VÖ: 16.06.17
(Contendo Media)

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CONTENDO MEDIA

Klapptext:

Kriminalpsychologin Paula Schellenberg bekommt es mit einem besonders verstörenden Fall zu tun. Auf einem Campingplatz an der polnischen Grenze wurde eine ganze Familie von einem brutalen Mörder ausgelöscht. Einzig die Tochter Luise hat das Massaker überlebt. Was ist in jener Nacht geschehen? Luises Erinnerungen sind nur bruchstückhaft und den Ermittlern keine große Hilfe. Paula Schellenberg begibt sich daher auf eigene Spurensuche und wird mit menschlichen Abgründen konfrontiert, die auch sie selbst bis ans Limit bringen...

Sprecher:

Paula Schellenberg – Ulrike Sturzbecher
Luise Kunhardt – Gabriele Pietermann
KHK Gerhard Bausch – Bodo Wolf
Janusz Wilczek – Rainer Fritsche
Henryk Urbanski – Torsten Sense
Mario Adler – Sven Adler
Karl Uwe Neumeyer – Hennes Bender
Gertrud Neumeyer – Alexandra Lange
Polizistin – Gabriele Libbach
Polizist – Erik Albrodt
Pflerger – Christian Zeiger
Svenja Kunhardt – Ulrike Mökel
Frau Schuster – Luise Lunow
Passagiere – Karin Lieneweg, Christoph Piasecki
Durchsage – Sven Kläschen
Abspann - Martin Sabel

Kritik:

„Kaltblütig“ ist eine jener „Mord in Serie“-Folgen, die mit enormer Intensität arbeitet. Und so passt auch der kurze Beginn so gar nicht zur restlichen, sehr ernsten Handlung. Denn das prollig naive Ruhrpott Paar Neumeyer, das für den Einstieg in diese Folge herhalten muss, hat mich immens gestört. Comedian Hennes Bender, den es ja fast schon regelmäßig in nordischen Hörspielproduktionen hineinzieht, erinnert mich mit seiner Darbietung an diesen prolligen „Ab ins Beet“ TV-Spinner. Zuviel negativ behaftete Assoziation für mich. Geschmackssache und Schwamm drüber. Danach aber wird „Kaltblütig“ zu einer sehr schleppenden, aber immens intensiven Atmosphärebombe. Obwohl relativ schnell klar wird, woher der Hase läuft (und dies durch das Ende nochmals bestätigt wird), kann dieses Hörspiel jede Minute fesseln. Es sind die tollen Leistungen der Sprecher, die hier einen sehr großen Beitrag zum Erfolg leisten. Düster beklemmende Mordschilderungen. Eiskaltes Verhalten. Emotionsschwankungen. All dies ist famos gespielt und zieht den Hörer ganz tief in das Geschehen. Die Soundeffekte sind brillant gewählt und schaffen eine enorm dichte und beklemmende Atmosphäre. Auch musikalisch setzt man sanfte Akzente, die das Geschehen an vielen Stellen griffig unterstützen. Bei all dem fesselnden Inhalt ist der Schluss schon fast ein wenig fade und selbstverständlich gehalten. Auch bietet der „Hidden Track“ nur Bestätigung und nicht wie sonst gewohnt nochmals eine pfiffige Wendung. Auf der anderen Seite ist es erfrischend, das man sich nicht immer auf dem Schema F ausruht und man bei Contendo einfach mal etwas anderes macht. Offensichtlichkeit, die homogen zum Inhalt passt.

Fazit: Ein echter Atmosphärebrocken dieses Hörspiel. Immens intensive Thrillerunterhaltung, die tief unter die Haut geht. Das Kino für die Ohren besticht mit purem Realismus und Gänsehaut. 9 von 10 Punkte.