KORPIKLAANI - Kulkija


VÖ: 07.09.18
(Nuclear Blast Records)

Style: Folk-Metal

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KORPIKLAANI

Ein weiteres Studiolongplayalbum, genauer das mittlerweile 10. der finnischen Folkbande KORPIKLAANI erwartet seine treue Anhängerschaft. 'Kulkija' bedeutet übersetzt 'Wanderer'. Es führt den Wanderer auf eine wechselhafte Reise zwischen abenteuerlich, mystisch, frohgesinnt, bitter-düsteren und melancholischen Pfaden, wobei sich das Material auf der 71 Minütigen 14-Track Tonträgerkonserve streng die Wage hält. Selbstverständlich darf ausgefallene Instrumentierung u. a. Akkordeon, Geige und Schifferklavier nicht fehlen. Neben potentiellen Hitkandidaten fällt auch ein kaum wegzuleugnender Teil Resteverwertung an, die gegenüber qualitativ hochwertigem Songmaterial nur biederes Durchschnittsformat aufweist. Beleuchten wir zunächst die Stärken des zehnten Outputs der kauzigen Finnen-Folkmetaller. Zunächst winkt die schöne Jungfrau „Neito“ den Wanderer im Mondschein („Korpikuusen Kyynel“) zu sich heran, dieser bei „Aallon alla“ unter die Welle gerät. „Kotikonnut“ besitzt erfrischend rockigen Folk-Drive, „Henkselipoika“ schraubt den Gute Laune-Faktor im Handumdrehen in die Höhe. „Kuin Korpi Nukkuva“ und der jeder feuchtfröhlichen Party prima zu Gesicht stehende Partysong „Juomamma“ (ja den gibt’s auf 'Kulkija' auch!) sorgen im flott voran preschenden Polkataktbeat kräftig zum Tanzbein schwingen. „Tutto on Tie“ lässt das Gesamtwerk gediegen schwerblütig ausklingen. KORPIKLAANI bürgen in der Regel für hohe Qualität, diesmal ist dem allerdings nicht ganz so, denn 'Kulkija' verfängt sich zuweilen auch schon mal im unübersichtlichen Gestrüpp durchschnittsbehafteten auf der Stelle Tretens.

Kallon malja“ entpuppt sich als grenzwertig melancholisch grooverockig mystisch bizarrer Trip, der jenseits zwischen gut und böse liegend, sich im neutralen Bewertungsrahmen haltend noch als ziemlich solide durchgeht.

Neben 9 Bringern und einem soliden Stück hat sich somit leider auch einiges heftig schwächelndes Füllmaterial eingeschlichen. „Korpikolliota“, „Harmaja“ und „Sillanrakentaja“ sowie das zur Überbrückung dienende Gute-Laune-Instrumental „Pellervoinen“ gehören zu der Sorte unnötig anstregend in die Länge ausgedehnter Blaupausen phasenweise angestrengt verkrampften Inhaltes, derer es nicht wirklich gebraucht hätte.

Fazit: Weniger Überfrachtung dafür ein rundum stimmiger komponiertes Gesamtpaket in punkto mehr Qualität, dann wäre hier eine weitaus höhere Wertung als "nur" hauchdünn erkämpfte 7 von 10 Punkten für die finnischen Humpa-Polka-Könige drin gewesen. Das können KORPIKLAANI besser. Immerhin liegt das Gesamtresultat knapp im grünen Bereich, womit die Schlacht mit einigen nicht unbedingt erforderlichen Verlusten noch knapp erfolgreich geschlagen wurde.  7/10

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