren neuen Romanmehrteiler um „Das Gutshaus“. In zwei Zeitebenen erzählt sie die Geschichte der Baronin Franziska von Dranitz, die auf dem elterlichen Gut in Mecklenburg-Vorpommern in den Wirren des zweiten Weltkrieges als junge Frau Haus, Heimat und geliebte Menschen verliert. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 kehrt sie von Königstein, wo sie sich eine Existenz aufgebaut und bürgerlich geheiratet hatte, mit 70 Jahren verwitwet nach Dranitz zurück. Getrieben von Neugier und Sehnsucht nach der Heimat stößt sie dort auf ihre lang vergessenen Wurzeln.Teils begeistert, weil das alte Gutshaus noch existiert, teils schockiert, weil es sich in einem heruntergekommenen Zustand befindet und von der Gemeinde als Konsum bzw. Gemeindeamt genutzt wurde, beschließt sie wider aller Vernunft, ihr Leben in Königstein aufzugeben und das Gutshaus um jeden Preis zu sanieren. Dabei begegnen ihr die Dorfbewohner größtenteils mißtrauisch bis feindselig, allen voran der korrupte Bürgermeister Posbuscheit. Aber auch sonst braucht es eine Weile, bis das Eis bricht und man der „Frau Baronin“ aus dem Westen anfängt, etwas guten Willen entgegen zu bringen. Ihre Enkelin Jenny verlässt indes nach dem unschönen Ende einer Affäre Berlin und beschließt, ihre Großmutter, an die sie sich kaum erinnern kann, kennen zu lernen. Gemeinsam nähern sich die Frauen aus diesen so unterschiedlichen Generationen einander an. Franziska erlebt eine Flut von Erinnerungen an ihre Jugend auf Gut Dranitz, ihre Eltern, ihre Schwester Elfriede und ihre einzig wahre Liebe, Major Walter Iversen, der vom Naziregime in Berlin zum Tode verurteilt worden war. Auch unter den Bewohnern der Gemeinde Dranitz finden sich wohwollende Nachbarn und alte Bekannte, die nach und nach der alten Dame Vertrauen entgegen bringen und ihr bei dem bombastischen Projekt helfen. Doch Rückschläge drohen immer wieder, Franziskas Entschlossenheit zu untergraben. Und plötzlich stößt Jenny auf ein altes Familiengeheimnis. Was geschah damals mit der jüngeren Schwester ihrer Großmutter, die kurz nach Ende des Krieges starb. Und warum findet sich auf dem alten verwilderten Familienfriedhof derer von Dranitz ein verwitterter Grabstein mit dem Namen Iversen ? Die alte Mine, die bereits in jungen Jahren auf dem damaligen Gut in Diensten von Franziskas Eltern stand, weiß mehr, als sie Preis geben möchte…
Die Erzählung auf zwei Zeitebenen funktioniert in jeder Beziehung. Nach und nach wird der Hörer in die Familien- und Lebensgeschichte der Franziska Kettler, geborene von Dranitz, eingeführt. Dabei transportiert man die hoffnungsvolle und farbenfrohe Jugend Ende der dreißiger Jahre, die bedrückenden Kriegsjahre, die grausamen Erlebnisse gegen Kriegsende und auch die spannende Ära der Wiedervereinigung mit allen Widersprüchen eindrucksvoll und gefühlvoll. Liebevoll entwickelt die Autorin die Geschichten aller Protagonisten und verflechtet schlüssig nach und nach die Geschehnisse der Gegenwart mit der Vergangenheit. Dabei wird dem Hörer jeder Charakter näher gebracht und man entwickelt seine Zu- und Abneigungen. Auch die Tagebucheinträge von Franziskas Schwester Elfriede, die eine weitere Erzählebene eröffnet, schafft eine gewisse Abwechslung in der Erzählung.
Einziger kleiner Kritikpunkt wäre das Auf-der-Stelle-Treten der Handlung in den Jahren 1990/1991 in Dranitz. Hier hätte das Thema Sanierung des Gutshauses mit allen Fortschritten und Rückschlägen eine kleine Straffung vertragen; berücksichtigt man den Umstand, daß es sich bereits um eine gekürzte Lesung handelt. Davon abgesehen kann das Hörbuch in bester Manier unterhalten. Daniela Hoffmann, Synchronstimme von Julia Roberts, liest in gefühlvoller und unterhaltsamer Manier. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht.

Fazit: Lebendiger und gefühlvoller Roman ohne unnötige Sentimentalitäten. Anne Jacobs weiß ihr Hörpublikum ein weiteres mal gut zu unterhalten.

8 von 10

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