DRAGONFORCE - Extreme Power Metal


VÖ: Bereits erschienen
(earMUSIC)

Style: Power Metal

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DRAGONFORCE

 

Treffender hätte der Titel des aktuellen DRAGONFORCE-Albumreleases nicht ausfallen können. Egal, wie man zu der Truppe steht, 'Extreme Power Metal' beinhaltet wieder alles, wofür DRAGONFORCE seit jeher standen. Dies gilt auch für das aktuelle Band Line Up nachdem Keyboarder Vadim Pruzhanov sich verabschiedete. Für ihn stieß Coen Janssen als Herrscher über die Tasten von den Symphonik Metallern EPICA ins Bandgefüge, dessen hochgradig eigenständiger Stil sich prima in das Gesamtbild auf Album Nummer acht einfügt. Irgendwie wirken die zehn Tracks wie der Querschnitt eines Zeitreise-Trips durch das bisherige DRAGONFORCE-Schaffen. Zwar ist der Londoner Multi-Kulti-Truppe bis heute kein zweites „Through the Fire and Flames“ gelungen, allerdings liegt dies auch gar nicht erst im Bestreben der Band. Bei aller spielerischen Finesse sind DRAGONFORCE teils epischer denn je, wofür sowohl mehrstimmige Backingvocals als auch ein variabel eingesetztes Bombast-Spektrum sorgen. Das Duo Lee/Totman soliert präzise auf gewohnt unbeschreiblich irrsinnigem Niveau das einem entweder heftig schwindelig wird oder man aus dem Staunen kaum herauskommt. Vocalist Mark Hudson liefert mit seinem glockenhellen Hochtonorgan eine konzentrierte Gesangsleistung und Drummer Gee Anzalone sorgt für den passenden Schlagzeugpunch.

„Cosmic Power of the Ifinite Shred Machine“ überrascht durch gedehnt epische Überbrückung, das von fernöstlichem Bombast ummantelte „The Last Dragonborn“ entpuppt sich gar als echtes Hymnenwerk, „Troopers of the Stars“ groovt sich von unentbehrlich heroischen Gesängen begleitet im Spannungsfeld von stampfend bis hyperspeedig ins Gehör, „Razorblade Meltdown“ geht als eingängige Powerspeed-Hymne durch - inklusive catchy Refrains und feiner Melodieführung. Zum echten Albumhiglight entpuppt sich das vielleicht ungewöhlichste Stück. Tempogedrosselt sogar dem AOR-Bereich zur Ehre gereichend weckt das feine Groovebonbon „Strangers“, Erinnerungen an JOURNEY und Co. Nach soviel „Ruhe“ wird es danach Zeit, auf's Pathosdurchsetzte Speedpedal zu treten wobei „In a Skyforged Dream" allerdings auch einen größeren Schwächepunkt aufzeigt, - spätestens wenn das Stakatto-Soundgefrickel zu langatmig wird, schaltet irgendwann die Aufnahmefähigkeit ab. „Remembrance Day“ wird von per Keyboard erzeugten Dudelsäcken eingeläutet, eine solche im Schotten-Stil komponierte Hymne würde auch so mancher Heidenmetalcombo gut zu Gesicht stehen. Das CELINE DION-Cover „My Heart Will Go On“ zeigt in vorbildlicher Weise wie so ein Stück im flotten Metal-Gewand funktioniert - anfangs zuckersüß umgarnt, entwickelt sich daraus im Handumdrehen ein Speed-Inferno, das unwiderstehlich zum heftigen Mähneschütteln verleitet.

Deutlich erkennbar haben DRAGONFORCE sich erneut verbessert, sind vielseitiger geworden, streuen tempogedrosselt, dennoch satte Groovebrücken einschließlich eleganten Gesangslinien Keyboardsilhouetten ein, schaffen es dabei oft ihr tolles Hymnenflair beizubehalten. Folgerichtig scheiden sich anno 2019 immer noch die Geister an Alben wie 'Extreme Power Metal' woran sich bei dieser vielseitig begabten Combo nicht mehr viel ändert. Egal, wie man zu DRAGONFORCE steht, wobei das ganze PC-Spiel Gedöns drum herum welche Firma den ultimativen Rhythmus-Blaster produziert, echten Musikliebhabern vollkommen latte ist, gelingt es mit dieser abernals vielseitig energiegeladen zugleich emotionell aufrüttelnden Scheibe, den hart erarbeiteten Genrestatus zu bestätigen. Hier passen sowohl der gesunde häufig zelebrierte Humor sowie das moderne Science-Fiction-Metalband-Albumcover perfekt ins Bild.

Fazit: Extreme Power Metal wirkt wie eine gesunde Frischzellenkur für die Band. Logisch weiterentwickelt haben DRAGONFORCE ihren ohnehin  komplexen Stil noch mehr verfeinert. 8/10

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